Um diese Freifläche sorgen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative. Sie halten andere Standorte für viel geeigneter. © Britta Linnhoff
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DEW21 findet „idealen Standort“ für ihr Umspannwerk: Politiker sind skeptisch

Im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen hat die DEW21 Pläne für das Umspannwerk vorgestellt. Die Politik hielt dagegen: Der Standort wurde schon einmal abgelehnt.

Die DEW21 will an der Gotthelfstraße am Rande von Hombruch ein neues Umspannwerk für das Stromnetz bauen – als Ersatz für die rund 50 Jahre alte Anlage am Batheyweg in Kirchhörde. Bei der Politik muss man dafür aber dicke Bretter bohren.

Der Ausbaubedarf ist eigentlich unstrittig. Man müsse die Leistung wegen des steigenden Bedarfs deutlich erhöhen, machte DEW-Technik-Chef Peter Flosbach am Mittwoch (3. 2.) im Ausschuss für Klimaschutz und Umwelt deutlich. Mehrbedarf entstehe etwa durch den Ausbau der Elektromobilität – auch beim DSW-Bus-Betriebshof in Brünninghausen. Auf der anderen Seite werde die Einspeisung durch Photovoltaik und Kraft-Wärme-Kopplung wachsen.

Standort an der Gotthelfstraße wurde von der Politik abgelehnt

Für den Ausbau hat DEW mehrere Alternativen geprüft – zum Beispiel eine Erweiterung an der Batheystraße, an der Hauptverteilerstation in Barop oder einen Neubau am DSW-Betriebshof in Brünninghausen. Generell gebe es dort aber Platzprobleme.

Als „idealen Standort“ hat man bei DEW aber die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche direkt unter der bestehenden 380 KV-Hochspannungsleitung an der Gotthelfstraße ausgemacht – nur wenige hundert Meter von der Batheystraße entfernt.

Dem Vortrag im Ausschuss folgte allerdings eine volle Breitseite der Politik. Man habe den Standort Gotthelfstraße im vergangenen Jahr im Ausschuss einstimmig abgelehnt, meldete sich CDU-Ratsherr Uwe Waßmann zu Wort. Grund dafür sei damals die Verärgerung über die mangelnden Kommunikationsbereitschaft von DEW21 gewesen.

Aber es gibt auch noch andere Bedenken. „Unser Problem ist, dass der Standort im Freiraum liegt. Wir haben den Eindruck, dass Alternativen bisher nur unzureichend betrachtet worden sind“, sagte Grünen-Ratsvertreter Uwe Tietz.

Anlage soll bis 2024 gebaut werden

Den Segen der Politik konnten die DEW-Vertreter deshalb (noch) nicht mitnehmen. Ganz wollen die Ratsvertreter die Tür aber noch nicht zuschlagen. Utz Kowalewski (Linke) und Carla Neumann-Lieven (SPD) schlugen neue interfraktionelle Gespräch im kleinen Kreis vor, um die Kuh vom Eis zu bekommen. „Wir haben verstanden, dass es dringend nötig ist, etwas zu tun“, sagte Carla-Neumann-Lieven.

Viel Zeit bleibt dafür nicht. Geplant sei, die neue Anlage bis 2024 zu bauen, teilten die DEW-Vertreter mit. Schon in diesem Jahr wird eine 1,6 Kilometer lange Kabelverbindung vom Batheyweg zum DSW-Betriebshof an der Stockumer Straße gebaut, um die Voraussetzung für die Stationierung von Elektro-Bussen zu schaffen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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