Thomas Westphal wird den von Ullrich Sierau (l.) ins Leben gerufene Bürgerdialog weiterführen. © Alexandra Wachelau
6. Bürgerdialog Phoenix-See

Bürgerdialog Phoenix-See: Ein Streitthema dominiert den Abend

OB Ullrich Sierau kam das letzte Mal zum Bürgerdialog Phoenix-See, denn sein Nachfolger Thomas Westphal wird dieses Angebot weiterführen. Ein Thema war den Bürgern besonders wichtig.

Von fehlenden Toiletten über Wasserspiele bis zur Tull-Villa: Der Phoenix-See sorgt für bleibenden Gesprächsstoff. Zum ersten Mal in diesem Jahr konnten Dortmunder Bürger und Anwohner des Phoenix-Sees wieder vor Ort Fragen stellen, Ideen äußern oder Verbesserungen fordern.

Beim sechsten Bürgerdialog Phoenix-See im Schalthaus 101 wurde dabei erneut festgestellt, wie wichtig der Dialog für die Anwohner ist. Der scheidende Oberbürgermeister (OB) Ullrich Sierau – Initiator des Bürgerdialogs – gab dabei auch dieses Amt an seinen Nachfolger Thomas Westphal ab.

Dieser musste sich zwischenzeitlich eine Jacke holen: Zwar war das Schalthaus gut durchlüftet und damit Corona-konform, beheizt waren die Räumlichkeiten dagegen nicht.

Rund 50 Gäste ließen sich dennoch nicht davon abhalten, die Veranstaltung zu besuchen – dabei wurde der Dialog zum ersten Mal auch live im Internet übertragen. Das waren die am meisten diskutierten Themen.

Vor Ort wurde ein Thema besonders häufig angesprochen

E-Scooter: „Warum kann man bei E-Scootern nicht die Geschwindigkeit begrenzen?“, „Warum verbieten sie die E-Scooter nicht einfach?“, „Das liegt den Leuten am Herzen, der Lärm ist nachts einfach da“ – sowohl digital als auch im Schalthaus kamen die E-Roller bei den Gästen nicht gut weg.

Andreas Meißner, stellvertretender Bereichsleiter für Mobilitätsplanung, sagt: „Die E-Scooter sind rechtlich erlaubt, man kann sie ja auch selbst besitzen und damit fahren.“ Auch bei dem Leihgeschäft gebe es keine juristischen Eingriffsmöglichkeiten.

An der Straße Am Kai werfen die E-Scooter kunstvolle Schatten. Der Gehweg ist völlig zugestellt.
An der Straße Am Kai werfen die E-Scooter kunstvolle Schatten. Der Gehweg in Dortmund ist völlig zugestellt. © Franz Pesch © Franz Pesch

Nach der dritten Frage zum Thema schaltet sich Ullrich Sierau ein. Gespräche mit den E-Scooter Betreibern hätten gezeigt, dass auch auf beiden Seiten eine Konfliktvermeidung gewünscht sei: „Die Betreiber wollen eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz, das ist auch ihr Geschäftsmodell, deswegen werden auch hier Lösungen gesucht“, sagt Sierau. Allerdings deutet der OB an, beim nächsten Städtetag NRW eine Lösung auf Bundesebene zu fordern.

Bis dahin konzentrieren sich Politik und Betreiber vor allem auf die Einhaltung der Nachtruhe. Beispielsweise dürfen nachts keine Akkus mehr getauscht werden. Auch der Kontaktservice wird verbessert: Es wird mehr Personal aufgestellt, Anfragen sollen zudem innerhalb von 12 Stunden beantwortet werden.

Parken: Es gibt ein Ungleichgewicht zwischen den südlich und den nördlich gelegenen Parkplätzen – für dieses Problem hat die Politik nun Lösungen angeboten.

Die Parkgebühren im Straßenraum sollen angehoben werden – es werden mehr Parkscheinautomaten aufgestellt. Auf der einen Seite soll so der sogenannte Park-Such-Verkehr in den Anliegerstraßen ausgebremst werden, auf der anderen Seite sollen die – im Vergleich zu den Straßen teureren – Parkhäuser so attraktiver werden.

Generell wolle man mehr Werbung für ÖPNV und Fahrrad machen. Sierau selbst bemerkt, dass bei diesen Alternativen zum Autoverkehr noch Luft nach oben ist: „Ich fahre häufiger mit dem Fahrrad zum Phoenix-See und weiß, dass viele der Fahrradständer nicht benutzt werden.“

Aufgrund der Corona-Pandemie fand der sechste Bürgerdialog im Schalthaus auf dem Phoenix-West-Gelände statt.
Aufgrund der Corona-Pandemie fand der sechste Bürgerdialog im Schalthaus auf dem Phoenix-West-Gelände statt. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Die Baustellen: Alle großen Baustellen – das Wassersportzentrum, das Hospiz am Hafen, das Stiftsforum – sollen 2025 abgeschlossen sein. Dieses Versprechen wurde bereits im Video des 5. Bürgerdialogs geäußert.

Konkreter: Das Wassersportzentrum soll 2021 fertiggestellt sein, das Hospiz im Jahr 2022. Das Stiftsforum wird nicht erwähnt. Allerdings betont Sierau erneut, dass diese Baustellen damit im Vergleich sehr schnell abgewickelt wurden.

Tull-Villa: „Was ist eigentlich mit der Tull-Villa?“, lautete eine der digital gestellten Fragen. Sierau gibt sich hoffnungsfroh: „Es ist die feste Absicht des Besitzers, das Drama der letzten Jahre zu beenden.“ Ähnlich sieht es mit dem Treppchen und dem Parkhaus an der Faßstraße aus: Die Bauten haben den Besitzer gewechselt und sollen erneuert werden.

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