Zu den zahlreichen Schildern wird bald ein neues hinzukommen - Das Verkehrszeichen "Fahrradzone". © Jörg Bauerfeld
Verkehrswende

Hier ist das Fahrrad das neue Auto: Fahrradzone im Dortmunder Süden geplant

Das Wort Verkehrswende bekommt im Dortmunder Süden immer mehr Gewicht. Eine ganze Straße soll nun zur Fahrradzone werden. Und das bedeutet für Pkw: Hinten anstellen – oder draußen bleiben.

Die Straße im Dortmunder Süden, um die es geht, steht schon sehr lange in der Diskussion. Kein Wunder, sind doch am Rande ihrer Fahrbahn drei weiterführenden Schulen, ein Stadion und zwei Dreifachsporthallen beheimatet.

Zu Stoßzeiten sind hier zahlreiche Schülerinnen und Schüler mit ihren Fahrrädern unterwegs. Tempo 30 gilt an der Schweizer Allee deshalb schon länger. Auch die berühmt, berüchtigten „Elterntaxis“ sind durch entsprechende Beschilderung schon ausgebremst worden.

Jan Gravert (SPD), Ulrich Riese (Grüne), Lothar Buddinger (SPD) und Ursula Hertel (Grüne) an der Schweizer Allee. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Jetzt will man im Stadtbezirk Aplerbeck aber noch einen Schritt weitergehen. Die komplette Schweizer Allee, die im Norden an die Ruinenstraße grenzt und im Süden an die Schwerter Straße, soll eine Fahrradzone werden. Also ein Bereich, in dem Fahrradfahrer und Autofahrer gleichberechtigt sind. Ein Bereich, in dem Fahrradfahrer auch zu mehreren nebeneinander fahren dürfen, ohne von einem energischen Pkw-Fahrer beiseite gehupt zu werden.

Noch zwei weitere kleinere Straße sind betroffen

Neben der Schweizer Allee sollen auch der Baseler Weg und der Bernerweg eine Fahrradzone werden. „Wir haben mit der SPD besprochen, dass wir eine ganze Reihe von Projekten, die der Förderung des Radverkehrs dienen, gemeinsam machen“, sagt Ursula Hertel, Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bezirksvertretung (BV) Aplerbeck.

Und als erstes nehmen die beiden BV-Fraktionen eben die Fahrradzone im Bereich der Schweizer Allee in Angriff. Jetzt werden sich viele fragen, was denn überhaupt eine Fahrradzone ist. Nun, das Ganze ist relativ neu. Erst im April 2020 wurde das Verkehrszeichen „Fahrradzone“ in die Straßenverkehrs-Ordnung aufgenommen. Ein Fahrrad auf blauem Grund auf einem großen weißen Schild mit der Aufschrift „Zone“ zeigt an, dass man sich in einer solchen befindet.

Es gibt verschieden Optionen für die Befahrung

Und wer so eine Fahrradzone einrichtet, hat nun verschiedene Optionen, wer denn außer Fahrrädern die Straße noch mitbenutzen kann. Wer in Aplerbeck also weiterhin neben den Zweirädern die Schweizer Allee entlang fahren darf.

Fahrradzonen, in denen ausschließlich Radverkehr und Elektrokleinstfahrzeuge wie Roller, erlaubt sind, gelten als echte Fahrradzonen. Sind hier beispielsweise noch Pkw zugelassen, wie an der Schweizer Allee sicher notwendig, bekommt das Verkehrszeichen einen Zusatz. Auch der Anliegerverkehr kann so geregelt werden.

Und das gilt in Fahrradzonen:

  • Radfahrende dürfen nebeneinander fahren.
  • Kfz-Verkehr ist nur als Anliegerverkehr zugelassen (es sei denn, es gibt eine zusätzliche Beschilderung).
  • Radfahrende dürfen weder behindert noch gefährdet werden.
  • Radfahrende bestimmen das Tempo.
  • Radfahrende dürfen von Autos und Motorrädern überholt werden, wenn ein Sicherheitsabstand von 1,50 Meter eingehalten wird.
Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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