Seit Ende 2019 gibt es den Hexenladen wieder in Berghofen: Jetzt an der Berghofer Straße. © privat
Existenzkampf im Einzelhandel

Hexenlädchen kämpft ums Überleben: Corona lässt das Besondere verschwinden

Es sind die kleinen Einzelhändler, die ganz besonders unter dem zweiten Lockdown leiden. So wie Minerva Winter mit ihrem Hexenlädchen im Dortmunder Süden – es sieht düster aus.

Bibi Blocksberg hätte es wohl hinbekommen: „Hex hex“ und alles ist wieder gut. So einfach geht das bei Minerva Winter nicht. Seit Ende 2019 ist die junge Frau, die sich selbst unter anderem auch Hexe nennt, wieder zurück in Berghofen. Hagazussas Hain – SchamanenKunst & HexenWerk heißt der kleine Laden an der Berghofer Straße.

Ein kleines Fachgeschäft, das mit seinem spirituellen Angebot eben eine kleine, ganz spezielle Nische abdeckt. Und ein Laden, der eben noch keinen Online-Auftritt hat. Hier wird noch das persönliche Gespräch gesucht. Hier lassen sich die Kunden gerne beraten.

Künstlerin, Autorin und Hexe: Das ist Minerva Winter und sie will um das wirtschaftliche Überleben ihres Ladens kämpfen.
Künstlerin, Autorin und Hexe. Das ist Minerva Winter und sie will um das wirtschaftliche Überleben ihres Ladens kämpfen. © Privat © Privat

„Wenn der Lockdown noch bis in den März hineingeht, wird es ganz, ganz schwierig für uns“, sagt Minerva Winter. Wie den meisten ihrer Händlerkollegen ist auch ihr das wichtige Weihnachtsgeschäft durch die Lappen gegangen. „Da hatten wir große Hoffnungen drauf gesetzt“, sagt die Geschäftsfrau.

Beim ersten Lockdown noch staatliche Unterstützung

Den ersten Lockdown habe man durch die staatliche Unterstützung noch ein wenig auffangen können. „Da ging es noch ganz unkompliziert und schnell“, sagt Minerva Winter. Dann folgte ein kleiner Hoffnungsschimmer – und dann ging es in den nächsten Lockdown.

Zurzeit sind die Einnahmen praktisch null. Es gibt einige Stammkunden, die das eine oder andere bestellen und dann abholen. Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig. „Ich fertige auch individuelle Dinge auf Bestellung an, aber das fängt es nicht wirklich auf“, so Winter.

Es geht an die Ersparnisse

Aber es ist nicht nur das Lädchen. Auch die verschiedenen Kurse, die angeboten worden sind, fallen wegen der Pandemie derzeit flach. Aber wie geht es weiter an der Berghofer Straße? „Zurzeit leben wir von Ersparnissen“, sagt Minerva Winter. „Aber das sollten ja eigentlich die Rücklagen fürs Alter sein.“

Zum Glück habe sie einen sehr netten Vermieter, der ihr sehr entgegenkommen würde. Aber das ginge ja auch nicht ewig so weiter. „Es wird vielen so gehen wie mir“, so die „Hexe“ aus Berghofen. Es würden bestimmt viele besondere Geschäfte nicht mehr da sein, wenn Corona einmal vorbei sei. Für ihren Hexenladen will sie aber weiterkämpfen.

Kontakt über E-Mail oder Facebook

„Das ist nicht nur ein Beruf, das ist eine Berufung. Das ist mein Leben“, sagt Minerva Winter. Und wer sie unterstützen möchte, kann über Facebook oder per E-Mail (hagazussas-hain@web.de) Kontakt aufnehmen – und vielleicht etwas Besonderes bestellen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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