Apotheker Timm Reißmann hat Stress mit der Telekom. Sechs Tage blieb das Telefon stumm. © Jörg Bauerfeld
Bundesnetzagentur eingeschaltet

Ärger mit der Telekom: Dortmunder Apotheke für sechs Tage nicht erreichbar

Timm Reißmann ist frisch selbstständig als Apotheker. Und gerade in der Anfangsphase machte ihm ein Anbieterwechsel für Internet und Telefon einen Strich durch die Rechnung.

Es hört sich manchmal so einfach an und ist am Ende doch so kompliziert. Es war eigentlich ein einfacher Anbieterwechsel, den Apotheker Timm Reißmann vollziehen wollte. Er führt seit Anfang 2021 die Kreuz-Apotheke an der Stockumer Straße.

„Und wenn man etwas übernimmt, kann man ja mal schauen, was man optimieren kann“, erklärt der Apotheker. Alles in allem gab es da nicht viel. Abgesehen von dem Internet- und Telefonanbieter. „Als ich die Apotheke übernommen habe, lief alles über die Telekom. Ich hatte mit Easybell einen günstigeren Anbieter gefunden“, sagt Timm Reißmann. Da der Telekom-Vertrag ohnehin am 1. März 2021 auslief, gab es für den Geschäftsmann nicht viel zu überlegen.

Es wurden von Kollegen Probleme befürchtet

„Ich wusste, dass sich einige meiner Kollegen das auch vorgenommen, aber es sich noch nicht getraut hatten, da sie Probleme befürchteten“, sagt Timm Reißmann. Und die sollten dann auch die Kreuz-Apotheke treffen – und zwar mit voller Wucht.

„Ich bin ganz frisch selbständig, da waren die Tage, an denen wir nicht erreichbar waren, doppelt so schlimm“, sagt Timm Reißmann. Denn viele Kunden seien auf die telefonischen Bestellungen angewiesen. Auch Bestellungen per Fax oder Online seien gerade in Zeiten von Corona eine wichtige Bestell- und Kaufoption.

Die Odyssee begann am Mittwoch

Alles begann mit der Mitteilung der Telekom, dass noch ein Techniker vorbeischauen müsste. „Ich habe bis heute keine Ahnung, warum.“ Der angekündigte Techniker sollte eigentlich am Mittwoch (10.3.) vor Ort sein. Eigentlich, denn anstelle des Telekom-Mitarbeiters, der nicht erschien, gingen sozusagen die Lichter aus.

„Es funktionierte kein Telefon und kein Internet mehr“, sagt der Apotheker. Er hoffte zunächst noch darauf, dass das Ganze nur einige Stunden dauern würde. Aber es dauerte insgesamt sechs Tage. Am Dienstag (16.3.) lief dann wieder alles. Aber immer noch nicht über Easybell, sondern weiterhin über die Telekom. Die hatte nämlich Druck von der Bundesnetzagentur bekommen.

Kein Ansprechpartner für den Apotheker erreichbar

Die hatte Apotheker Timm Reißmann mittlerweile eingeschaltet. „Es steht nämlich im Telekommunikationsgesetz eindeutig, dass eine Unterbrechung des Dienstes maximal einen Kalendertag betragen darf“, sagt Timm Reißmann. Er erreichte nach eigener Aussage, weder am Mittwoch (10.3.) oder Donnerstag (11.3.), noch am Freitag (12.3.) bei der Telekom einen Ansprechpartner, der ihm weiterhelfen konnte. „Da ging bei uns gar nichts.“

Mit einer Handynummer hielt sich die Kreuz-Apotheke bis zum Dienstagmorgen (16.3.) über Wasser. „Wir hatten noch Glück, dass wir am Sonntag keinen Notdienst hatten“, sagt Timm Reißmann. Wie hoch der finanzielle Schaden ist, kann der Apotheker noch nicht abschätzen. „Ich möchte erst mal nur, dass alle wissen, dass wir weiterhin für die Bürger da sind. Einige haben sich sicher schon gewundert, dass wir nicht erreichbar waren.“

Aktuell wird die Kreuz Apotheke immer noch von der Telekom versorgt. Der Wechsel zu Easybell ist noch nicht über die Bühne gegangen. Der ist jetzt für den 22. März terminiert.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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