Hier kommt im Moment keiner drüber – zumindest theoretisch. Immer wieder versuchen Fußgänger, die Baustelle über die Gleise zu umgehen. © Jörg Bauerfeld
Zwischen Dortmund und Witten

Gesperrter Bahnübergang: Anwohner nehmen gefährlichen Weg über die Schienen

Ein gesperrter Bahnübergang bereitet Anwohnern in Dortmund-Kruckel und im benachbarten Witten-Rüdinghausen große Sorgen. Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab.

Es ist eine Lebensader, die plötzlich gekappt wurde: der Bahnübergang an der Menglinghauser Straße, der praktisch die Grenze zwischen Dortmund und Witten bildet. Die Bahn baut die ganze Sache um. Ein Projekt, das sich vermutlich bis Ende Juni 2021 ziehen wird.

Seit dem 6. April ist der Übergang gesperrt. Nichts kommt von der einen Seite auf die andere.

Kein Auto, kein Fahrrad und auch kein Fußgänger. Eine Umleitung ist eingerichtet – für die Autos. Für die Fußgänger gibt es nicht viel, denn im öffentlichen Nahverkehr fallen einzelne Linien weg.

Bauzäune sollen das Betreten der Schienen verhindern

Ein „Umgehen“ der Baustelle scheint vielen Bürgern zu zeitaufwendig zu sein. Sie versuchen immer wieder, über die Gleise von A nach B zu laufen und bringen sich damit in Lebensgefahr. Zwar hat die Deutsche Bahn im Bereich des Überganges schon Bauzäune aufgestellt, um ein Betreten der Gleise zu verhindern.

Ein Blick nach Witten. Hier haben viele Dortmunder ihren Hausarzt oder gehen dort zum Einkaufen. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Lücken scheinen die Menschen trotzdem zu finden, das bestätigt eine Anwohnerin. „Wir fühlen uns als Radfahrer und Fußgänger gar nicht richtig betreut“, sagt Brunhilde Pohl. „Ich habe selber gesehen, wie ein altes Ehepaar die Böschung heruntergegangen ist und die Bahngleise überquert hat.“

„Wir haben doch so viele alte Leute hier, die zu Fuß zu ihrem Arzt kommen wollen“, so Brunhilde Pohl. Und der Arzt hat seine Praxis oft auf der anderen Seite der Bahnlinie. Von Kruckel aus gesehen in Witten-Rüdinghausen.

Mit dem Auto geht es nur über einen weiten Umweg

Auch zum Einkaufen würde man auf die Wittener Seite gehen. „Wir haben dort schon viele Bauarbeiten erlebt und bis jetzt konnten wir immer die Bahngleise zu Fuß überqueren. Das ist jetzt nicht mehr möglich“, sagt Brunhilde Pohl. Sie selbst ist auch schon 80 Jahre alt, kann aber noch mit dem eigenen Auto fahren.

Die Stadt Dortmund hat ebenfalls Kenntnis über die Situation an der Menglinghauser Straße. Eine Anfrage unserer Redaktion vom 8. April blieb bis heute unbeantwortet. Ob sich etwas an der Baustelle ändern wird? In dem neuesten Flyer der Deutschen Bahn wird auf die Sorgen der Bürger nicht eingegangen.

Die Bahn geht in einem neuen Flyer nicht auf die Sorgen ein

Hier geht es lediglich um die Art der Arbeiten und eine vorübergehende Lärmbelästigung. Auch der kommunalen Politik sind die Hände gebunden.

Eine Lösung für das Dilemma, zumindest was das Überquerenden er Bahnlinie zu Fuß angeht, hat auch Bezirksbürgermeister Nils Berning nicht. Denn für die Sicherung der Baustelle und eine eventuellen fußläufige Querung ist die Deutsche Bahn zuständig.

Aber zumindest etwas hat sich getan. Bei einem Ortstermin mit der Deutschen Bahn und der DSW21, an dem auch der Hombrucher Bezirksbürgermeister teilnahm, kam heraus, dass es bald einen Shuttle-Bus-Service geben wird. Von Kruckel nach Rüdinghausen und zurück.

Dieser fährt von der einen Seite des Bahnübergangs zur anderen Seite des Bahnübergangs. Täglich in der Zeit von 7.30 bis 18 Uhr drei Fahrten pro Stunde. Er kann kostenlos von den Anliegern genutzt werden.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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