Idyllisch gelegen: Das Gelände des Gebrauchshundesportvereins Eichlinghofen Am Gardenkamp. © Britta Linnhoff
Tiefenbach-Renaturierung

Hundesportverein in Sorge: Macht ein neuer Bachlauf den Verein heimatlos?

Diese Nachricht wird der Gebrauchshundesportverein so schnell nicht vergessen. Ein renaturierter Bach soll künftig mitten durchs Vereinsgelände führen – und das entgegen aller Absprachen.

Eigentlich – so dachten die Verantwortlichen des Vereins – war alles geregelt und in trockenen Tüchern. Als dann Ende Januar Post von der Unteren Wasserbehörde der Stadt Dortmund kam, „sind wir fast vom Stuhl gekippt“, erinnert sich Irene Touloupi, Vorsitzende des Gebrauchshundesportvereins Eichlinghofen.

Mit der Post habe den Verein eine CD erreicht. Die zeige, so berichtet Irene Touloupi, die Pläne für die geplante Renaturierung des Tiefenbachs. Gegen die Renaturierung des Gewässers habe man im Verein natürlich nichts, aber sehr wohl gegen die Form der naturnahen Gestaltung.

Das Problem: Der neugestaltete Bachlauf soll – „entgegen aller vorherigen Absprachen und Planungen“ – auf einer Länge von 15 Metern und bis zu einer Breite von drei Metern samt Uferböschung in der Mitte des Hundeplatzes verlaufen. „Das“, sagt Irene Touloupi entschieden, „das macht das Gelände für den Hundesportverein unbrauchbar.“

Mitglieder des Vereins haben mit roten Hütchen auf dem Gelände die Fläche gekennzeichnet, auf der der Bach und sein Ufer künftig verlaufen würde wie sie befürchten.
Mitglieder des Vereins haben mit roten Hütchen auf dem Gelände die Fläche gekennzeichnet, auf der der Bach und sein Ufer künftig verlaufen würde wie sie befürchten. © Hundesportverein © Hundesportverein

Verein kann Pläne nicht nachvollziehen

Die Vorsitzende stand deshalb in der vergangen Sitzung der Bezirksvertretung Hombruch am Mikrofon und äußerte ihr Unverständnis. „Wir können nicht nachvollziehen, warum die Maßnahme genau über die Mitte des Trainingsgeländes erfolgen muss.“ Die veränderten Pläne seien für den Verein nicht verständlich.

Bisher sei eine Variante favorisiert und auch kommuniziert worden, die den Fortbestand des Vereins und die Renaturierung des Baches am Rand des Trainingsgeländes vorsehe. „Man hat uns gesagt: ‚Machen Sie sich keine Sorgen‘“, sagt Irene Touloupi. Dann sei Ende Januar die Post gekommen. „Das Umweltamt, die Untere Wasserbehörde und die Umweltverbände pochen darauf, dass die Variante mitten durchs Gelände umgesetzt wird.“

Renaturierung kommt ein zweites Mal auf die Tagesordnung

Die Vereinsvorsitzende bat in der Hombrucher Bezirksvertretung um Unterstützung – und fand sie: „Wir sind grundsätzlich für die Renaturierung“, sagte zum Beispiel der CDU-Fraktionsvorsitzende Guido Preuss, „aber auch dafür, dass man sich an die Absprachen von 2019 hält.“

Er habe sich die Situation vor Ort angesehen. Man könne den Bachlauf so gestalten, dass er am Rande des Geländes umsetzbar sei. Auch Bezirksbürgermeister Nils Berning appellierte, man möge sich an die Vereinbarungen von 2019 halten.

Und der SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Demtröder sagte: „Von unserer Seite gibt es die ganz klare Aufforderung an die Verwaltung, das wie besprochen umzusetzen.“ Susanne Lohse, Fraktionschefin der Grünen, positionierte sich ebenfalls klar: „Ich möchte die jetzt geplanten Maßnahmen hier vorgestellt haben. Es gibt noch andere Punkte, die so nicht im Maßnahmenkatalog stehen.“

Folgender Beschluss fiel schließlich: Die Bezirksvertretung appelliert im Sinne des Hundesportvereins an die Verwaltung, sich an die getroffenen Vereinbarungen zu halten. Zudem soll die Verwaltung die genauen Pläne in einer der nächsten Sitzungen erläutern. Oliver Krauß, Leiter der Hombrucher Bezirksverwaltungstelle, versuchte indes schon zu beruhigen: Er habe es im Vorfeld so verstanden, „dass von einer Schließung des Vereins nicht die Rede sein kann, und die Untere Wasserbehörde an einer einvernehmlichen Lösung interessiert ist“.

Auf der anderen Seite des Fußweges, der zur Anlage des Vereins führt, plätschert der bereits offen durch die Landschaft.
Auf der anderen Seite des Fußweges, der zur Anlage des Vereins führt, plätschert der Bach der bereits offen durch die Landschaft. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Vorsitzende: Maßnahme würde den finanziellen Ruin bedeuten

Ein bisschen Erleichterung bei Irene Touloupi machte sich breit. Denn sie sagt klar: „Wir haben uns auf die Zusagen von 2019 verlassen, und investiert, zum Beispiel in eine neue Gastherme und in eine neue Elektrik.“ Eine Umsiedlung würde für den Verein, der hier seit 1959 sein Trainingsgelände hat, den „finanziellen Ruin“ bedeuten.

Laut Pachtvertrag müsse der Verein im Falle einer Kündigung alle Bauten auf eigene Kosten entfernen. Aber einen Abriss aller Bauten auf dem alten Gelände und einen Neubau anderswo könne der Verein aus eigener Kraft nicht leisten.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Leben erleben, mit allem was dazugehört, das ist die Arbeit in einer Lokalredaktion, und das wird auch nach mehr als 30 Jahren niemals langweilig, in der Heimatstadt Dortmund sowieso nicht. Seriöse Recherche für verlässliche Informationen ist dabei immer das oberste Gebot.
Zur Autorenseite
Britta Linnhoff

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.