Noch liegen die neuen Sitzungsunterlagen nicht bereit. Die Stadtverwaltung kommt nach dem Jahreswechsel erst allmählich wieder in Schwung. © (A) Marie Rademacher
Erste Sitzung 2021

Bezirksvertretung nimmt Arbeit wieder auf – Bürger mit Themenvorschlägen

Ende Januar kommen erstmals im neuen Jahr die Bezirksvertreter zusammen. Mit einer neuen Startzeit kommen sie den Berufstätigen entgegen. Und die Hombrucher geben schon einmal die Themen vor.

Das Wort „Bezirksvertretung“ versprüht nicht gerade den Charme, dass man das Gefühl hat, die Sitzung sei etwas, wo man hin muss. Man könnte aber, wenn man wollte, und wichtig ist es auch: Die Bezirksvertretung ist das politische Gremium, das über ganz viele Dinge vor der eigenen Haustür entscheidet.

Die Bezirksvertretung ist das gewählte Parlament eines jeweiligen Stadtbezirkes, hier geht es geht zum Beispiel um Schulen und Kitas, um Straßen oder Baustellen – und das mit dem neuen Jahr in Hombruch erstmals etwas später als in den letzten Jahren, um den Berufstätigen entgegen zu kommen.

Es gibt jedes Mal eine Einwohnerfragestunde

Die erste Sitzung der Hombrucher Bezirksvertretung findet am Dienstag (26.1.) erstmals ab 15.30 Uhr (statt 14.30 Uhr) statt. Unter den frisch gewählten Mitgliedern sind viele Berufstätige. Die Sitzung findet wegen Corona erneut nicht in der Bezirksverwaltungsstelle im Hombrucher Zentrum, sondern im Pädagogischen Zentrum des Helene Lange-Gymnasiums statt.

Die Bezirksvertreter kommen wieder im Helene-Lange-Gymnasium zusammen.
Die Bezirksvertreter kommen erneut wegen Corona im Helene-Lange-Gymnasium zusammen. © Jörg Bauerfeld (A) © Jörg Bauerfeld (A)

Die Bezirksvertretungen tagen in der Regel alle sechs Wochen. Und alle sechs Wochen gibt es damit auch Gelegenheit für Einwohner des Stadtbezirks, hier direkt ihr Anliegen vorzutragen: Mal kommt einer, mal kommen zwei, selten mehr – zuhören kann man den öffentlichen Sitzungen immer.

Und die neuen Zeiten kommen vielleicht auch dem ein oder anderen entgegen, der bisher nicht dabei sein konnte.

Abgesehen von der Einwohnerfragestunde gibt es in der Bezirksvertretung eine Tagesordnung, die abgearbeitet werden muss.

Doch wie sähe die Tagesordnung einer Sitzung wohl aus, wenn die Hombrucher – losgelöst von verwaltungstechnischen Zwängen – ihre ganz persönliche Tagesordnung schreiben könnten? Was wäre dann der Tagesordnungspunkt eins? Eine kleine, nicht repräsentative Umfrage auf der Harkortstraße lässt den Schluss zu: Es wäre gar nicht so viel anders.

Den Begriff „Bezirksvertretung“ kennen auf der Straße nur wenige

Auffällig allerdings: das Wort „Bezirksvertretung“ kennt nur eine der befragten Passanten. Die anderen schütteln den Kopf oder glauben, „davon vielleicht schon mal gehört zu haben“.

Auf Platz eins der kleinen Umfrage liegt das Thema Baustellen und Verkehr. Das kommt bei vielen wie aus der Pistole geschossen. Gerade der Stau am oberen Ende der Harkortstraße zum Hombruchsfeld ist den befragten in schlechter Erinnerung. Nun sei es ja etwas besser geworden, seit die Baustelle weg ist.

Aber auch der ruhende Verkehrs ist so manchem, der zu Fuß im Stadtbezirk unterwegs ist, ein Dorn im Auge. So wie einer 75-jährigen Baroperin, die von „Behinderung und Belästigung“ von Fußgängerin spricht. Sie empfindet es so.

Müll und Bordsteine sind problematisch

Tagesordnungspunkt zwei könnte nach dieser kleinen Umfrage die Sauberkeit im Stadtbezirk werden: Die 40-Jährige Hombrucherin, die im Herzen des Stadtteils wohnt und an diesem grauen Vormittag mit ihrem Sohn unterwegs ist, fühlt sich sehr wohl hier wie sie sagt, aber sie klagt – wie andere Passanten – über Müll in den Ecken, oder konkret, in ihrem Fall auf dem Parkplatz an der Postbank.

Es habe gedauert, bis sie hier den richtigen Ansprechpartner für Saubermachen gefunden habe. Mit der Kita ihres Sohnes haben sie auch schon einmal Müll beseitigt. Sie findet wichtig, „dass die Kinder dafür ein Bewusstsein entwickeln“.

Das symbolische Foto zeigt: Bordsteinkanten sind für Rollstuhlfahrer ein Problem. Eine Hombrucherin wünscht sich mehr abgeflachte, behindertengerechte Übergänge.
Das symbolische Foto zeigt: Bordsteinkanten sind für Rollstuhlfahrer ein Problem. Eine Hombrucherin wünscht sich mehr abgeflachte, behindertengerechte Übergänge. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Die 63-jährige Frau, die gerade in der Schlange vor dem Geldautomaten darauf wartet, dass sie das Gebäude betreten kann, wünscht sich mehr öffentliche Toiletten und abgesenkte Bordsteine, damit Menschen, die eingeschränkt sind, besser im Stadtteil zurecht kommen. Ihr Mann sitze im Rollstuhl.

Vielleicht ist die Umfrage ein Anreiz, doch einmal in die Einwohnerfragestunde zu gehen. Vielleicht ist sie aber auch ein Anhaltspunkt für die Aufgaben der Bezirksvertreter in diesem neuen Jahr.

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