Gina Koch (Filialleiterin Apollo-Optik), Daniela Huy (Apollo), Schulleiterin Marietta Koschmieder und Lehrerin Raffaela Tunzi (v.l.), die die Brillensammlung an der Schule organisierte. Mit corona-gemäßen Abstand gemeinsam für die gute Sache. © Britta Linnhoff
Gesamtschule

Brillen aus Brünninghausen gehen auf eine weite Reise – um zu helfen

Seit neun Jahren trägt Raffaela Tunzi eine Brille. Die junge Frau hat sie alle gesammelt. Nun kommen sie aus der Schublade und gehen - wie andere Brillen auch - auf eine große Reise.

Seit neun Jahren trägt Raffaela Tunzi eine Brille. Die 29-Jährige unterrichtet Italienisch und Geschichte an der Gesamtschule Brünninghausen. Über die Jahre sind bei der jungen Frau so einige Brillengestelle zusammen gekommen. Tunzi hat sie alle gesammelt.

Neulich stand für die Bochumerin der Kauf einer neuen Brille an. Aus dem Besuch in der großen Apollo-Filiale im Ruhrpark (es gibt dort auch eine kleine Filiale), wurde mehr als ein Brillenkauf – es war der Auftakt zu einer Hilfsaktion für Menschen in der Dritten Welt, die keine Chance haben, einfach irgendwo in ein Geschäft zu gehen, um sich eine neue Brille zu kaufen.

Apollo spendete 58.000 Brillen

Seit 2018 nimmt Apollo alte oder nicht mehr einsatzfähige Brillen in den mehr als 860 Filialen deutschlandweit an, sammelt und spendet diese an „Brillen Weltweit“. Allein in diesem Jahr seien bisher rund 58.000 Brillen und Fassungen gespendet worden, teilt das Unternehmen mit.

Davon erfährt Tunzi, als sie im Geschäft steht. Sie beschließt: Sie wird nicht nur ihre über die Jahre gesammelten Brillen dafür herbringen, sondern an der Brünninghauser Gesamtschule überflüssig gewordene Sehhilfen sammeln.

Nun hat sie etwas mehr als 100 Brillen an die Bochumer Filialleiterin Gina Koch und Apollo-Mitarbeiterin Daniela Huy übergeben. „Es ist wegen Corona ein bisschen weniger, als es hätte sein können“ sagt Schulleiterin Marietta Koschmieder.

In Deutschland ausrangierte Brillen können für Menschen in anderen Ländern eine große Hilfe sein. © dpa © dpa

Koschmieder findet es bemerkenswert, dass alle nicht einfach ihre alten Brillen abgegeben haben, um sie irgendwie loszuwerden, sondern ihre früheren Sehhilfen fein säuberlich immer auch in ein Etui gepackt haben.

Seit den 1970er Jahren verteilt „Brillen Weltweit“ Brillen in der Dritten Welt. Zuvor werden sie gereinigt und – falls nötig – repariert. Die Brillensammelaktion „Brillen Weltweit“ steht unter der Trägerschaft des Deutschen Katholischen Blindenwerks.

Brillen helfen auch Langzeitarbeitslosen in Deutschland

Die Brillen helfen aber nicht nur Menschen in Afrika, sondern auch Langzeitarbeitslosen: In fünf Projekten, so teilt Apollo mit, würden in einer Kooperation zwischen Jobcenter und Organisationen vor Ort Langzeitarbeitslose beschäftigt, die die Spendenbrillen sortieren, reinigen, aufarbeiten, vermessen und registrieren.

Noch ein Grund für Raffaela Tunzi, um schon jetzt festzustellen: Das war sicher keine einmalige Aktion. Die Schülerinnen und Schüler seien ohnehin für das Thema sensibilisiert gewesen, erzählen Tunzi und Koschmieder.

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Britta Linnhoff

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