Wo das kleine Kunstwerk stand, existiert nur noch der Betonsockel. © Jörg Bauerfeld
Vandalismus

Blinde Zerstörungswut: „Da muss jemand mit beiden Beinen vorgesprungen sein“

Zum wiederholten Mal haben unbekannte Täter ein Kunstwerk in einem Park im Dortmunder Süden schwer beschädigt. Und nicht nur das. Aber die Täter wussten nichts von einer Kamera.

Es muss in der Nacht von Mittwoch (9.6.) auf Donnerstag (10.6.) geschehen sein. Uhrzeit unbekannt. Ein oder mehrere Täter zogen durch den Rodenbergpark zum Aplerbecker Marktplatz, wo er oder sie randalierten. Der Zaun, der um die Gasstätte Ratskeller gezogen ist, um den Biergarten von der Marktplatzfläche zu trennen, wurde eingetreten.

Der Schaden ist mittlerweile wieder notdürftig und mithilfe von sehr viel Klebeband geflickt. Schlimmer hingegen traf es ein Kunstwerk im Rodenbergpark. Und das nicht zum ersten Mal. Das Kunstwerk „28.000 Tage im Leben eines Menschen“ von Rolf Sablotny war schon einmal Ziel von Vandalismus. 2019 war das.

Und wie vor zwei Jahren traf es auch jetzt wieder den „kleinsten“ Teil der Kunstgruppe, die nur wenige Meter entfernt vom Marktplatz auf dem Rasen steht.

Wut richtete sich erneut gegen die Kinderfigur

Mann, Frau und Kind, alle aus Lärchenholz gefertigt. Dazu noch eine hölzerne Tafel mit 28.000 Markierungen. Und wieder richtete sich die Wut der Unbekannten gegen die Kinderfigur.

2019 wurde sie aus dem Boden gerissen und teilweise verbrannt. Die Originalfigur war nicht mehr zu retten. Der Künstler schuf eine neue und übergab sie dem Stadtbezirk. Um das Kunstwerk danach besser zu schützen, gab es für die Nachfolgefigur schwere Bodenanker – einbetoniert.

Aber auch die halfen diesmal nicht. „Hier muss jemand mit beiden Beinen mehrmals in die Figur gesprungen sein, anders kann ich mir das nicht erklären“, sagt Verwaltungsstellenleiter Michael Rohde.

Ein Screenshot der Webcam in Aplerbeck. Die Taten wären gut zu erkennen gewesen.
Ein Screenshot der Webcam in Aplerbeck. Die Taten wären gut zu erkennen gewesen. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

Zum Glück sei die Figur diesmal nicht schwer beschädigt, sondern sei lediglich aus der Verankerung gerissen worden. Trotzdem sei ein Schaden von rund 1000 Euro entstanden.

„Die Figur war mit drei Winkeln in einem Betonfundament befestigt. So, da muss jemand mit beiden Beinen vorgesprungen sein. Die Winkel waren regelrecht aus dem Beton herausgerissen“, sagt Michael Rohde.

Aufgrund des Datenschutzes keine Aufzeichnungen

Bislang konnten die Täter noch nicht ermittelt werden. Aber es könnte Hoffnung geben, vielleicht doch jemanden zu ermitteln. Denn es gibt eine Kamera, die 24 Stunden am Tag den Aplerbecker Marktplatz im Blick hat. Ein Webcam auf dem Dach des Gebäudes Köln-Berliner-Straße 1.

Aus Datenschutzgründen dürfen diese Kameras keine Bilder aufzeichnen. Aber da sich die oder der Täter eine gewisse Zeit auf dem Marktplatz aufgehalten haben müssen, hofft Verwaltungsstellenleiter Michael Rohde, dass vielleicht doch jemand etwas über die Kamera bemerkt hat.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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