Als der Rüpingsbach zum Fluss wurde, gab es für das Wasser kein Halten mehr. © privat
Unwetter in Dortmund

Das Wasser kam in 30 Minuten: Keller abgesoffen, Straßen gesperrt

Reichen die Sicherheitsmechanismen? Innerhalb von wenigen Jahren gab es im Bereich des Rüpingsbaches nun das dritte verheerende Hochwasser. Anwohner sind verzweifelt – das Aufräumen beginnt.

Die Sonne scheint am Tag danach. Man mag es kaum glauben, dass an dem kleinen Bach in Menglinghausen vor wenigen Stunden noch das Chaos tobte. Keller liefen voll, Straßen wurden gesperrt, verzweifelte Anwohner kämpften gegen die Wassermassen, die durch jede Ritze in die Häuser drangen.

Ein Bach wird zum reißenden Fluss

Einmal durch den Rüpingsbach, der sich wegen des Unwetters in einen reißenden Fluss verwandelte. Und dann zusätzlich noch durch das steigende Grundwasser, das sich durch die Gullys und durch jede noch so kleine Öffnung in die Häuser drückte.

So sah die Straße gestern Abend aus, als der Rüpingsbach über die Ufer trat.
So sah die Straße gestern Abend aus, als der Rüpingsbach über die Ufer trat. © privat © privat

Einige der Garagen standen bis zur Decke unter Wasser. Autos, die darin standen, soffen regelrecht ab. Die kleine Straße „Am Spörkel“ verwandelte sich innerhalb von 30 Minuten in einen Fluss und überschwemmte alle tiefer gelegenen Häuser.

„Am Mittwochabend gegen 18.30 Uhr fing plötzlich an das Grundwasser so zu steigen, dass es durch die Wände kam“, sagt ein Anwohner, der am Bramkampsweg wohnt. Hier mussten die Menschen bis in den frühen Morgen mit dem Wasser kämpfen. „Wir haben Menschen-Ketten gebildet, dass wir das Wasser schneller aus den Kellern schöpfen konnten.“

Die kleine Straße Am Spörkel verwandelte sich plötzlich in einen Fluss.
Die kleine Straße Am Spörkel verwandelte sich plötzlich in einen Fluss. © privat © privat
Nach dem Wasser kam das Aufräumen –- und die Schäden begutachten.
Nach dem Wasser kam das Aufräumen –- und die Schäden begutachten. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Pumpen kamen zum Einsatz, einige liefen auch noch am Donnerstag (15.7.). Das Grundwasser und der Bach hätten sich in der Höhe angeglichen, so die Anwohner. Und je höher der Rüpingsbach stieg, desto mehr drückte das Grundwasser.

Wasser steigt fast drei Meter höher

Und der Bach stieg mächtig. An der Brücke „Am Spörkel“ ist ein Messplatz. Der Wasserstand war hier am Mittwochabend 3,50 Meter. „Das ist rund 2,80 Meter höher als normal“, erklärt ein Anwohner. Was die 2,80 Meter mehr bedeuteten mussten Anwohner leidlich erfahren. Garagen liefen so schnell voll, dass teilweise die Autos nicht mehr rechtzeitig herausgeholt werden konnten.

Der Rüpingsbach am Tag nach der großen Flut. Das Wasser ist erst einmal zurückgegangen.
Der Rüpingsbach am Tag nach der großen Flut. Das Wasser ist erst einmal zurückgegangen. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Jetzt hilft nur noch Aufräumen und auf die Versicherung hoffen. Am Donnerstagmittag war das Wasser wieder verschwunden. Der Rüpingsbach, immer noch reißend, hatte sich aber in sein Bett zurückgezogen.

Auf dem großen Grundstück hinter dem Hotel Lennhof stand das Wasser allerdings immer noch knöcheltief. Hier soll, so der Plan, gebaut werden.

Eine Bürgerinitiative wehrt sich dagegen und hat auch das Thema Grundwasser angesprochen. Verantwortliche auch vonseiten der Stadt sehen hier kein Problem. Aber das Wettereignis am Mittwoch (14.7.) hat gezeigt, dass es durchaus eins werden könnte.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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Jörg Bauerfeld

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