Hier hing einmal ein Fallrohr aus Kupfer. Diebe rissen es von der Kirchenwand. © Jörg Bauerfeld
Außergewöhnlicher Kriminalfall

Gemeinde bringt Kupferdieb in Sherlock-Holmes-Manier zur Strecke

Wenn einem ein Kupferdieb seit Jahren zusetzt, dann muss man irgendwann in die Trickkiste greifen. Das dachte sich auch die St. Ewaldi-Gemeinde und legte sich auf die Lauer – mit Erfolg.

Ludger Hojenski ist ein Mann der Tat und durchaus eine imposante Erscheinung. Die half dem Pfarrer der St. Ewaldi Gemeinde aber auch nicht weiter bei der Verhinderung zahlreicher Diebstähle an Kirche und Gemeindehaus im Ortskern von Aplerbeck. Seit mehr als zwei Jahren suchen immer wieder Täter die Gemeinde auf und stehlen Kupfer.

Fensterbänke waren aus dem Mauerwerk gerissen

Gestohlen wurden die Fallrohre und Fensterbänke an der Kirche. „Die Kupferfensterbänke im unteren Bereich der Kirche waren komplett herausgerissen“, erzählt Pfarrer Ludger Hojenski.

Selbst auf dem Kirchdach trieben die Diebe schon ihr Unwesen und versuchten, Teile der Dachverkleidung zu entwenden. Auch das Gemeindehaus, das sich gerade im Umbau befindet, wurde immer wieder heimgesucht.

Hier brachen die dreisten Diebe sogar ein und rissen Kupferrohre aus den Wänden. „Wir haben uns dermaßen geärgert, dass wir den Ärger kanalisieren mussten“, erklärt Ludger Hojenski. Zumal im benachbarten Gemeindehaus, das gerade saniert wird, die Kupferrohre der gerade installierten Heizungen herausgerissen wurden.

Das Gemeindehaus wird gerade saniert. Auch hier wurde mehrfach eingebrochen.
Das Gemeindehaus wird gerade saniert. Auch hier wurde mehrfach eingebrochen. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

„Auch der Elektriker hatte einige Kabel eingebüßt“, sagt Ludger Hojenski. Die Gemeinde hatte, wie man so schön sagt, den Kaffee auf. Aber wie den Tätern beikommen? Ganz im Stil von Sherlock Holmes und Dr. Watson hatten Pfarrer Ludger Hojenski und der Verwaltungsleiter der Gemeinde, Riccardo Krüger, die Idee, es einmal mit digitaler Technik zu versuchen.

Mehrere Kameras auf dem Gelände installiert

Genauer gesagt mit Wildkameras in Camouflage-Optik. „Die sind mit Bewegungsmeldern ausgestattet, die über Infrarot auslösen und ein Signal über eine App und per E-Mail auf die zu diesem Zweck programmierten Handys senden“, erklärt der Pfarrer.

Am Freitag (5.3.) wurden dann die Kameras in Stellung gebracht. Auf dem Außengelände, sodass die Kirche von verschiedenen Seiten im Blick ist, und dann noch zusätzliche am und im Gemeindehaus. Zuvor habe man natürlich die Sache mit dem Datenschutz abgeklärt, damit eventuelle Fotos auch von der Polizei verwendbar sind.

Pfarrer Ludger Hojenski wurde durch eine Nachricht auf dem Handy geweckt.
Pfarrer Ludger Hojenski wurde durch eine Nachricht auf dem Handy geweckt. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

„Ich habe die Kameras dann am Freitagabend scharf gemacht und habe die darauffolgenden Nächte doch ziemlich unruhig geschlafen“, sagt Ludger Hojenski. In der Nacht von Sonntag (7.3.) auf Montag (8.3.) ging der Täter dann in die Falle – um 3 Uhr morgens.

Alarmanlage an der benachbarten Schule ging los

„Auf meinem Handy tauchte ein Bild von einem Mann im Gemeindehaus auf“, erzählt Ludger Hojenski, der daraufhin sofort die Polizei alarmierte. Die war schnell vor Ort. Als die Beamten plus Hundeführer und Suchhund schon in das Gemeindehaus wollten, ging an der benachbarten Adolf-Schulte-Schule die Alarmanlage los.

Auf dem Gelände zwischen dem Schwimmbad am Diakon-Koch-Weg und der Schule ging der Polizei ein 48-jähriger Mann ins Netz. Der war der Polizei schon länger bekannt. Nachdem die Beamten die Umgebung abgesucht hatten, fanden sich noch Einbruchswerkzeuge und Kupferrohre.

Und zudem gibt es noch die Fotos der Wildkameras, um den Täter zu überführen. Die sollen ziemlich gut geworden sein. Lob gab es im Übrigen von der Polizei. Das Verhalten der Gemeinde sei vorbildlich gewesen, so Pressesprecher Peter Bandermann.

Hilfe beim Diebstahlschutz

Polizei informiert kostenlos

Die Beratungsstelle der Dortmunder Kriminalpolizei informiert kostenlos und unabhängig über mechanischen und digitalen Schutz vor Einbrechern. Kontakt für Terminvereinbarungen unter Tel. (0231) 132 79 50.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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Jörg Bauerfeld

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