Am Bahnhof in Hörde fällt Anwohnern, Pendlern und Menschen, die hier einkaufen, ein eher unsauberes Umfeld auf. © Alexandra Wachelau
Bahnhof Hörde

Ekel am Hörder Bahnhof: Kunde weigert sich, den Aufzug zum Rewe zu benutzen

An der Hörder Bahnhofsstraße werden derzeit zusätzliche Reinigungen der EDG vorgenommen. Doch ob das ausreicht? Ein Kunde des Rewe-Marktes am Bahnhof hat noch weitere Kritikpunkte.

Der Bahnhof in Hörde fällt vielen negativ ins Auge – seien es Pendler, Anwohner oder Menschen, die nur hier einkaufen. Er wurde bereits als Angstraum betitelt, zuletzt brachte der gewaltsame Mord von Daniel S. das Bahnhofsumfeld in die Schlagzeilen.

Grund genug, sich hier nicht allzu wohl zu fühlen. Allerdings gibt es noch ein Thema, das schon seit Jahren die Gemüter in Hörde erhitzt. Dabei scheint es auf den ersten Blick lapidar: Der Bahnhof ist schmutzig. Schon oft gab es einen runden Tisch zum Bahnhof, das Stichwort Sauberkeit war dabei immer ein großer Streitpunkt bei Politik, Eigentümern und Anwohnern.

Auf der freien Treppe, die die Hörder Bahnhofsstraße mit der Hörderbrückenstraße verbindet, liegt ebenfalls häufig Müll. Der Boden ist mit entsorgten Kaugummis gepflastert.
Auf der freien Treppe, die die Hörder Bahnhofsstraße mit der Hörderbrückenstraße verbindet, liegt ebenfalls häufig Müll. Der Boden ist mit entsorgten Kaugummis gepflastert. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Anwohner weigert sich inzwischen, am Bahnhof einzukaufen

„Nachdem wir letztlich die Nutzung des ungepflegten, teilweise sehr verschmutzen Personenaufzug zum Rewe verweigert haben (…), haben wir uns erfolgreich einer anderen sauberen Gegebenheit für unsere hygienisch-hochsensiblen Lebensmitteleinkäufe zugewandt“, so ein Anwohner aus Hörde, der anonym bleiben möchte.

Laut eigener Aussage nutzt er den Rewe am Bahnhof nun nicht mehr zum Einkaufen – zu groß sei der Ekel, den ihn und seine Familie vor Ort überkomme.

Auch die Freilufttreppe, die ebenfalls zum Supermarkt führt, sei oft „besonders auffällig verschmutzt“ kritisiert der Anwohner weiter. Vor allem Essenspapier und Verpackungen seien vor Ort zu finden. „Teilweise werden die auch noch von der Brüstung heruntergeworfen.“

Das Parkhaus steht ebenfalls in der Kritik. Vor Ort zeigt bietet sich kein sehr einladener Eindruck, doch zumindest Müll ist hier nicht zu sehen.
Das Parkhaus steht ebenfalls in der Kritik. Vor Ort zeigt bietet sich kein sehr einladener Eindruck, doch zumindest Müll ist hier nicht zu sehen. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Das Parkhaus des Supermarktes sei ebenfalls von dieser Vermüllung betroffen. Der Anwohner aus Hörde fordert mehr Kontrollen und Reinigungseinsätze, auch der Politik habe er seine Beobachtungen mitgeteilt.

Inzwischen gibt es noch mehr Reinigungstouren der EDG

Die SPD-Fraktion hat dabei vor wenigen Wochen verkündet, dass die Hörder Bahnhofsstraße nun häufiger gesäubert wird: Zusätzlich zur Reinigung am Vormittag wird auch am Freitag-, Samstag- und Sonntagsnachmittag ein Reinigungswagen der EDG an der Hörder Bahnhofsstraße entlangfahren.

Dabei werden auch der Gehweg und die Haltestellen vor dem Bahnhof gesäubert. Am liebsten wäre Ratsvertreterin Dr. Heidemarie Lyding-Lichterfeld (SPD), dass die EDG auch den Tunnel, die Treppe und das Parkhaus reinigt. Doch „die drei Zuständigen unter einen Hut zu bekommen, ist ein Balanceakt“, so die Ratsvertreterin.

Der Tunnel, der zu den Gleisen führt, ist mit verschiedenen Graffiti verziert worden. Besonders sauber sieht es auch hier nicht aus.
Der Tunnel, der zu den Gleisen führt, ist mit verschiedenen Graffiti verziert worden. Besonders sauber sieht es auch hier nicht aus. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Die Krux: Die Zuständigkeiten für den Bahnhofskomplex ist dreigeteilt. Teils ist die deutschen Bahn, teils die Stadt Dortmund und an anderer Stelle wieder die Pink Invest GmbH für einzelne Gebäudeelemente zuständig.

Zumindest der Städtische Bereich liegt an der Hörder Bahnhofsstraße und damit im Reinigungsplan der EDG. Die an der Straße angrenzenden Händler seien dazu angehalten, regelmäßig das Verkaufsumfeld auf Müll zu kontrollieren. Das klappe laut Heidemarie Lyding-Lichterfeld auch recht gut – dennoch sagt sie, dass auch die Politik zahlreiche Beschwerden und Hinweise zum Bahnhof erhalte.

Nach eigener Aussage schon seit 2012, das Jahr, in dem das Bahnhofsgebäude in Betrieb genommen wurde. Das sei auch der Grund für den verstärkten Einsatz des Reinigungswagens der EDG.

Eine intensive Grundreinigung sei auch im Gespräch gewesen. Jedoch sind die vor Ort auffallenden Kaugummi-Reste nur mit hohem Aufwand zu entfernen: „Da reden wir bei einem Quadratmeter von über 10.000 Euro Kostenaufwand“, so Lyding-Lichterfeld. Außerdem würden danach anstelle der Kaugummis immer noch weiße Flecken auf dem Boden bestehen bleiben.

Pink Invest: Der Bahnhof ist einer der meistfrequentierten

Martin Steinfort vom Gebäudeinhaber Pink Invest betont, dass man sich mit der Bahn abgesprochen habe, was den Reinigungsplan angeht: „Der Durchgang zu den Gleisen wird von uns dreimal die Woche gereinigt, die Deutsche Bahn ist da fünfmal die Woche am Werk“, so Steinfort.

Er sei sich dessen bewusst, dass es am Hörder Bahnhof häufig unsauber zugeht. Allerdings sei dies tagesabhängig. Steinfort weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass der Bahnhof Hörde einer der meistfrequentierten Bahnhöfe sei.

„Da, wo viele Menschen sind, fällt leider Gottes auch Müll an. Das ist in dem Rahmen auch normal“, sagt er. Auch die Stadt Dortmund weist im Internet darauf hin, dass die Hörder Bahnhofstraße zu Dortmunds größtem Busknotenpunkt gehört.

Ein unangenehmer Geruch liegt in der Luft, sobald am Bahnhof der Gehweg verlassen wird. Laut Heidemarie Lyding-Lichterfeld (SPD) sei bei der Politik eine zusätzliche öffentliche Toilette im Gespräch – vielleicht sorgt das für mehr Sauberkeit am Bahnhof.
Ein unangenehmer Geruch liegt in der Luft, sobald am Bahnhof der Gehweg verlassen wird. Laut Heidemarie Lyding-Lichterfeld (SPD) sei bei der Politik eine zusätzliche öffentliche Toilette im Gespräch – vielleicht sorgt das für mehr Sauberkeit am Bahnhof. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Graffitis kommen der deutschen Bahn teuer zu stehen

Die Deutsche Bahn bestätigt, den Durchgang zu den Gleisen fünf Tage in der Woche zu reinigen. Mehr Probleme habe das Unternehmen dabei mit Graffiti: „Allein im Jahr 2019 haben wir rund 3,6 Millionen Euro in die Beseitigung von Vandalismus- und Graffitischäden an den Bahnhöfen in NRW investiert – Geld, das wir lieber für unsere Kunden einsetzen würden“, so ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Auch am Hörder Bahnhof habe die Bahn, so der Unternehmenssprecher, immer wieder mit Sachbeschädigungen oder Schmierereien zu kämpfen. „Die Schmierereien waren teilweise so massiv und großflächig, so dass die Unterführung komplett neu gestrichen werden musste“, so der Pressesprecher.

Kleinere Schmierereien würden nicht direkt erfasst, jedoch das „Erscheinungsbild des Bahnhofs negativ beeinflussen“. Weil die Beschädigungen immer weiter gestiegen sind, habe die Bahn in Hörde mehr Mitarbeiter der DB-Sicherheit eingesetzt.

Die Deutsche Bahn weist bei der Thematik auf die zuständige „3-S-Zentrale“ (Service, Sicherheit, Sauberkeit) in Dortmund hin, die unter Tel. (0231) 729 10 55 erreichbar ist.

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