In liebevoller Handarbeit hat Monika Stordeur die Inneneinrichtung des Modellhauses übernommen. Alles in dem Miniaturzimmer wurde aus Papier und Pappe gefertigt. © Monika Stordeur
Modellbau

Corona-Langeweile: Das Ehepaar Stordeur hat dagegen sein ganz eigenes Mittel

Monika und Günther Stordeur haben ein besonderes Hobby, um sich von der Corona-Pandemie abzulenken: Beide bauen Modellhäuser und -zimmer. Und dabei lernen sie sogar Fremdsprachen.

Monika und Günther Stordeur sind schon länger in Rente. Doch sogar in Corona-Zeiten wird beiden die Zeit nicht lang, im Gegenteil: Sie haben sich dem Modellbau verschrieben. Jetzt, im zweiten Lockdown, hat Monika Stordeur zwei Modellzimmer gebaut.

In liebevoller Kleinstarbeit fertigt die 79-Jährige Türen, Kommoden und Tische aus Papier und Pappe – nicht mithilfe von Bausätzen, sondern nach eigenen Ideen oder Bastelanleitungen aus dem Internet.

Teppiche und Stühle werden mit Nähgarn bestickt, sogar die Wände der Miniaturwohnung wurden von ihr tapeziert.

Für ein Modellzimmer, so schätzt Monika Stordeur, braucht sie ungefähr zwei Wochen.
Für ein Modellzimmer, so schätzt Monika Stordeur, braucht sie ungefähr zwei Wochen. © Monika Stordeur © Monika Stordeur

„Mir wird die Zeit nie lang, wenn ich das mache. Ich verspüre dabei wirklich keine Langeweile“, sagt Monika Stordeur. Schon ihr ganzes Leben war die kreative Arbeit ihr liebstes Hobby. Als sie noch dem Beruf der Buchhalterin nachging, war es zudem ein beruflicher Ausgleich.

Das Cembalo hat Stordeur freihändig nach historischen Bildern erstellt. Die Puppen im Haus wurden ihr geschenkt.
Das Cembalo hat Stordeur freihändig nach historischen Bildern erstellt. Die Puppen im Haus wurden ihr geschenkt. © Monika Stordeur © Monika Stordeur

Innenausstattung, Elektronik und gerade Wände

Früher beschränkte sich das Hobby der 79-Jährigen dabei eher auf das Sticken und Häkeln, wie sie sagt. Inzwischen ist sie auf Modelle umgestiegen. Manche bestellt sie nach Vorlage im Internet, andere erstellt sie selbst.

Ihr Mann ist ihr dabei eine große Hilfe: „Wenn ich die Häuschen selbst errichten würde, wären es Hexenhäuschen – krumm und schief“, sagt Monika Stordeur und lacht. Auch die Elektronik für kleine Lampen verlegt ihr Mann.

Auch eine Küche ist in den letzten Wochen des Lockdowns entstanden.
Auch eine Küche ist in den letzten Wochen des Lockdowns entstanden. © Monika Stordeur © Monika Stordeur

Jetzt, im Lockdown, können die Stordeurs diesem Hobby ohne Unterbrechung nachgehen. Die beiden sind sich dabei durchaus bewusst, dass die jetzigen Zeiten wenig andere Zerstreuungen bieten können: „Wir sind altersbedingt schon in der Risikogruppe und haben die Kontakte stark reduziert. Wir gehen auch nur noch einmal in der Woche einkaufen“, sagt Monika Stordeur.

Für die architektonischen Feinheiten und die Elektronik ist Günther Stordeur zuständig.
Für die architektonischen Feinheiten und die Elektronik ist Günther Stordeur zuständig. © Monika Stordeur © Monika Stordeur

Bei diesen Einkäufen hält sie stets die Augen offen, um geeignetes Bastelmaterial für ihre Modelle zu finden. Für die Badewanne im Badezimmer hat sie eine Käseschachtel verwendet. Auch sonst ist die 79-Jährige offen für Resteverwertung: Aus verbogenen Plastiklöffeln stellt sie Blüten her, aus Kaffee-Kapseln kreiert sie Girlanden.

Die Anleitungen für die einzelnen Gegenstände findet Monika Stordeur im Internet. Dabei lernt sie nebenbei englisch und spanisch.
Die Anleitungen für die einzelnen Gegenstände findet Monika Stordeur, wenn sie sie sich nicht selbst ausdenkt, im Internet. Dabei lernt sie nebenbei Englisch und Spanisch. © Monika Stordeur © Monika Stordeur

Die Ergebnisse werden verschenkt

Für die im Lockdown entstandenen Zimmer habe sie zwei Wochen gebraucht. Für die Anleitungen der einzelnen Module lerne sie dabei sogar ganz nebenbei Fremdsprachen: „Viele Anleitungen, die ich im Internet finde, sind auf Englisch oder Spanisch, manche auf Französisch“, sagt sie.

Dabei geht es Monika Stordeur gar nicht darum, besonders viele Puppenhäuser, Modellzimmer oder Girlanden zu besitzen. „Mir geht es vor allem ums Bauen“, sagt sie, „die meisten Modelle habe ich schon wieder verschenkt. Aber vielleicht regt mein Hobby ja auch andere zum Basteln an und bringt ihnen Freude in der Corona-Zeit.“

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