Die Kirche St. Patrokli in Kirchhörde gehört auch mit zum Pastoralverbund im Dortmunder Süden. © Jörg Bauerfeld
Kirche in Corona-Zeiten

Gottesdienst trotz Lockdown: „Heilige Messe ist wichtig für die Menschen“

Der zweite Corona-Lockdown bedeutet für zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen das Aus. Für Gottesdienste gilt dies nicht. Vor allem die katholischen Gemeinden halten daran fest. Warum?

Der Dortmunder Süden ist gespalten in Sachen Gottesdienste. Bei den beiden größten Konfessionen, der katholischen Kirche und der evangelischen Kirche herrscht Uneinigkeit. Hat die evangelische Kirche ihre Gottesdienste bislang wegen des Corona-Lockdowns abgesagt, können die katholischen Bürger weiterhin die heilige Messe besuchen.

Gottesdienste werden durch Ehrenamtliche organisiert

Aber, warum ist das so? „Wir feiern die Gottesdienste, sofern unsere Ehrenamtlichen es schaffen, einen Gottesdienst zu organisieren“, sagt Pfarrer Christian Conrad, Leiter des Pastoralverbundes in Hombruch. Sechs Gemeinden gehören zu dem Verbund. Sechs Gemeinden, in denen auch weiterhin Gottesdienste gefeiert werden.

Solange die Organisation durch ehrenamtliche Mitglieder möglich sei, würden die Gottesdienste auch weiter angeboten. „Das klappt in der Regel immer, es gab bisher nur einen Gottesdienst, bei dem dies nicht möglich war“, sagt Pfarrer Conrad.

Pfarrer Christian Conrad in „seiner“ Kirche an der Deutsch-Luxemburger-Straße: Er betont, dass die Messfeier für viele Gläubige wichtig sei.
Pfarrer Christian Conrad in „seiner“ Kirche an der Deutsch-Luxemburger-Straße: Er betont, dass die Messfeier für viele Gläubige wichtig sei. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Die Zahl der Besucher bei den Gottesdiensten sei zwar völlig eingebrochen, aber es gebe immer noch Menschen, denen der Besuch in der Kirche und vor allem die heilige Messe sehr wichtig sei. Unter der Woche würden zwischen 8 und 15 Leute die Gottesdienste im Verbund besuchen. Am Wochenende kämen 20 bis 50 Besucher.

„Es muss ja auch einen Grund geben, warum die Politik kein Verbot der Gottesdienste ausgesprochen hat“, erklärt Christian Conrad.

Aber der öffentliche Druck auf die Menschen bewirke schon, dass sich viele scheuen würden, in die Kirche zu kommen. Kritik wurde von vielen Seiten laut. Ganz nach dem Motto: „Alles ist dicht, selbst die Schulen, aber die Menschen katholischen Glaubens rennen in die Kirche.“ Warum wird daran festgehalten?

Ein Mensch brauche auch das Seelische

„Wissen Sie“, sagt Pfarrer Conrad, „wenn wir sagen, der Mensch besteht aus Leib und Seele, dann brauch er nicht nur das Essen, das er sich an einer Fleischtheke holt, wo er dicht an dicht steht, sondern er braucht auch das Seelische.“

Es seien viele Menschen durchaus gebeutelt. Es geht auch um die Einsamkeit. „Der gesetzliche Rahmen ist eben so, dass wir dürfen“, sagt Christian Conrad. „Der Staat lässt es zu. Daher muss doch die Kirche nicht begründen, warum wir Gottesdienste durchführen.“

Er könne auch nicht sagen, warum der Staat auf der einen Seite Sachen verbieten würden, die ebenso ein gutes Hygienekonzept anbieten, wie die Kirchen bei Gottesdiensten.

Der Besuch der Messfeier sei enorm wichtig

„Für die Katholiken, die zurzeit in die Kirche kommen, ist der Besuch der Messfeier enorm wichtig“, sagt Pfarrer Conrad. Es sei schrecklich, unter diesen Rahmenbedingungen Gottesdienste abzuhalten, aber für die Gläubigen habe dies einen enorm hohen Wert.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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