Von diesem Grundstück retteten Mitglieder einer Tierschutzorganisation und des Veterinäramtes zahlreiche verwahrloste Ziegen. © Jörg Bauerfeld
Tiere in Not

Arche 90 schlug Alarm: Veterinäramt rettet verwahrloste Ziegenherde

Es müssen auch einige böse Worte gefallen sein. Als die Mitarbeiter des Dortmunder Veterinäramtes am Freitag (26.2.) in Berghofen an einer kleinen Weide eintrafen, gab es nicht nur Beifall.

Es waren aufmerksame Bürger, die die Tierschutzorganisation Arche 90 auf den Zustand von 17 Ziegen aufmerksam machten. Diese standen auf einer Weide im Dortmunder Süden an der Stadtbezirksgrenze zu Hörde. Als die Überprüfung des Zustandes der Tiere beendet war, ging alles ganz schnell.

Die Ziegen wurden sofort beschlagnahmt und in städtische Obhut genommen. Auf einem Bauernhof im Stadtbezirk werden die Tiere nun erst einmal versorgt. „Die Tiere waren wirklich in einem schlechten Zustand“, sagt ein Mitglied von Arche 90, das auch bei der Aktion in Berghofen am Freitag (26.2.) mit dabei war.

Die Klauen der Ziegen waren viel zu lang. Die Tiere konnten kaum noch gehen.
Die Klauen der Ziegen waren viel zu lang. Die Tiere konnten kaum noch gehen. © privat © privat

Vor allem die Klauen zahlreicher Tiere seien schon so lang gewesen, dass die Ziegen kaum noch hätten laufen können. Denn, sind die Klauen zu lang, wirkt sich das auf den gesamten Bewegungsapparat des Tieres aus. Es kommt zu Fehlbelastungen, was eine Entzündung der Sehnen nach sich zieht. Die Folge sind starke Schmerzen für das Tier.

Haut der Tiere war in schlimmem Zustand

Aber auch die Haut der Tiere zeigte starke Rötungen und Ekzeme. „Wir sind von Bürgern benachrichtigt worden, dass wir uns doch einmal die Tiere dort ansehen sollten, weil es denen nicht gutginge“, sagt die Arche 90-Mitarbeiterin.

Den Tieren ging teilweise schon das Fell aus.
Den Tieren ging teilweise schon das Fell aus. © privat © privat

Man sei dann zu der Weide gefahren und habe ich ein Bild von dem katastrophalen Zustand machen können, in dem sich die Tiere befunden hätten. Aber war das denn auch für einen Laien erkennbar? „Ja“, sagt das Arche 90-Mitglied. „Wenn die Klauen so lang sind, dass die Tiere nur noch wie in Zeitlupe laufen können und wenn das Fell ausgeht und große entzündete Stellen zu sehen sind, dann sollte man jemanden Informieren“, erklärt die Tierschutzorganisation Arche 90.

Böse Worte gegen die Mitarbeiter des Veterinäramtes

Scheinbar seien aber nicht alle Bürger, was das Wohl der Tiere angehe, so aufmerksam. Denn es sei zu einigen unschönen Szenen von Anwohnern gegenüber den Mitarbeitern des Veterinäramtes gekommen. Die hätten, so war es vonseiten der Arche 90 zu hören, vorbildlich gehandelt. „Es wurde behauptet, dass die Besitzerin alles für ihre Tiere getan hätte“, war aus Reihen der Arche-Leute vor Ort zu erfahren.

Aber wie soll der Bürger reagieren, der die Lage richtig einschätzen kann? Bei Notfällen sofort die Polizei oder die Feuerwehr verständigen, so ist es auf der Internet-Seite der Arche 90 zu lesen. Die Information gehen dann weiter an die Tierschutzorganisation. Ob die Tiere überhaupt noch einmal auf die Wiese in Berghofen zurückkommen, das müsse am Ende ein Gericht entscheiden, so die Arche 90-Mitarbeiterin.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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