Laut den neuen Eigentümern gibt es eine enorme Nachfrage nach den alten Schildern und der roten Laterne des ehemaligen Bordells. © Jörg Bauerfeld
Sündiges Baugebiet

Geheimnis gelüftet: Das kommt an die Stelle eines alten Bordells

Seit vier Wochen steht fest, dass das ehemalige Bordell im Dortmunder Süden verkauft ist. Das Haus aus dem Jahr 1908 soll abgerissen werden. Der Investor stellt jetzt die Neubaupläne vor.

Alles, was dem Neubauprojekt in Berghofen derzeit noch im Wege steht, ist eine Änderung des Bebauungsplanes. Das, was für andere Grundstücksinteressenten ein Hindernis darstellte, sieht Franco Spengler, Geschäftsführer der Grundstücksgesellschaft mbH sportlich.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir das hinbekommen werden“, sagt er. Ruhrgrund hat schon ein positives Beispiel für den Optimismus. 500 Meter weiter westlich an der Wittbräucker Straße ist die Bebauungsplanänderung nämlich auch gelungen. Die neuen Häuser stehen schon.

Die ehemalige Einlass-Luke, hinter der der Türsteher die Gäste sortierte.
Die ehemalige Einlass-Luke, hinter der der Türsteher die Gäste sortierte. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Aber zurück zum alten „Club-Hotel“, dem Bordell mit Geschichte. Wenn man sich das Umfeld des Gebäudes anschaut, wäre hier theoretisch vieles möglich – wohl auch ein richtiger Mehrfamilienklotz. Das aber hat das Team von Ruhrgrund in der Senke an der Wittbräucker Straße nicht vor.

Zwei Doppelhäuser mit großem Garten

Hier sollen zwei Doppelhäuser entstehen. Und was ganz beachtlich ist in der heutigen Zeit: mit relativ großem Garten. 450 bis 500 Quadratmeter groß sollen die Grundstücke jeweils werden. Die Häuser, ohne Keller, werden eine Wohnfläche von je circa 150 Quadratmetern bekommen. „Wir wissen noch nicht ganz genau, was die Häuser einmal kosten werden, aber wir rechnen mit um die 400.000 Euro“, sagt Franco Spengler.

So liegen die geplanten Doppelhäuser: Zwischen Häuser und Wittbräucker Straße wird es noch eine Privatstraße mit Lärmschutz geben.
So liegen die geplanten Doppelhäuser: Zwischen Häuser und Wittbräucker Straße wird es noch eine Privatstraße mit Lärmschutz geben. © Ruhrgrund © Ruhrgrund

Auch wird, wie von der Politik befürchtet, kein weiteres Land zugekauft. Allein die Fläche des alten Club-Hotels plus die dazugehörigen Parkplätze auf der Rückseite werden bebaut. Politiker aus allen Fraktionen der Bezirksvertretung in Aplerbeck sowie Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel und Verwaltungsstellenleiter Michael Rohde machten sich auf einem Ortstermin, zu dem die Ruhrgrund geladen hatte, ein Bild von den Plänen.

Bezirksvertreter unterstützen die Pläne

Und die bekamen die volle Unterstützung vonseiten der Aplerbecker Politik. Zum einen kam die Idee von der Bebauung mit Doppelhäusern gut an, zum anderen die Pläne mit den doch recht großen Gärten. An den Verkauf der Grundstücke geht es jedoch noch nicht. „Das werden wir erst machen, wenn wir eine gesicherte Situation haben, dass unsere Erwerber auch wissen, was dann passiert“, sagt Franco Spengler.

Große Gesprächsrunde hinter dem Club-Hotel: Die Ruhrgrund informiert die Aplerbecker Politik über die Baupläne an der Wittbräucker Straße.
Große Gesprächsrunde hinter dem Club-Hotel: Die Ruhrgrund informiert die Aplerbecker Politik über die Baupläne an der Wittbräucker Straße. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Überhaupt geht man bei Ruhrgrund recht optimistisch in die Planung. Zumal das Grundstück schon zweimal durch eine Zwangsversteigerung gegangen ist und einfach keinen Abnehmer fand.

„Das Grundstück war schon länger in unserem Fokus und aufgrund der erfolgreichen Entwicklung der Fläche ein paar hundert Meter weiter haben wir uns gesagt, wir nehmen uns der Fläche an“, sagt Florian Kwiatkowski (Ruhrgrund).

Und die Nachfrage scheint enorm. „Die Resonanz ist sehr groß, seitdem wir das Schild vor dem Gebäude aufgestellt haben, gibt es schon eine Vielzahl von Nachfragen“, sagt Florian Kwiatkowski.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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