Diese Wohnstraße im Dortmunder Süden ist so marode, dass die Stadt Dortmund jetzt eingreifen musste. © Jörg Bauerfeld
Verkehrssicherung

Dortmunds kaputteste Straße: Nach 30 Jahren rollen endlich Bagger zur Sanierung an

Wenn eine Straße über Jahrzehnte völlig in sich zusammenfällt, dann muss irgendwann etwas geschehen. In einer Wohnstraße im Dortmunder Süden rollen jetzt endlich die Bagger an.

Für die Anwohner war es ein großer Moment. Am Montag (21.6.) war es endlich soweit im Ortsteil Sölderholz. Im Auftrag des Tiefbauamtes der Stadt Dortmund rückte an der Tulpenstraße schweres Gerät an, um Schlimmeres zu verhindern. Denn das rund 600 Meter lange Straßenstück zwischen der Sölder Straße und der Sölder Waldstraße war in völliger Auflösung begriffen.

„Der Zustand der Straße war mittlerweile so schlimm geworden, dass Fußgänger sie nicht mehr gefahrlos passieren konnten“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. „Um größere Schäden zu vermeiden ist die Stadt jetzt tätig geworden.“

Links das schon abgefräste Stück, rechts noch die alte Fahrbahndecke der Tulpenstraße.
Links das schon abgefräste Stück, rechts noch die alte Fahrbahndecke der Tulpenstraße. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Rund drei Wochen soll die Maßnahme dauern. Abschnittsweise wird die obere Deckschicht der Straße, soweit noch vorhanden, abgefräst. Im Anschluss wird dann eine rund vier Zentimeter dicke Teerdecke aufgetragen. Rund 121.000 Euro wird die Maßnahme kosten, die zumindest fürs Erste die Tulpenstraße wieder in einen straßenähnlichen Zustand versetzt.

Die Sanierung ist schon seit Jahrzehnten im Gespräch

„Seit gut dreißig Jahren geht es schon um eine Sanierung der Straße“, sagt Jürgen Schädel. Immer wieder haben die Politik, aber auch Anwohner die Stadt Dortmund auf den katastrophalen Zustand der Tulpenstraße hingewiesen.

Sogar der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Ullrich Sierau, versprach 2013 beim Besuch einer Sitzung der Bezirksvertretung Aplerbeck, die Problematik aufzugreifen.

Erst 8 Jahre später folgt jetzt der Beginn der Sanierungsarbeiten. „Verkehrssicherungsmaßnahmen“ nennt die Stadt Dortmund die Arbeiten, die zurzeit laufen. Aber es ist noch nicht der schon lange geplante Ausbau der Verbindungsstraße im Dortmunder Süden. Der soll noch kommen. Die Frage ist nur, wann.

Zustand der Straße hängt auch mit einem Bebauungsplan zusammen

Denn der Grund für den jahrelangen Verfall der Tulpenstraße ist auch ein geplantes Baugebiet in diesem Bereich. AP162 heißt es und ist auch schon ein ewiges Streitthema. Bebaut werden soll ein Feld westlich der Tulpenstraße. Anwohner protestierten, die Pläne wurden mehrfach nachgebessert.

„Es hieß immer, dass ein Ausbau der Tulpenstraße erst nach der Bebauung erfolgen soll“, sagt Jürgen Schädel. 70 Wohneinheiten sind geplant. Der zukünftige Baugrund soll mittlerweile schon im Besitz der Stadt Dortmund sein. Der Rat der Stadt Dortmund wird sich, so Jürgen Schädel, im Zuge seiner Sitzung am Donnerstag (24.6.) auch noch einmal mit dem Thema befassen.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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