Beschmiert und zerrissen: Die Regenbogenfahne an einer Katholischen Kirche im Dortmunder Süden wurde zerstört. © Müller
Homophobie

Homosexuellen-Hasser: Regenbogenfahne an Katholischer Kirche beschmiert

Sie hängen an vielen Katholischen Kirchen in ganz Deutschland: Regenbogenfahnen als Zeichen der Vielfalt. Manche wollen das offenbar nicht akzeptieren – wie zuletzt im Dortmunder Süden.

Die Regenbogenfahne war schon von Weitem zu sehen. Wenn man vom Phoenix-See aus in Richtung Süden fährt, fiel der Blick zwangsläufig darauf. Sie hing an der Katholischen Kirche an der Busenbergstraße in Berghofen, in direkter Nachbarschaft zu dem Info-Plakat für die Katholischen Gottesdienste.

Jetzt ist sie abgehängt, beziehungsweise musste abgehängt werden. Unbekannte Täter hatten sie in der Nacht zu Sonntag (6.6.) beschmiert und eingerissen. „Kirche frei von LGBT“, stand in schwarzer Farbe darauf, geschmiert mit einer Farbdose. „Die Farbe ist durch das Tuch und hat sogar Flecken auf der Kirchenwand hinterlassen“, sagt Ernst Müller, Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes der Pfarrei St. Joseph.

Die Sachbeschädigung ist in der Nacht zu Sonntag passiert

Er hatte am Sonntagvormittag die Schmierereien auf der Regenbogenfahne entdeckt. Die wurde an die Kirchen gehängt, um gegen das „Nein“ des Vatikans zu Segnungen von homosexuellen Paaren zu protestieren. Dieses klare Bekenntnis hin zur Vielfalt und Gleichbehandlung scheint bei einigen Menschen bitter aufzustoßen.

Schon an mehreren Kirchen in Dortmund wurde die Fahnen zerstört oder entwendet. Zuletzt an der Katholischen Kirche in Benninghofen. Auch an der Katholischen Kirche auf dem Höchsten gab es Schmierereien. „Wer tut so etwas?“, fragt sich Ernst Müller. Er informierte sofort die Polizei und erstattete Anzeige wegen Sachbeschädigung.

Man werde sich aber von solchen Menschen nichts vorschreiben und sich nicht unterkriegen lassen. „Wir werden uns eine neue Regenbogenfahne beschaffen und diese auch wieder aufhängen“, sagt Ernst Müller. Schließlich habe die Aktion viel Zustimmung innerhalb der Gemeinde gefunden. „Ich habe noch kein schlechtes Wort über die Aktion für Vielfalt gehört. Ich glaube nicht, dass es jemand aus der Gemeinde war.“

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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