Trotz der Hitze mit Eifer bei der Sache: die Mädels des TuS Eichlinghofen. © Britta Linnhoff
TuS Eichlinghofen

Mädchenpower auf dem Fußballplatz: Fünftes Team geht an den Start

Ein Verein im Dortmunder Süden hat sich dem Mädchenfußball verschrieben. Mittendrin ein Mann, der selbst schon als Dreijähriger hier auf dem Platz stand, als dieser noch ein Ascheplatz war.

Beim BVB beginnt man gerade erst damit, eine Frauenmannschaft auf die Beine zu stellen. Die hat der TuS Eichlinghofen längst, sogar zwei. Jetzt macht sich der Verein aus dem Dortmunder Süden daran, auch den Mädchen eine fußballerische Heimat zu geben: Schon jetzt gibt es mehrere Teams, und es sollen noch mehr werden.

Mittendrin im Trubel des Projekts: Trainer Oliver Meibert (35) und Verantwortlicher für das Projekt Mädchenfußball beim TuS. Er selbst stand schon als Dreijähriger auf diesem Platz, kickte auf Asche vor den Ball. Sein Opa baute damals das Clubhaus mit.

Aus vier Mannschaften sollen fünf werden – U 13 startet

Vier Mädchenmannschaften gibt es schon: eine U 7, zwei U 9 und eine U 11. Und nun soll zur neuen Saison noch eine U 13 dazu kommen. Am Freitag, 18. Juni, soll das erste Training für die Mädchen in dieser Altersklasse stattfinden. Wer Interesse hat, kann einfach vorbeikommen, sagt Oliver Meibert. Beginn ist am Freitag um 18 Uhr auf dem Platz an der Straße Hinter Holtein (Stadion an der Hövel). Zehn Anmeldungen gibt es bereits.

Die Geschichte der Mädchenmannschaften fing im September 2020 in Eichlinghofen an. Oliver Meibert war sicher: Es gibt viele Mädchen, die sich für Fußball interessieren, die gerne spielen würden. Ihnen wollte der Verein eine sportliche Heimat geben. Denn der Mädchenfußball komme in Dortmund viel zu kurz, sagt er. Also verteilten sie Flyer, nicht nur in Eichlinghofen, sondern auch in vielen anderen Stadtteilen.

Und sie kamen die Mädels, „wir hatten sofort 20 Kinder“ erinnert sich der 35-Jährige. Sie kommen aus Eichlinghofen, aus umliegenden Ortsteilen, aus Berghofen, vom Höchsten, aus dem Kreuzviertel und sogar aus Nette hergefahren mit ihren Eltern.

Unter den Mädchen seien einige „mit schon starken fußballerischen Fähigkeiten gewesen“, und wiederum andere mit den ersten zaghaften Ballberührungen: „Mir ging sofort das Herz auf, als ich die zahlreichen lachenden Kinderaugen sah, die es mit Spaß und voller Leidenschaft genossen haben, Fußball zu spielen und dabei auch gleich die ersten Freundschaften schlossen. Manche hätten auch einfach keine Lust gehabt, mit Jungs zu spielen, sie haben sich nicht getraut, sie wollen ein eigenes Team mit Mädchen in ihrem Alter.“

Finja hat ganz offensichtlich Spaß im Training.
Finja hat ganz offensichtlich Spaß im Training. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Spaßbremse Corona – Onlinetreffen statt Fußballplatz

Ausbremsen konnte das Projekt Mädchenfußball beim TuS Eichlinghofen nur Corona. Kurz nach dem Trainingsstart kam die pandemiebedingte Pause. Oliver Meibert, der große Unterstützung beim Training durch Spielerinnen der 1. und 2. Mannschaft hat, versuchte es mit Online-Angeboten.

Es muss vieles richtig gewesen sein, denn nun, nach gerade mal zehn Monaten tummeln sich bei brütender Hitze an diesem Nachmittag schließlich fast 40 begeisterte Mädchen auf dem Platz. Viele kommen in ihren roten Eichlinghofen-Shirts, die ersten sind schon lange vor Trainingsstart da und auch gleich am Ball. Hitze hin oder her. Auch dabei: Oliver Meiberts Töchter Luna (7) und Lilly (4).

Emina (8): Sie wollte schon immer ins Tor, sagt sie. Auch ihr zwölfjähriger Bruder steh zwischen den Pfosten.
Emina (8): Sie wollte schon immer ins Tor, sagt sie. Auch ihr zwölfjähriger Bruder steht zwischen den Pfosten. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Die achtjährige Emina kommt in Torwartkluft. „Ich wollte immer ins Tor“, sagt sie. Wieso? „Mein Bruder steht auch im Tor.“ Klare Sache. Fenja ist auch schon früh da, wartet aber noch auf Lotta, weil die für sie ein Shirt hat, was sie anziehen will.

Finja und Finja: Die beiden Mädels kamen zum Training im Deutschland-Trikot und im Trikot des TuS Eichlinhofen. Viele haben hier längst Freundschaften geschlossen.
Finja und Finja: Die beiden Mädels kamen zum Training im Deutschland-Trikot und im Trikot des TuS Eichlinhofen. Viele haben hier längst Freundschaften geschlossen. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Schließlich geht es auf den Platz – nicht ohne die richtige Motivation, auch verbal: „Was sind die Mädels des TuS Eichlinghofen? – Suuuupercool!“ schallt es hinüber zu den Eltern. Und wer weiß, vielleicht spielen ja irgendwann Fenja, Luna, Emina, Lilly, Finja, Mikah oder andere beim großen BVB, wo das erste Frauenteam demnächst in der Kreisklasse startet und hoch hinaus will.

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Britta Linnhoff

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