Eine kleine Straße mitten im Grünen, die als Abkürzung genutzt wird: Den Anwohner reicht es. Sie haben Angst um ihre Kinder. © Jörg Bauerfeld
Ärger um Anliegerstraße

Anwohner besorgt: „Erst haben sie Tiere totgefahren, nun müssen Kinder aufpassen“

Die Idylle einer Anliegerstraße in Dortmund ist trügerisch. Ignorante Autofahrer sorgen dort für eine Situation, die nicht nur für Vierbeiner, sondern auch für Kinder lebensgefährlich sei.

Die Straße im Dortmunder Süden an der Grenze zu Witten ist eng. Mehr ein asphaltierter Weg, der parallel zu der A45 vorbei an Wäldern und Wiesen führt, als eine richtige Straße.

Am Silberknapp im Ortsteil Schnee sagen sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“, so ruhig ist es. Beziehungsweise: So ruhig könnte es sein. Wenn es da nicht die renitenten Autofahrer gäbe, die sich aus voller Absicht nicht an die Verkehrsregeln halten.

Zahlreiche Autos mit EN-Nummernschildern

Denn die Straße ist eine Anliegerstraße. Und die Verkehrsschilder, die an der Nord- und Südseite diese Tatsache belegen, sind weder zugewachsen noch schlecht ersichtlich. Es werde einfach nicht darauf geachtet, wie jetzt die Anwohner mehrheitlich bestätigen.

Mit Kind und Kegel waren sie beim Pressetermin dabei, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Und dabei ging es immer in eine Richtung: Zu schnell würde gefahren und unter den Autofahrern seien viel zu viele Nichtanlieger.

Die Schilder sind nicht zu übersehen. Die Autofahrer fahren trotzdem durch.
Die Schilder sind nicht zu übersehen. Die Autofahrer fahren trotzdem durch. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Denn die meisten, die die kleine Straße, die noch gerade im Stadtbezirk Hombruch liegt, verbotenerweise nutzen sind Fahrzeuge mit EN-Nummernschild. Da sind sich die Anwohner einig. Immer zu den Stoßzeiten, also morgens zum Arbeitsbeginn und nachmittags, wenn alles wieder nach Hause strömt, sei es besonders schlimm.

Und dazu käme, dass sich auch kaum jemand an die geforderte Geschwindigkeit, Tempo-30, halte. Auf der kleinen Straße, die teilweise auch ein beachtliches Gefälle hat, ein gefährliches Unterfangen. „Mir haben sie schon zwei Katzen totgefahren“, erzählt eine Anwohnerin. Und eine weitere fügt an: „Erst haben sie nur die Tiere totgefahren, jetzt müssen die Kinder aufpassen.“

Gut zu sehen, wie eng die Straße ist: Als Verbindungsstraße ist der Silberknapp wahrlich nicht ausgelegt.
Gut zu sehen, wie eng die Straße ist: Als Verbindungsstraße ist der Silberknapp wahrlich nicht ausgelegt. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Und das liegt an dem Generationswechsel, der an der idyllischen Straße stattgefunden hat. Zahlreiche Familien mit kleinen Kindern wohnen nun hier. „Wir haben uns das anders vorgestellt. Vielleicht ein bisschen blenden lassen“, sagt eine junge Mutter. Die Familie ist erst vor kurzen an die Straße gezogen. Tempo 30-Zone, Anliegerstraße. Dazu viel Natur. Was will man mehr? Aber dann kam das böse Erwachen.

Straße wird als Verbindungsweg missbraucht

Der Silberknapp wird als Verbindungsstraße genutzt. Aus Richtung Herdecke und Ende in Richtung Witten. Die Anwohner fühlen sich alleingelassen. Anrufe bei der Polizei hätten lediglich zur Antwort gegeben, man habe kein Personal für die Anlieger-Kontrolle.

Zwar würden Streifenwagen oder Polizei-Motorräder hin und wieder die Straße entlangfahren – aber eben nur fahren. Und auch bei der Stadt gibt es keine Hilfe. Jetzt hoffen die Anwohner auf die Bezirksvertretung Hombruch.

Von hier habe es schon einmal Hilfe gegeben. Vor einigen Jahren wurden 30er-Piktogramme aufgezeichnet, die sind mittlerweile verblasst. Es müsse etwas getan werden, vielleicht einen Gehweg oder seitlichen Hindernissen, die umfahren werden müssen – und mehr Kontrollen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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