Es ist schwierig, aktuelle Zahlen über Corona-Fälle in Pflege- und Senioreneinrichtungen zu bekommen. © Jörg Bauerfeld
Coronavirus in Dortmund

Aktuell gemeldete Corona-Fälle in Pflegeeinrichtungen liegen teils Wochen zurück

Drei Seniorenheime im Stadtbezirk Aplerbeck sollten nach Angaben der Stadt hohe Zahlen an Corona-Infizierten aufweisen. Doch die Fälle sind nicht alle aktuell.

Die Corona-Fallzahlen, die die Pressestelle der Stadt Dortmund am Dienstag (2.2.) bekannt gab, sorgten im Stadtbezirk Aplerbeck für Unruhe. In drei Pflege- und Senioreneinrichtungen gebe es, Stand Dienstag, insgesamt 42 Corona-Fälle.

Eine beachtliche Zahl, gehen die Werte ansonsten doch zurück. Als Erste schlug daraufhin Sarah von Borzestowski, Leiterin der Unternehmenskommunikation beim Caritasverband Dortmund e.V., Alarm.

Caritas dementierte Fallzahlen sofort

Die Caritas betreut unter anderem das Seniorenheim St. Hildegard in Berghofen. Hier hatte die Stadt Dortmund aktuell zehn Corona-Fälle gemeldet, was die Caritas aber dementierte.

Laut Sarah von Borzestowski seien es lediglich ein Bewohner und zwei Mitarbeiter, die aktuell mit dem Virus infiziert seien. „Wir können die aktuellen Zahlen nicht bestätigen und nur die Auskunft über den aktuellen Stand in St. Hildegard geben“, erklärt die Pressesprecherin.

Anfang Januar hätte es eine Häufung an Coronafällen gegeben, das sei aber mittlerweile komplett wieder abgeklungen.

Auch in Sölderholz stimmten die aktuellen Werte nicht mehr

Auch Jörg Wunsch von der Wunschpflege-Einrichtung in Sölderholz wunderte sich über die Angabe von elf Fällen. „Seit Mittwoch ist unserer Einrichtung Corona-frei“, sagt Jörg Wunsch. Lediglich eine Person werde noch im Krankenhaus behandelt.

Die Erklärung dahinter: Es gibt einen, teils immensen, zeitlichen Verzug bei der Übermittlung der Zahlen. „Die Einrichtung weiß natürlich als erstes Bescheid“, sagt Anke Widow, Pressesprecherin der Stadt Dortmund. Diese Daten würden dann weiter zum Gesundheitsamt übermittelt.

Allein das würde schon eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. „Wenn das Ergebnis dort einfließt, ist das in der Regel auch schon ein oder zwei Tage alt“, erklärt Anke Widow.

Im Gesundheitsamt käme noch hinzu, dass die Corona-Fälle für eine bestimmte Einrichtung noch händisch zusammengesucht werden müssten. Ein weiterer Zeitfaktor.

Viele zeitliche Faktoren spielen eine Rolle bei der Übermittlung

Es seien zahlreiche Faktoren, die dann bei der weiteren Übermittlung eine Rolle spielen würden, so Anke Widow. Es sei deshalb häufig so, dass die Fallzahlen, die der Stadt Dortmund bekannt sind, nicht den aktuellen Stand in den Einrichtungen widerspiegeln.

Trotzdem, und das ist wichtig, ist es nicht so, dass es diese Fallzahlen in Aplerbeck nie gegeben hat. Die Werte liegen allerdings schon eine Weile zurück.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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