Die Husenerin Claudia Bellack (mittig) hat mehr als 200 Schutzmasken für den guten Zweck genäht. Katrin Lauterborn von der Wohnungsloseninitiative Gast-Haus e.V. und Julia Bockrath vom Frauenhaus Dortmund nahmen die Spenden in Hombruch entgegen. © Marc D. Wernicke
Modische Masken

Dortmunderin näht 230 Masken und hilft damit Frauenhaus und Gast-Haus

Mit ihrem Maskenverkauf in Hombruch hat die Husenerin Claudia Bellack mehr als 1000 Euro gesammelt. Nun kommt das Geld gleich zwei sozialen Einrichtungen zugute.

Nur wenige Menschen in Dortmund dürften in den vergangenen zwei Monaten so viel genäht haben wie die Husenerin Claudia Bellack. Ab April stellte die 53-Jährige in ihrer Freizeit modische Mund-Nasen-Masken zum Schutz gegen das Coronavirus her.

Damit diente sie jedoch nicht nur dem Schutz der allgemeinen Gesundheit. Zusätzlich kommt der Verkaufserlös der mehr als 200 verkauften Masken nun zwei sozialen Einrichtungen zugute.

„Nähen ist mein Hobby und nachdem ich während des Lockdowns Familie und Freunde mit Masken versorgt hatte, fragten mich immer mehr Bekannte, ob ich auch für sie eine Maske nähen würde“, erzählt Bellack.

230 Masken genäht und verkauft

Über das Hombrucher Geschenkartikelgeschäft Akzente Leonardo, in dem die Husenerin arbeitet, wurden weitere Masken für 5 Euro pro Stück zum Verkauf angeboten – und erfreuten sich binnen weniger Wochen großer Beliebtheit.

„Kurz nach der ersten Berichterstattung im Mai riefen bei uns so viele Interessierte an, dass im Geschäft das Telefon ausfiel“, freut sich Bellack. Insgesamt habe sie für die Aktion in Hombruch rund 230 Masken genäht und verkauft.

Maskenverkauf für Gast-Haus und Frauenhaus
Seit April waren die modischen Masken im Geschenkartikelgeschäft Akzente Leonardo in Hombruch erhältlich. © Marc D. Wernicke © Marc D. Wernicke

Diese gab es in zwei Varianten: Zum Auseinanderfalten oder mit einer eingebauten Wölbung. Neben dem praktischen Zweck umfasste das Angebot viele verschiedene Stoffmuster – von bunten Blumen bis hin zu maritimen Motiven.

„Allein am Muttertag habe ich zehn Stunden lang genäht“, erinnert sich Claudia Bellack. „Dafür bekam ich von meinem Sohn einen großen Eisbecher.“

Erlös geht an zwei soziale Einrichtungen

Durch den Verkauf der Masken konnte Claudia Bellack insgesamt 1176 Euro einnehmen, die sie am Montag (8. Juni) zu gleichen Anteilen an zwei soziale Einrichtungen in Dortmund übergab: Das Frauenhaus und die Wohnungsloseninitiative Gast-Haus in der Innenstadt.

„Spenden sind für uns immer wichtig. Wir bekommen Unterstützung von der Kommune und vom Land, um Personal- und Betriebskosten zu decken, aber für den Gesamtbetrieb sind wir darüber hinaus auf Geld- und Sachspenden angewiesen“, sagt Julia Bockrath vom Frauenhaus.

Schwere Zeiten für Bedürftige

Dort werde das Leid vieler Frauen in der Zeit des Lockdowns erst jetzt sichtbar. Das könnte etwa daran liegen, dass vielen Frauen die Flucht aus ihrem häuslichen Umfeld schwerer fiel, während Arbeitsplätze und Freizeiteinrichtungen geschlossen waren und sie so keine Gelegenheit hatten, unbemerkt Hilfe zu suchen.

Maskenverkauf für Gast-Haus und Frauenhaus
Mehr als 1100 Euro hat die Husenerin Claudia Bellack durch den Maskenverkauf für das Frauenhaus und das Gast-Haus gesammelt. © Marc D. Wernicke © Marc D. Wernicke

Auch für das Gast-Haus an der Rheinischen Straße kommt Claudia Bellacks Spende in Höhe von 588 Euro gelegen.

„Wir geben täglich Lunch-Pakete für 280 Gäste heraus, leisten medizinische Hilfe und betreiben ein Hygienezentrum, wo die Gäste auch ihre Schutzmasken waschen lassen können“, sagt die Geschäftsführerin Katrin Lauterborn.

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1988 in Dortmund geboren. Lokaljournalist seit 2010. Schreibt für die Ruhr Nachrichten seit 2014 über Hombruch, Hörde und Aplerbeck.
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