Ein Loch im Asphalt und leere Scharnierlöcher an den Pfosten - „freie Fahrt" am Ellberg. Mal wieder - und so nicht vorgesehen. © Britta Linnhoff
Niederhofer Wald

Freie Fahrt statt Schranke – Unbekannte zerlegen Leitplanken im Wald

Die Straße Am Ellberg verbindet die Wittbräucker Straße mit der Straße Am Heisterbach. Für Autofahrer endet die Fahrt seit Jahren mitten im Wald. Das soll so sein - eigentlich.

Die Straße Am Ellberg schlängelt sich zwischen Wittbräucker Straße und Am Heisterbach durch den Niederhofer Wald. Sie war vor Jahren ein beliebter Schleichweg.

Bis die Hörder Bezirksvertretung dem vor Jahren ein Ende setzte mit einem Beschluss, die Straße abzuriegeln und damit für Autofahrer von beiden Seiten nur bis zum Parkplatz freie Fahrt zu gewähren.

Die Straße Am Ellberg ist für Autofahrer eine Sackgasse - eigentlich. Die Zufahrt ist von beiden Seiten jeweils nur bis zum Parkplatz im Wald möglich.
Die Straße Am Ellberg ist für Autofahrer eine Sackgasse – eigentlich. Die Zufahrt ist von beiden Seiten jeweils nur bis zum Parkplatz im Wald möglich. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Seitdem geht es nur noch bis zu einem Parkplatz im Wald. Dann ist Schluss. Es scheint so zu sein, dass das dem einen oder anderen nicht passt.

Norbert Driller ist regelmäßig dort mit seinem Mountainbike unterwegs und wundert sich: Schon mehrfach seien dort Schranken und andere Absperrungen wie Leitplanken quasi über Nacht verschwunden. Und sowas trage man auch nicht einfach so davon.

Das kann die 50-jährige Holzenerin, die regelmäßig und auch an diesem Mittag mit ihren Hunden im Wald unterwegs ist, nur bestätigen. „Erst waren zwei Poller da, dann gab es so eine Art Schlagbaum, dann jetzt eine feste Leitplanke. Und die ist nun auch seit wenigen Tag weg.“

Und auch sie wundert sich: Diese Absperrungen könne man doch nicht einfach so abbauen. „Da braucht es schon eine Flex, und die macht ordentlich Krach. Und man braucht Licht.“ Aber nachts sei ja hier keine Menschenseele.

Die erst vor wenigen Wochen installierte Leitplanke wurde ebenfalls herausgerissen und am Rande des Parkplatzes abgelegt.
Die erst vor wenigen Wochen installierte Leitplanke wurde ebenfalls herausgerissen und am Rande des Parkplatzes abgelegt. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Ihre Bekannte vom Höchsten, die ebenfalls gerade mit ihren zwei Hunden unterwegs ist, ist hier nicht täglich unterwegs. Sie habe, so sagt sie, im Laufe der Monate geglaubt, die Stadt könne sich vielleicht nicht entscheiden, welche Absperrung man hier haben wolle, und es habe deshalb hier immer wieder neue Arten von Absperrungen gegeben.

Tatsächlich gibt es im Moment gar keine Absperrung. Die zuletzt installierte feste Leitplanke ist zwar noch da, aber sie liegt neben der Straße – flach gelegt auf einer Seite des Parkplatzes.

Polizei hat inzwischen sieben Meldungen in den Akten

Stadt und Polizei wissen nur zu gut, wovon Mountainbiker Norbert Driller und die beiden Hundebesitzerinnen berichten. Die Polizei bestätigt auf Anfrage sieben Anzeigen wegen Sachbeschädigungen.

Das erste Mal bereits im vergangenen Jahr, im Juni 2019. Zum Teil hätten mehrere Monate zwischen den Vorfällen gelegen, teils auch nur wenige Tage oder Wochen.

Leitplanke soll in Kürze ersetzt werden

Die Stadt spricht von fünf Sachbeschädigungen allein in diesem Jahr. Die dort zunächst bestehenden Pfosten seinen immer wieder rausgenommen wurden, so Stadtsprecher Christian Schön.

Vor etwa vier Wochen erst sei die Leitplanke installiert worden. Aber auch diese sei nun abgeschraubt worden. Die Sperre werde jetzt kurzfristig erneuert. Wie man verhindern will, dass auch die bald wieder gewaltsam entfernt wird, darüber machte die Stadt keine Angaben.

Bisher keine Hinweise – Zeuge sollen Notruf wählen

Hinweise auf den oder die Täter gebe es bisher nicht, sagen Polizei und auch die Stadt. Polizeisprecherin Nina Kupferschmidt: „Wir bitten Zeugen, denen bei der Durchfahrt, beim Spaziergang oder bei anderen Gelegenheiten an dieser Stelle und im Umfeld verdächtige Personen oder Fahrzeuge auffallen, sich mit ihren Feststellungen direkt an die 110 zu wenden.“

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Britta Linnhoff

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