Viel ist noch nicht passiert in dem Baugebiet im Dortmunder Süden. © Jörg Bauerfeld
Außergewöhnlicher Baustopp

Großes Baugebiet im Dortmunder Süden steht still: Der Grund ist kurios

Es stehen erst zwei neue Häuser. Dann kam der Stillstand. Der Grund: Beim Ausschachten einer weiteren Baugrube stieß ein Bagger auf etwas, das einen Baustopp zur Folge hatte.

Das Interesse an den Baugrundstücken im Dortmunder Süden sei riesig. Das gab die Stadt Dortmund schon 2017 bekannt. Und gesunken ist es wohl in den letzten Jahren auch noch nicht. Doch an der Sölder Straße steht derzeit alles still – gebaut wird hier aktuell nichts mehr.

Verlosung der Grundstücke im Jahr 2017

Wichtiger Termin für Häuslebauer: Am Dienstag, den 11.7.2017 um 18 Uhr, wird der Fachbereich Liegenschaften auf dem Schulhof der Emschertal Grundschule sechs Grundstücke im Neubaugebiet „Emschertal Grundschule“ vergeben.“So stand es in einer offiziellen Pressemitteilung der Stadt Dortmund. 56 Häuslebauer hatten sich gemeldet, die auf dem Gelände zwischen der Sölder Straße, der Emscher und dem Sölder Bruch bauen wollten.

Lothar Buddinger, Uta Koenig und Jan Gravert (v.l., alle SPD) sind verwundert über den Stillstand auf der Baustelle.
Lothar Buddinger, Uta Koenig und Jan Gravert (v.l., alle SPD) sind verwundert über den Stillstand auf der Baustelle. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Gelost wurde an Ort und Stelle. Ein großes Glas mit Zetteln – und es konnte losgehen. Knapp vier Jahre danach ist Schluss mit der Euphorie. Zwei neue Gebäude wurden seitdem gebaut. Zwei von insgesamt 20, die auf dem Gelände gebaut werden sollten.

Straßen sind schon angelegt, teilweise auch schon gewidmet. Aber warum geht es nicht weiter westlich der Emschertal Grundschule? „Dass es hier nicht weitergeht, sorgt in der Sölder Bürgerschaft zunehmend für Irritationen“, sagt Jan Gravert, Fraktionssprecher der SPD in der Bezirksvertretung Aplerbeck.

Ein unvermutetes Fundament tauchte auf

Aber, was ist los in Sölde? Nach dem Bau zweier Häuser, sollte die Baugrube für ein drittes Eigenheim ausgehoben werden. Dabei stießen die Arbeiter aber auf ein Fundament, welches dort eigentlich nicht sein dürfte.

„Der Kauf wurde dann erst einmal rückabgewickelt und die Stadt Dortmund wird jetzt ein Bodengutachten machen lassen, um auszuschließen, dass auch an anderer Stelle Fundamente auftauchen“, sagt Stadt-Pressesprecher Michael Meinders.

Es habe im Vorfeld keinen Hinweis darauf gegeben, dass noch etwas im Boden sei, so Meinders. „Es ist erst aufgefallen, als das Grundstück veräußert wurde“, sagt Michael Meinders. Daher die Verzögerung bei der Bebauung. „Aber das Interesse an den Grundstücken ist nach wie vor hoch“, so der Stadt-Pressesprecher.

Auf der Fläche stand die ehemalige Sölder Hauptschule

Aber, was stand denn überhaupt einmal auf der Fläche, woher können die Fundamente stammen? An der Stelle, wo die neuen Häuser entstehen sollen, stand einmal die Sölder Hauptschule, die später auch als Übergangswohnheim für geflüchtete Menschen genutzt wurde.

2007 wurde der Gebäudekomplex abgerissen und mit dem Abriss sollten eigentlich auch die Fundamente verschwunden sein.

Dies ist scheinbar nicht passiert. „Das Liegenschaftsamt konnte nicht mehr klären, warum das so ist“, sagt Michael Meinders. Jetzt muss also geprüft werden, ob die Grundstücke auch bebaubar sind – und dann geht es in die nächste Runde mit der Bebauung des Baugebietes an der Emschertal Grundschule.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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