Michael Nockelmann an seinem Schreibtisch. Er ist der neue Leiter der Polizeiwache Hombruch. © Britta Linnhoff
Neuer Chef

Aus der Nordstadt nach Hombruch: Polizeiwache hat neuen Leiter

Die Polizeiwache in Hombruch hat einen neuen Leiter: Michael Nockelmann. Der 51-jährige gebürtige Dortmunder kommt aus der Nordstadt in den südlichen Stadtbezirk.

Es war Mitte März als Michael Nockelmann seine Geschäfte als Nachfolger von Thomas Wallender in der Polizeiwache Hombruch aufnahm – oder besser: aufnehmen wollte. Auch hier wirbelte die Corona-Pandemie so einiges durcheinander. „Corona hat den polizeilichen Alltag ziemlich verändert“, resümiert Nockelmann. Funktionieren musste die Wache trotzdem.

Inzwischen nimmt das normale Leben wieder Fahrt auf, auch in der Polizeiwache an der Löttringhauser Straße. Der 51-jährige Nockelmann kommt aus der Nordstadt nach Hombruch. Dreieinhalb Jahre hat er dort bei der „ET Nord“ seinen Dienst verrichtet, bei der „Einsatztruppe zur Bekämpfung von Straßenkriminalität in der Nordstadt“.

Ein bisschen anders als in der Nordstadt

Ganz sicher ist es hier ein bisschen anders als in der Nordstadt („Körperverletzung in der Nordstadt hat ungefähr den gleichen emotionalen Stellenwert wie Verkehrsdelikte in Hombruch“, sagt er), aber Nockelmann kennt sich aus.

Er selbst bezeichnet sich als „gebürtigen Brücherhofer“ (das liegt zwischen Benninghofen und Wellinghofen). Das gehört zwar zum Stadtbezirk Hörde, aber der 51-Jährige, der heute in Unna zuhause ist, hat auch mal in Barop gewohnt.

Und er gehörte in den 1990er-Jahren zu einer Einsatztruppe zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen im Süden der Stadt. „Damals hatten wir katastrophale Einbruchszahlen“, erinnert er sich. Es war die Zeit, als Jugoslawien im Krieg versank – und zerfiel. „Damals sind viele aus dem ehemaligen Jugoslawien hier eingeflogen.“

Diese Zahlen sind jetzt, rund zehn Jahre später, in die komplett andere Richtung ausgeschlagen: „Im Zuge der Corona-Pandemie kam auch das gesellschaftliche kriminelle Leben zum Erliegen“, sagt der Wachleiter. Einbrechen sei ja schlecht möglich, wenn alle ständig zuhause seien.

Auch habe man in der Zeit des Lockdown viel weniger Unfälle verzeichnet. Es waren eben viel weniger Autos unterwegs. Jetzt, da das Leben wieder Fahrt aufnimmt, „ist es für mich wichtig, vor die Lage zu kommen“, sagt Nockelmann. Will heißen: auf das vorbereitet sein, was kommt, keinesfalls hinterherhinken.

Mit dem Krad durch den Ort

Der 51-Jährige ist kein Typ, der gerne nur an seinem Schreibtisch sitzt. „Ungern“, sagt er dazu. Also setzt er sich statt auf den Bürostuhl auch schon mal aufs Krad und schaut sich vor Ort um. Das ist ihm wichtig, genauso wie die Bitte an die Menschen im Stadtbezirk, sich im Falle des Falles Hilfe von der Polizei zu holen: „Man muss uns auch mitspielen lassen“, sagt er.

Die Polizeiwache Hombruch an der Löttringhauser Straße. Gerade wird ein neues Domizil gesucht.
Die Polizeiwache Hombruch an der Löttringhauser Straße. Gerade wird ein neues Domizil gesucht. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Er fühlt sich nach der kurzen Zeit wohl in der Hombrucher Wache. 27 Mitarbeiter hat er hier im Wachdienst, auf drei Dienstgruppen verteilt, außerdem gibt es fünf Bezirksbeamte. „Wir sind ein relativ junges Team mit einer guten Durchmischung“, sagt der 51-Jährige – und fügt noch schnell den Halbsatz „… und alle heiß wie Frittenfett“ hinterher.

Wache an der Löttringhauser Straße verlassen

Die motivierte Truppe wird voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren die altehrwürdige Wache an der Löttringhauser Straße verlassen. Man ist auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück für einen Neubau. Dabei, so sagt der Wachleiter, habe die alte Wache „durchaus Charme“. Aber sie entspricht nicht mehr modernen Ansprüchen.

Bald 30 Jahre ist Michael Nockelmann verheiratet – „mit einer Kollegin“, erzählt er. Vor kurzem hat auch sein Sohn den Dienst bei der Polizei angetreten. Hobbys? Auf die Frage sagt er nur: „Ich habe eine ausgeprägte Kfz-Affinität“, keine Oldtimer, sondern „Youngtimer“ sind es, an denen er herumschraubt.

Daran habe er richtig Spaß – wie offensichtlich auch an der Arbeit auf der Wache in Hombruch.

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