Unsere Bestellung: Burger, Pommes und Salat © Janis Büse
Liefer- und Abholdienst-Test

„Das Hoesch“ im Check: Imposante Burger zum feinen Salat

Im Lockdown bieten die Top-Restaurants aus Dortmund „Essen to go“ an – auch „Das Hoesch“ auf Phoenix-West. Funktioniert die neue Kult-Küche auch zuhause? Wir haben es getestet.

In den wenigen Wochen, in denen „Das Hoesch“ auf Phoenix-West Gäste bewirten durfte, war es schwer, dort einen Platz zu ergattern. Zumal davon unter Corona-Bedingungen weniger zur Verfügung standen als vorgesehen. Wer es also nicht geschafft hat, einen der umkämpften Tische zu ergattern, kann jetzt das Hoesch nach Hause holen. Besser als nichts.

Die abgespeckte To-go-Karte verzichtet zwar auf die Hauptgerichte mit Steak, Roastbeef, Fisch und Entenbrust sowie auf Desserts, die sogenannten Topping-Gerichte, Suppen und Burger bieten dennoch genug Auswahl für einen kultigen Abend.

Zwei Salatvarianten, zwei Nudelgerichte und drei Arten Risotto können mit verschiedenen Zugaben bestellt werden: Rinder- oder Hähnchenfilet-Streifen, Garnelen oder Lachs. Es gibt vier Burger, Schnitzel, Currywurst und Schaschlik, dazu verschiedene Soßen und Beilagen.

Die Bestellung

Die Bestellung funktioniert am einfachsten per E-Mail. Wir haben zuvor angerufen, um sicherzugehen, dass unsere Wunschliste auch ankommt und um abzuklären, ob das Hoesch auch in unseren Stadtteil liefert. Tut es.


Die Verpackung

Pünktlich zur Wunschzeit 19 Uhr stand der Hoesch-Bote mit der großen Styroporbox vor der Tür. Aus zwei Papiertüten packen wir zwei große und drei kleine helle Papp-Boxen aus. Alle sind beschriftet: Wildkräutersalat, Caesars Salad, Veggie-Burger, Chicken-Burger und Pommes.

Aus den Burger-Boxen ragen Holzspieße, die einmal komplett durch Verpackung und Inhalt gestochen sind. Ein guter Trick, so verrutschen die Schichten im Innern nicht und wir können die Burger in voller Pracht auf unsere Teller hieven. Dort sehen sie recht imposant aus.

Das Essen

Die Salate sind groß und mit kleinen Feinheiten wie Parmesan-Krustis und Brotchips dekoriert. Der frische Wildkräutersalat mit Tomate und kleinen Gurkenröllchen (8 Euro) überzeugt durch das feine, leicht süßliche Dressing.

Der Caesar Salad (9 Euro) ist eine große Portion Romana-Salat mit zwei krossen Bacon-Scheibchen, Brotchips, glasiertem Salatherzchen und reichlich Parmesan-Spänen und klassischem Caesars-Dressing mit deftiger Knoblauchnote. Zusammen mit einem Topping (4 bzw. 5 Euro) funktionieren die Salate auf jeden Fall auch als Hauptgericht.

Die Salate sind eigentlich ein Hauptgericht, zumal sie auch mit Fisch oder Fleisch bestellt werden können.
Die Salate sind eigentlich ein Hauptgericht, zumal sie auch mit Fisch oder Fleisch bestellt werden können. © Janis Büse © Janis Büse

Die pechschwarzen Burger sind nicht etwa verkokelt. Das Hoesch nutzt – in Anlehnung an die industrielle Vergangenheit des Standorts – dunkle Burger-Buns. Die Farbe herausschmecken konnten wir nicht, den Kontrast zu dem hellen Hühnchenfleisch, Käse, Gurke und den goldgelben Pommes macht etwas her.

Geschmeckt hat es aber auch, was an der stimmigen Zusammenstellung der einzelnen Schichten und den passenden Soßen liegt.

Der Veggie-Burger (11 Euro) arbeitet mit zwei bis drei dicken Reibekuchen, dazu Apfel, Ruccola, leicht schmelzender Cheddar-Käse, Essiggurke und Honig-Senf-Soße. Bei der Chicken-Variante (8 Euro) schlummert saftige Hähnchenbrust zwischen den Brioche-Hälften, ergänzt durch Gurke, Tomate, Feldsalat und ebenfalls Honig-Senf-Soße.

Eine Erwähnung habe auch die Pommes Frites (2 Euro) verdient: In der Pappbox wurden sie tatsächlich nicht pledderig, sondern blieben fest und lecker.


Die Preise

Für die gesamte Bestellung haben wir 38 Euro bezahlt. Für unter 40 Euro bekommen wir ein üppiges und leckeres Essen für zwei Personen. Wobei wir aus Neugier mehr bestellt haben, als nötig gewesen wäre. Zu den fetten Burgern hätte ein Beilagen-Salat für 3 Euro völlig ausgereicht.

Fazit

Wer im Lockdown bei einem Restaurant bestellt, der möchte kein Essen auf Rädern. Er möchte nicht Gerichte, die er selbst regelmäßig kocht, sondern etwas Besonderes. Da lagen wir mit unserer Bestellung beim Hoesch komplett richtig. Die üppigen Edel-Burger sind nichts für jeden Tag, aber genau das macht ja auch das Gastronomie-Feeling aus.

Dazu gehören auch die kleinen Details, die häufig beim To-go-Essen zu kurz kommen: feine rote Sprossenfäden auf dem Salatherz, Schlangengurkenröllchen statt einfacher Scheiben, eine Deko aus Parmesangitter und Sesamkörner auf dem dunklen Burger. Alle Gerichte sahen schon in der Schachtel sehr appetitlich aus.

So schlummern die Gerichte in ihren Transportschachteln.
So schlummern die Gerichte in ihren Transportschachteln. © Janis Büse © Janis Büse

Zu unserer Auswahl sind Risotto und feine Suppen wie Thai-Curry Kokos oder Steinpilz eine Alternative, und die Salate bieten dank der Topping-Auswahl Lachs, Garnelen, Rind und Hühnchen viele kalorienärmere Kombi-Möglichkeiten.

Besonders gut gefällt uns auch, dass wir die Verpackung komplett im Altpapier entsorgen können. Und das Essen kam trotz Kunststoff- und Alu-Verzicht warm bei uns an.

Netzstimmen

Auf Tripadvisor erhält Das Hoesch fünf von fünf Punkten, allerdings gibt es dort erst 21 Bewertungen; 19 davon entfallen auf „ausgezeichnet“, je eine auf „sehr gut“ und „befriedigend“.

Info

So funktioniert der Liefer- und Abholdienst-Check

Wir bestellen ohne Vorankündigung als ganz normale Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die die verschiedenen Möglichkeiten, sich mit gutem Essen zu versorgen, ausprobieren möchten. Wir beschreiben Service und Essen so, wie wir es auch unseren Freunden gegenüber tun würden. Mit Schwächen und Stärken. Ehrlich.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese

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