Polizei-Ermittlung

Fahrer und Beifahrer nicht angeschnallt – aber das war nur der Anfang

Ohne Sicherheitsgurt unterwegs zu sein, ist eine schlechte Idee. Drei Insassen eines Pkw erfuhren das jetzt in Dortmund schmerzlich, auch ohne Unfall. Der Fahrer hatte einiges zu verbergen.
Mehrere Streifenwagen versperrten dem VW die Weiterfahrt. Fahrer und Beifahrer versuchten, zu Fuß zu flüchten. © Archiv

Der Fahrer und zwei Beifahrer eines VW-Passat sind am Mittwoch (3.2.) der Polizei aufgefallen, weil sie nicht angeschnallt waren. Das war gegen 17.15 Uhr auf der Nortkirchenstraße in Dortmund-Hörde.

„In solchen Fällen führt die Polizei gerne verkehrsdidaktische Gespräche, um auf Unfallrisiken und den Sinn von Sicherheitsgurten hinzuweisen“, erklärt Polizei-Pressesprecher Peter Bandermann. Bei diesem Einsatz ging es allerdings um noch viel mehr, wie sich herausstellte.

Alle drei Insassen versuchten zu flüchten

Um den Pkw anzuhalten, wendete der Streifenwagen – der Fahrer des Passats fürchtete offenbar eine Kontrolle, gab Vollgas und flüchtete mit hohem Tempo über die Straße Am Richterbusch. An der Elbinger Straße endete die Flucht: Ein zufällig entgegenkommender Pkw blockierte die Weiterfahrt.

Von hinten eilten inzwischen zwei Streifenwagen heran. Die drei Männer aus dem Passat saßen nun in der Klemme, hatten es aber immer noch eilig: Sie stiegen aus, ließen ihr Fluchtfahrzeug bei laufendem Motor zurück und wollten nun zu Fuß entkommen.

Die Polizei war jedoch schneller, alle drei Insassen wurden innerhalb weniger Sekunden festgehalten. Die beiden 41 und 51 Jahre alten Beifahrer bekommen Post, weil sie nicht angeschnallt waren und gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen haben. Sie konnten nach Identitätsfeststellung wieder gehen.

Eine lange Liste von Verstößen von

Bei dem 36-jährigen Fahrer des Passats ist die Liste der rechtlich relevanten Vorwürfe etwas länger. Erste Ermittlungen ergaben, dass er keine Fahrerlaubnis besitzt, unter Drogen-Einfluss am Steuer saß, der Passat nicht zugelassen und nicht versichert war und das Kennzeichen offenbar über Kleinanzeigen im Internet erworben wurde.

Tüv- und Zulassungssiegel wurden von einem anderen Kennzeichen abgeknibbelt und für das Kennzeichen zurechtgebastelt.

Der Dortmunder gab an, dass er den VW, dessen Herkunft ebenfalls nicht eindeutig geklärt ist, nur für eine kurze Strecke habe bewegen wollen. Da sei es in Ordnung, selbst hergestellte Kfz-Siegel zu verwenden.

Ein Arzt nahm dem Mann in einer Polizeiwache eine Blutprobe ab. Die Ermittlungen wegen der diversen Verstöße laufen.

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