Die Polizei Dortmund ist am Wochenende gegen Auto-Tuner und Raser in der City vorgegangen. © dpa (Symbolfoto)
Gegen Verkehrschaos

Auto-Poser am Phoenix-See: Politik will Straßen zeitweise sperren

Je schöner das Wetter, desto mehr droht die Situation am Phoenix-See mit massivem Verkehr und Auto-Posing zu eskalieren. Hörder Politiker fassen nun drastische Maßnahmen ins Auge.

Es sind nicht die klassischen Ausflügler und Spaziergänger, die den Anwohnern und Geschäftsleuten am Phoenix-See das Leben schwer machen. Vielmehr ist es der starke Verkehr mit Kennzeichen aus ganz NRW. Vor allem die sogenannte Poser-Szene, die mit aufgemotzten Autos lautstark und in Scharen zum See strömt, bringt manchen auf die Palme und andere zur Verzweiflung.

Am vergangenen Wochenende (8./9. Mai) waren die Straßen so stark überlastet, dass sogar die Dortmunder Polizei per Twitter darum bat, von Besuchen am Phoenix-See abzusehen.

Die Hörder Politiker wollen jetzt massiv einschreiten. Bezirksbürgermeister Michael Depenbrock (CDU) stellte in der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) am Dienstag (11.5.) den Antrag, versuchsweise die Straßen im Hafenbereich an den Wochenenden zu sperren. „Die Parkhäuser sollen geöffnet bleiben, es geht nur darum, die Auto-Poser mit ihren aufgemotzten Wagen aus dem Bereich herauszuhalten.“

Die BV-Mitglieder stimmten dieser Maßnahme zu, um kurzfristig ein Zeichen zu setzen.

Es gab weitere Anträge

Es wurden aber noch einige weitere Anträge zum Thema diskutiert, um den entnervten Anwohnern auch langfristig zu helfen, darunter der Einbau von Schwellen oder die Einrichtung von Anwohnerstraßen.

Alle waren sich einig, dass es ein Gesamtkonzept braucht, damit das Problem nicht von einer Straße auf die andere verlagert wird. Man benötige ein Konzept, das auch die Zufahrtsstraßen mit einbeziehe. „Wir müssen ganz pragmatisch Lösungen durchspielen und an die Verwaltung weitergeben“, meinte Prof. Thomas Goll (CDU).

Allerdings sind einige Ideen, etwa die, manche Bereiche abzupfosten, von der Verwaltung bereits abgelehnt worden. „Wir drehen uns im Kreis“, sagte Hartmut Schulze-Velmede von den Grünen.

Auch die Straße An den Emscherauen ist an den Wochenenden von dem starken Verkehr massiv betroffen.
Auch die Straße An den Emscherauen ist an den Wochenenden von dem starken Verkehr massiv betroffen. © Aladin (A) © Aladin (A)

Straßen werden versuchsweise gesperrt

Die Phoenixseestraße, die Hörder Bach-Allee sowie die Straßen Am Kai und An den Emscherauen sollen nach dem Vorschlag des Bezirksbürgermeisters nun zeitweise für die Durchfahrt gesperrt werden.

Schon vor einiger Zeit wurden Straßen auf der Südseite des Hafenbeckens zu abendlichen Anwohnerstraßen umgewandelt. Das reiche jedoch nicht aus, so Michael Depenbrock, da der Zudrang schon um 17 Uhr beginne und bis in den Abend hinein anhalte.

„Es geht vor allem darum, der Szene zu zeigen: Ihr könnt hier nicht machen, was ihr wollt.“ Nötig sei die Regulierung vor allem bei schönem Wetter und vor allem am Wochenende, aber nicht nur dann. „So geht es nicht weiter.“ Wie genau das Durchfahrverbot gestaltet und kontrolliert werden soll, ließ das Gremium offen. Das sollen Stadt und Polizei nun entscheiden.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
Zur Autorenseite
Susanne Riese
Lesen Sie jetzt