Freuen sich auf die Feier zum Jubiläum (v.l.): Christa-Maria Walberer (Vorstand, Organisation), Uwe Grotemeyer (Geschäftsführung), Matthias Krause (Geschäftsführung) und Martina Wiemer-Becker (Sozialdienst, Organisation). © Alexandra Wachelau
Pädagogisch-Soziales Zentrum

Deutschlandweit einzigartig: Das pädagogisch-soziale Zentrum feiert sein Jubiläum

Das pädagogisch-soziale Zentrum (PSZD) feiert seinen 50. Geburtstag. Nach dem langen Lockdown steht das neuntägige Programm des Zentrums. Es startet am 18. Juni (Freitag).

Das Pädagogisch-Soziale Zentrum Dortmund (PSZD) wird 50 Jahre alt – Grund genug für eine Feier. Dass diese in Corona-Zeiten überhaupt stattfinden kann, wird von Christa-Maria Walberer mit „großer Erleichterung“ wahrgenommen. Sie ist im Vorstand des PSZD und organisiert die Feierlichkeiten des Jubiläums schon seit Oktober 2019, wie sie berichtet.

Das PSZD an der Mergelteichstraße besteht aus einer Vielzahl an sozialen und therapeutischen Einrichtungen: Praxen, Senioren- und betreutes Wohnen, ein Pflegeheim, eine Waldorfschule, eine Förderschule und mehrere Betreuungseinrichtungen für Jung und Alt – um nur eine Auswahl zu nennen.

Sogar der erste Dortmunder Biomarkt – genannt „Treffpunkt Bio“ – ist auf dem Gelände angesiedelt. In Scharnhorst und auf Gut Königsmühle sind außerdem Mitgliedsvereine des PSZD, auch das Christopherus-Haus, das schon lange Behindertenwerkstätten führt, ist ein Mitgliedsverein.

Das Zentrum ist in ganz Deutschland einzigartig

Die Pandemie hat die Pläne für die einwöchige Jubiläumsfeier gehörig verkompliziert. Martina Wiemer-Becker ist am PSZD für den Sozialdienst zuständig und organisiert das Jubiläum zusammen mit Christa-Maria Walberer. „Wir haben noch nicht einmal vor einer Woche das Programm final umgestalten können“, sagt Martina Wiemer-Becker. Nicht mehr dabei seien leider die Schulen – hier darf das Gelände nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden.

Dabei wäre die Organisation auch ohne Pandemie ein Kraftakt gewesen: Über 600 Mitarbeiter sind in den Mitgliedsvereinen des PSZD beschäftigt, „mindestens, wenn man unsere Ehrenamtlichen nicht mitzählt. Das dürften wiederum über 40 sein“, so Martina Wiemer-Becker. Allein die Bibliothek im Haus werde rein ehrenamtlich geführt, genauso wie die Vorstandstätigkeit und zahlreiche Hilfeleistungen für jung und alt.

Der Bio-Markt liegt ziemlich versteckt an der Mergelteichstraße in einem Gebäudekomplex.
Der Bio-Markt liegt ziemlich versteckt an der Mergelteichstraße in einem Gebäudekomplex. © Susanne Riese © Susanne Riese

Rund 2000 Schüler, Senioren, Eltern und Mitarbeiter queren jeden Tag das riesige Gelände, das sich zwischen der Awo in Brünninghausen und der Zillestraße erstreckt – in ganz Deutschland gibt es kein vergleichbares Zentrum.

Der Verein wurde 1971 gegründet, wenig später stand der Grundstein

1971 wurde der Verein Pädagogisch-Soziales Zentrum Dortmund e.V. gegründet und nahm nach und nach die Gestalt an, in der das Zentrum heute ist. 1975 wurde der Grundstein an der Mergelteichstraße gelegt. „Das Gelände und die Gebäude haben in den Jahren einen enormen Wandel durchlaufen“, sagt Matthias Krause. Er teilt sich die Geschäftsführung mit Uwe Grotemeyer.

„Wir hatten in den vergangenen Jahren einen enormen Modernisierungs- und Sanierungsaufwand“, sagt Matthias Krause. Nicht nur aufgrund der reinen Instandhaltung: So bekamen die Schulen und Seniorenwohnungen schon frühzeitig ein eigenes Glasfaser-Netz, außerdem wurden mehrere Dächer mit Solaranlagen ausgestattet.

„Es geht dabei um Fürsorge“, sagt Matthias Krause, „dem speziellen Ort, aber auch Fürsorge dafür, das einst gewollte aufrechtzuerhalten.“ Es sei dabei anspruchsvoll, den verschiedenen Ansprüchen gerecht zu werden und „die Herausforderungen von Veränderungen anzunehmen und nachhaltig umzusetzen.“

Neun Tage voller Veranstaltungen

Der Verlauf der Feierlichkeiten wurde nun auf der Internetseite (www.pszd.de) veröffentlicht. Vom 18. Juni (Freitag) bis zum 26. Juni (Samstag) wird es endlich wieder voll in den Veranstaltungsräumen des PSZD. Highlight ist dabei der Festakt am Donnerstag (24.6.). Hier sind bereits alle Plätze belegt: Es wird eine Video-Ansprache von OB Thomas Westphal gezeigt. Politiker Gerald Häfner (Die Grünen) wird dabei die Festrede halten.

Eingeladen sind viele Persönlichkeiten, die an dem PSZD bis heute mitwirkten. Der erste Geschäftsführer, Dietrich Barteleit (88), ist einer der Ehrengäste.

Doch auch an den anderen Tagen gibt es ein großes Potpourri an Kultur-Veranstaltungen, beispielsweise Vorträge – unter anderem mit Miha Pogacnik und Philip Kovce –, Konzerte, Aufführungen sowie Musik- und Kunstangebote, vieles davon auch im Freien.

Generell gilt: Für Termine in einem geschlossenen Raum ist eine Anmeldung notwendig. Das geht bei Martina Wiemer-Becker (Tel. (0231) 710 73 41 oder mwiemer-becker@pszd.de) oder bei Monika Mencel (Tel. (0231) 710 73 84 oder mmencel@pszd.de).

Auch müssen die Besucher in dem Fall genesen, geimpft oder getestet sein. Teststationen gibt es auf dem Gelände einige, wie Christa-Maria Walberer betont – beispielsweise gegenüber dem Haupteingang an der Mergelteichstraße 47 in den Arztpraxen.

Festschrift erscheint im Herbst

Das gesamte Geschehen in der Woche wird dabei in einer Festschrift dokumentiert. Das rund 250 Seiten umfassende Buch soll neben der Darstellung der Mitgliedsvereine auch noch die Geschichte des PSZD im Detail aufzeigen und das Konzept des Zentrums erläuternd wiedergeben.

Im Herbst, kündigen Martina Wiemer-Becker und Christa-Maria Walberer an, wird das Buch voraussichtlich im Handel erhältlich sein.

Christa-Maria Walberer hofft auf gutes Wetter in der Jubiläums-Woche, da zahlreiche Veranstaltungen im Freien stattfinden: „Das wird für viele Menschen die erste richtige Veranstaltung seit dem Lockdown“, sagt sie. Vor allem für die Senioren und Kinder hofft sie, dass es nicht nur eine würdige Jubiläums-Feier, sondern auch für das kulturelle Geschehen am PSZD der Schritt aus dem Lockdown sein wird.

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