Bäckermeister Andreas Wulff hat täglich rund 20 Brotsorten im Angebot. © Schaper
Die besondere Bäckerei

Bäckerei Wulff in Dortmund: Diesen Bernd gibt es nur hier

Bäckereien großer Ketten gibt es überall, mit einer riesigen Auswahl und guter Qualität. In dieser Serie wollen wir nun die kleinen Bäcker vorstellen mit ihren besonderen Angeboten.

Backstube, Bäckerei und Wohnung haben bei Andreas Wulff (61) nur eine Adresse. Am Apolloweg 17 in Dortmund-Berghofen backte schon Vater Nikolaus Wulff seit 1958 Brot und Brötchen. Heute führt sein Sohn das Geschäft gemeinsam mit Ehefrau Sabine (58). Die Bäckerei Wulff gehört zu den wenigen verbliebenen inhabergeführten Klein-Bäckereien in Dortmund.

Die Kunden lieben das besondere Sortiment mit Dutzenden Brot- und Brötchensorten und die Kuchen. „Bei mir unterscheiden sich die Brötchen nicht nur in dem, was außen draufgestreut ist“, sagt Bäckermeister Wulff. „Sie sind auch innen verschieden.“ Das sei bei anderen nicht immer so, hat der Bäckermeister festgestellt, als er einmal in die Verlegenheit kam, fremde Produkte probieren zu müssen.

Beim Brot kann er im eigenen Regal aus mehr als 20 Sorten wählen. Eine besondere Vorliebe haben seine Frau und er nicht, sie mögen die Abwechslung. „Wir essen aber gar nicht so viel Brot“, sagt Sabine Wulff. „Morgens gibt es ja immer frische Brötchen.“ Dafür steht ihr Mann täglich ab 3 Uhr nachts in der Backstube im Untergeschoss, samstags sogar ab 2 Uhr.

Bernd das Brot ist beliebt

Die Kunden kauften sehr gern Bernd, ein Brot mit hohem Vollkornanteil und gemischten Körnern oder das Urige, ein Weizenmischbrot mit einem Teil Ur-Getreide, das als besser verträglich gilt. Auch das mit gelbem Ur-Weizen gebackene Deutschlandbrot ist beliebt.

Mit dieser Maschine kann Andreas Wulff Teig flach ausrollen.
Mit dieser Maschine kann Andreas Wulff Teig flach ausrollen. © Schaper © Schaper

„Ich versuche immer, etwas Besonderes anzubieten“, sagt Andreas Wulff. Dazu gehören auch Brote mit Mehl aus zurückgezüchteten Weizensorten oder das Artipan mit dem Ballaststoff Inulin. Und das Wellnessbrot ist ein Zutaten-Wunder aus Roggen-, Dinkel- und Weizenkleie, Apfel- und Zitrusfasern, Buchweizen, Goldleinmehl, Gelben Erbsen, Zichorie, Topinambur und anderem.

Den Eiweißbrot-Trend hat Wulff dagegen nicht mitgemacht: „Auf den Zug springe ich nicht auf, das gibt es ja schon überall.“ Stattdessen backt er Vegakorn, das nur aus Körnersaaten und Flohsamenschalen besteht, ohne Mehl und Hefe.

Der Fortuna-Automat formt 30 runde Teiglinge, aus denen dann per Hand spitze Brötchen gemacht werden.
Der Fortuna-Automat formt 30 runde Teiglinge, aus denen dann per Hand spitze Brötchen gemacht werden. © Schaper © Schaper

Wulff möchte sich abgrenzen

„Wir möchten uns vom Angebot der Bäckerei-Ketten unterscheiden“, sagt Andreas Wulff. Manchmal liegt das Besondere in den Zutaten: So stehen im Apolloweg stiegenweise Eier bereit; „Flüssigei wäre einfacher, aber es schlägt nicht so gut auf.“ Manchmal ist es auch die Zubereitung, die den Unterschied macht, wie das Formen der Brötchen von Hand.

InfoÖffnungszeiten der Bäckerei und Konditorei

Die Bäckerei Nikolaus Wulff, Apolloweg 17 in Dortmund-Berghofen, Tel. 0231 / 48 18 60, ist von Dienstag bis Freitag von 5.45 – 13 Uhr und von 14.45 – 18.30 Uhr geöffnet, samstags von 5.45 – 13 Uhr. Montag ist Ruhetag.

Einige Backwaren sind einfach Kult, der Pflaumenkuchen im Sommer beispielsweise oder die Winter-Backwaren wie Rotwein- oder Schoko-Birnen-Kuchen. Im November holt Andreas Wulff die 100 Jahre alte Spekulatiusmaschine seines Vaters heraus und backt haufenweise Weihnachtsgebäck. Und von dem Christstollen aus Berghofen sagen einige, es gäbe keinen besseren.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese

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