Auch im Ortskern von Aplerbeck kam es 2020 immer wieder zu Straftaten von Jugendlichen. Die Polizei musste mehrmals eingreifen. © Jörg Bauerfeld
Polizei reagiert auf Kritik

Jugendkriminalität im Dortmunder Süden: Polizei zurecht in der Kritik?

Das Jahr 2020 war alles andere als ruhig. Mehrmals gab es Straftaten von Jugendlichen. Ein Schulleiter äußerte Kritik am Auftreten und der Präventionsarbeit der Polizei – die reagiert nun.

Hubert Mittler ist Schulleiter der Emscherschule in Aplerbeck. Einer Hauptschule, die sich einen guten Ruf in Dortmund erarbeitet hat. Vielleicht, weil hier zwischen Schülern, Lehrern und Schulleitung ein gewisses Vertrauensverhältnis herrscht. Ein Verhältnis, aus dem auch der gegenseitige Respekt erwachsen ist.

Viele Jugendliche lassen den Respekt vermissen

Respekt, den viele Jugendliche gegenüber der Öffentlichkeit vermissen lassen. So kam es 2020 im Dortmunder Süden immer wieder zu Straftaten. Vor allem in Aplerbeck wurde die Lage im Sommer kritisch. Die Polizei musste mehrfach einschreiten und nahm sogar Jugendliche in Gewahrsam.

Hubert Mittler wandte sich an die Öffentlichkeit und äußerte gleichzeitig Kritik an der Präventionsarbeit der Polizei, die er nicht mehr für effizient genug hielt – und auch noch hält. Denn, so Mittler, die Präventionsarbeit der Polizei in Schulen habe abgenommen. Die sogenannten Jukops seien nur noch sporadisch an der Hauptschule anzutreffen.

Hubert Mittler ist Leiter an der Emscherschule in Aplerbeck.
Hubert Mittler ist Leiter an der Emscherschule in Aplerbeck. © privat © privat

„Vertrauen und Respekt geht nur über regelmäßigen Kontakt“, sagt Hubert Mittler. Schule und Polizei müssten wieder enger zusammenarbeiten. „Die Polizei wird von den wenigsten Kids als ‚Freund und Helfer‘ wahrgenommen. Das muss wieder anders werden und das geht nur über regelmäßigen Kontakt“, erklärt Mittler. Daher müsste gewährleistet sein, dass die Jukops wieder permanent an den Schulen seien. „Sonst wird hier an der falschen Stelle gespart“, sagt Hubert Mittler.

Arbeit der Jugendkontaktbeamten sei alternativlos

Aber was sagt die Polizei zu der Kritik? „Die Arbeit unserer Jugendkontaktbeamten an Schulen ist alternativlos, da sind wir uns mit den Vertretern der Schulen einig. Ich bedaure sehr, dass wir aufgrund der hohen Corona-Zahlen auf den Einsatz der Jugendkontaktbeamtinnen und -beamten (JKB) in den Schulen verzichten müssen“, sagt der leitende Polizeidirektor Udo Tönjann.

Sobald die Pandemielage es wieder zulasse, würden die Kontaktbeamten wieder sukzessive im Bereich der Schulen eingesetzt. Auch die Kritik, dass in Aplerbeck vielleicht nicht konsequent genug gegen die jugendlichen Störenfriede eingegriffen wurde, kontert die Polizei.

Intensiver Einsatz der Polizei im Aplerbecker Ortskern

„Nach den Vorfällen im Stadtteil Aplerbeck waren die Jugendkontaktbeamten dort über Wochen und Monate intensiv auch während der Pandemie im Einsatz. An den Schulen wurden zahlreiche Gespräche geführt. Verstärkt waren auch Streifenteams und das Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz in Aplerbeck im Einsatz“, sagt Polizeipressesprecher Peter Bandermann.

Ermittlungen der Polizei hätten schnell zur Aufklärung von Straftaten und auch zu Untersuchungshaftbefehlen geführt. Und wie geht es nun weiter mit der Arbeit der Jukops im Dortmunder Süden?

„Einige wenige durch Personalverschiebungen derzeit nicht besetzte Stellen im Bereich der Jugendkontaktbeamten werden wieder besetzt. Zur Polizeiarbeit gehört es aber auch, Schwerpunkte zu erkennen und zumindest zeitweise personelle Schwerpunkte zu verschieben. Derzeit kompensieren die Jugendkontaktbeamten aus Lünen die Vakanzen und sind jederzeit ansprechbar“, so Peter Bandermann.

Häufig seien die Probleme mit Jugendlichen aber nur dann zu lösen, wenn sie von mehreren Seiten angegangen würden. Dann seien zusätzlich unter anderem Elternhaus, Jugendamt, und Justiz gefragt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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