So sehen die Wände im Tunnel des Hörder Bahnhofs jetzt aus. Zu finden sind zahlreiche Hörder Motive. © Sylvia Witzig
Goodlack-Projekt

Farbe für den Hörder Bahnhof – Stadtteilgeschichte an den Wänden

Der „Hörder Bahnhof“ sorgt für meist negative Assoziationen: Es geht immer wieder um Kriminalität in der Umgebung – und um den schlechten Zustand des Bahnhofs. Da hat sich jetzt etwas getan.

Dreckig, beschmiert und bekritzelt: Es gibt Orte, die besser geeignet sind, um sich wohlzufühlen als der Hörder Bahnhof.

Die Deutsche Bahn hat dort nun aber die Tunnelwände mit attraktiven Bildern bemalen lassen. Sie zeigen markanten Punkte aus Hörde: die Thomasbirne, den Phoenix-See, den Hochofen auf Phoenix-West, die Hörder Burg und das Hörder Wappen.

„Zugeinfahrt
„Zugeinfahrt“ im Tunnel. © Sylvia Witzig © Sylvia Witzig

Die Bilder sollen den Aufenthalt für die Reisenden im Tunnel angenehmer gestalten. Die Bilder stammen von der Kölner Agentur „Goodlack“, Fassadenkunst aus Köln. Seit 2004 gestaltet das Unternehmen Fassaden, Wände, Garagen, Innenräume, Fahrzeuge, Leinwände und alles andere, was sich bemalen lässt. Goodlack besteht aus den Graffiti-Künstlern John Iven und Ron Voigt. John Iven freut sich sehr darüber, dass das Projekt bei den Hördern offensichtlich gut ankommt: „Schon als wir vor Ort gearbeitet haben, sind wir von vielen Menschen angesprochen worden“, berichtet der Kölner. Durch diese Bilder werde der Bahnhof, der doch immer wieder negative Schlagzeilen gemacht habe, aufgewertet, hätten die Menschen gesagt. „Da sieht man, dass Kunst etwas verändern kann, sagt Iven.

Auch die Thomasbirne ist zu sehen.
Auch die Thomasbirne ist zu sehen. © Sylvia Witzig © Sylvia Witzig

Neugestaltung ist nur der erste Schritt

Auch bei den Hörder Sozialdemokraten freute man sich über die Neugestaltung, auch wenn es sicher im Bahnhof noch mehr zu tun gebe. Dass der Hörder Bahnhof häufig in die Kritik gerate, weil er nicht sauber genug erscheine, habe mit dem Gewirr an Zuständigkeiten zu tun: Im Gebäude sei der Gebäudeinhaber, die Firma Pink Invest zuständig.

Das betreffe sowohl die Treppe, die vom Supermarkt zur Bahnhofstraße herunterführe, als auch den Eingangsbereich in den Bahntunnel bis zum Ende der Treppe. Ralf Neuhaus, Vorsitzender SPD Hörde-Nord: „Wir wünschen uns, dass die Firma Pink Invest den Eingangsbereich zum Tunnel besser reinigt und die Wände ähnlich wie die Bahn gestaltet.“

Ralf Neuhaus, Vorsitzender SPD Hörde-Nord, Bürgermeister Norbert Schilff, Werner Baschin, stellvertretender Vorsitzender SPD Hörde-Nord, freuen sich, dass die Wände nun ansprechend gestaltet sind.
Ralf Neuhaus, Vorsitzender SPD Hörde-Nord, Bürgermeister Norbert Schilff, Werner Baschin, stellvertretender Vorsitzender SPD Hörde-Nord, freuen sich, dass die Wände nun ansprechend gestaltet sind. © SPD © SPD

Im Tunnel und an den Bahnsteigen sei die DB Station&Service AG zuständig. Sie reinige den Bereich vier Mal in der Woche. Zusätzlich lasse die DB Station&Service AG die Personenunterführung zwei Mal in der Woche vom Grobmüll und grober anhaftender Verschmutzung befreien. Einmal im Monat führe sie eine zusätzliche maschinelle Nassreinigung mit eine Hochdruckreiniger im Tunnel und an den Treppenaufgängen durch.

Vor dem Bahnhof auf der Hörder Bahnhofstrasse ist die Entsorgung Dortmund (EDG) zuständig. Nach Auskunft der EDG reinige man im Umfeld des Hörder Bahnhofs (Hörder Bahnhofstraße, Hörder Burgplatz, Hörder Burgstraße und Hörder Brückenstraße) sechs Mal wöchentlich (montags bis samstags). Die Reinigung umfasse auch die Leerung der Straßenpapierkörbe.

Phoenix-West in Schwarzgelb am Hörder Bahnhof
Phoenix-West in Schwarzgelb am Hörder Bahnhof © Ralf Neuhaus © Ralf Neuhaus

Hörder Bahnhof ist jetzt verschönert

Unternehmenssprecherin Petra Hartmann: „Wir reinigen im Rahmen der Präsensreinigung das Umfeld des Hörder Bahnhofs zusätzlich freitags, samstags und sonntags in der Zeit von 15 bis 19 Uhr. Diese Reinigung umfasst das Leeren der Straßenpapierkörbe und die Beseitigung von kleineren und mittleren Abfällen.“

Bei der Deutschen Bahn schlägt man mit diesem Projekt gleich mehrere Fliegen mit eine Klappe. Bahnsprecher Stefan Deffner: „Wir haben nicht nur den Hörder Bahnhof so verschönert, sondern noch weitere. Das Projekt wird vom Land gefördert; in diesem Fall“, so Deffner, „mit einer niedrigen fünfstelligen Summe.“

Die professionelle Wandgestaltung halte auch Sprayer davon ab, die Wand für ihre Zwecke zu nutzen. Da gebe es einen Ehrenkodex, sagt Stefan Deffner. Darüber hinaus seien die Bilder mit einer Art Schutzschicht versehen, durch die man mögliche Verunreinigungen schneller beseitigen kann.

Die Erfahrungen in anderen Städten zeigten, dass es so recht gut funktioniere. Die Wände blieben vergleichsweise sauber.

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Britta Linnhoff

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