Silvia Hollmann-Schiek steht in ihrem Büro in der Bezirksverwaltungsstelle in Hombruch. © Jörg Bauerfeld
Menschen in Dortmund

Eine Weltklasse Sportlerin und Hombruchs gute Seele geht in den Ruhestand

Ihr 40-jähriges Dienstjubiläum bei der Stadt Dortmund feierte sie im November 2020. Im Februar 2021 geht die Verwaltungsstellenleiterin offiziell in den Ruhestand. Ein Stadtbezirk sagt Dankeschön.

Es war einmal ein Mädchen vom Lande. So könnte der Rückblick auf die sportliche und berufliche Karriere von Silvia Hollmann-Schiek durchaus beginnen. Die Geschichte einer Frau, die im Sport und im Beruf immer alles gegeben hat und die sich in den letzten 19 Jahren um „ihren“ Stadtbezirk Hombruch mit Herz und Verstand gekümmert hat.

Dabei war die öffentliche Beachtung durchaus unterschiedlich. Als Silvia Hollmann war sie der umjubelte Sport-Star, der 1987 bei den Europameisterschaften über die 400 Meter Hürden die Silbermedaille für Deutschland gewann. Die schwarzrotgoldenen Farben vertrat sie auch bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal über dieselbe Strecke.

Eines ihrer Lieblingsfotos zeigt Silvia Hollmann-Schiek mit Hans Semmler (links) und Ulrich Steinmann (rechts).
Eines ihrer Lieblingsfotos zeigt Silvia Hollmann-Schiek mit Hans Semmler (links) und Ulrich Steinmann (rechts). © Otworowski (Archiv) © Otworowski (Archiv)

In ihrer Tätigkeit als Verwaltungsstellenleiterin in Hombruch, war sie eher die Person, die die Fäden im Hintergrund zog. Die aber trotzdem in dem südlichen Stadtbezirk bekannt war wie ein „bunter Hund“.

Das Büro in der Bezirksverwaltungsstelle ist schon fast leergeräumt. „Es ist nicht mehr viel da von mir“, sagt die scheidende Verwaltungsstellenleiterin. „Ich kann ja nicht alles am letzten Tag ausräumen.“ Der letzte Tag ist der Montag (18.1.). Dann ist Schluss nach 40 Jahren Tätigkeit bei der Stadt Dortmund und nach 19 Jahren als Verwaltungsstellenleiterin in Hombruch.

Blumensträuße stehen auf dem Schreibtisch

Auf dem Schreibtisch stehen schon Blumensträuße, es gab unzählige Anrufe. Die Menschen möchten Tschüss sagen und sich bedanken für fast zwei Jahrzehnte Arbeit mit Herz. Und der Abschied tut schon weh, das merkt man der 65-Jährigen an. Es sprudelt aus ihr nur so heraus, wenn sie über ihre Arbeit in Hombruch erzählt und über die Menschen, mit denen sie zusammenarbeiten durfte, die sie schätzen gelernt hat.

Hier ist Silvia Hollmann-Schiek bei einem Neujahrsempfang der CDU in Hombruch zu sehen.
Hier ist Silvia Hollmann-Schiek bei einem Neujahrsempfang der CDU in Hombruch zu sehen. © Archiv Ruhr Nachrichten © Archiv Ruhr Nachrichten

„Als Geschäftsführung so eine engagierte Bezirksvertretung zu unterstützen, das hat mir sehr, sehr viel Freude gemacht“, sagt Silvia Hollmann-Schiek. Denn man dürfe ja nicht vergessen, dass die BV-Mitglieder und auch der Bezirksbürgermeister alles Ehrenamtliche seien.

Klar sei die Stelle einer Verwaltungsstellenleiterin sehr viel Arbeit. „Aber auch, mich um die Verwaltungsstelle zu kümmern, die in meiner Zeit fast komplett renoviert wurde. Da war ich auch eine Zeitlang Bauleiterin“, so die 65-Jährige.

Es war wohl auch die Vielschichtigkeit im Beruf, die den Abschied wehmütig werden lässt. „Es waren ja das Stadtbezirksmarketing, die Politik und der Kontakt mit den Bürgern. Sie können den Bürgern helfen, Kollegen unterstützen“, sagt Hollmann-Schiek.

Gemeinsam anpacken für den Stadtbezirk Hombruch

Das gemeinsame Anpacken der Probleme mit den Bezirksbürgermeistern Ulrich Steinmann, Hans Semmler und zurzeit mit dem „Neuen“, Nils Berning. „Etwas für meinen Bezirk zu machen, das war schon etwas ganz Besonderes.“

Silvia Hollmann-Schiek hat sogar noch einen kleinen Werkzeugkoffer im Büro stehen, um auch mal die Heizung entlüften zu können oder eine Schraube festzudrehen. Eine Frau der Tat also, nicht nur in ihrer sportlichen Karriere. Als junge Frau kam sie vom VFL Platte Heide (bei ihrem Geburtsort Menden) zum OSC Dortmund. Über 400 Meter Hürden wurde sie eine ganz Große.

Mit 25 Jahren folgte ein Studium an der Fachhochschule und dann der Eintritt ins Berufsleben – bei der Stadt Dortmund. Aber nicht in einem normalen „Bürojob“, sondern immer in Aktion. „Ich habe immer sehr interessante Stellen gehabt“, sagt Silvia Hollmann-Schiek. Ob beim Sozialamt der Stadt Dortmund, beim Presseamt unter Gerd Kolbe, oder bei der Volkshochschule als Programmbereichsleiterin. 2002 ging es dann nach Hombruch.

Wegen Corona keine große Abschiedsfeier

Vermutlich wird es keine große Feier geben zum Abschied. Corona lässt es nicht zu. Aber die Kirchhörderin ist ja nicht weg, sie bleibt in ihrem Stadtbezirk und widmet sich jetzt vielleicht mehr ihren Hobbys. Natürlich dem Sport oder auch dem Kochen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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