Dr. Thomas Eicher, Geschäftsführer von Melange e.V., lädt bereits jetzt Videos auf dem Vereinseigenen Youtube-Kanal hoch. © Dr. Thomas Eicher
Melange e.V.

80-tägige Lesung: Melange startet Mammutprojekt mit Hoffnung auf Lockdown-Ende

Immer noch sind Kulturveranstaltungen weit weg vom Normalbetrieb. Der Literaturverein „Melange“ konzentriert sich momentan auf Video-Formate – und startet nun ein Mammutprojekt.

Der Melange e.V. ist einer von vielen Vereinen, die ihren Betrieb stark reduzieren oder umstellen mussten. Konzentrieren sich die Mitglieder sonst auf Kunst, Literatur und Café, sind sie in Corona-Zeiten auf andere Mittel angewiesen. Ab dem 3. Februar (Mittwoch) bietet Melange nun mithilfe des Vereinseigenen Youtube-Kanals ein selbsternanntes „Mammutprojekt“ an: eine 80-tägige Lesung.

Unter dem Titel „80 Tage voraus – 80 Jahre zurück. Stefan Zweig, Die Welt von Gestern“ startet der Literaturverein eine Zeitreise in die Vergangenheit. Vorgelesen wird Stefan Zweigs „Erinnerungen eines Europäers“. Das Buch handelt vom zweiten Weltkrieg und entstand 1941, kurz vor dem Selbstmord des jüdischen Autors. Es wurde im brasilianischen Exil fertiggestellt und bietet neben Autobiografie und Geschichtsschreibung auch eine Mahnung an die Gesellschaft.

80 Jahre altes Buch bietet viele Parallelen zur heutigen Zeit

„Mit unserer Lesung wollen wir an Stefan Zweig erinnern und an sein letztes großes Werk – ausgerechnet jetzt“, so der Verein. Die Inhalte des rund 80 Jahre alten Buchs sind den Themen der heutigen Zeit gar nicht so unähnlich: Es geht um Risikogebiete, Sicherheit und um die Feststellung, wie zerbrechlich gesellschaftliche Werte sind.

„Stefan Zweig wurde in den 1880ern geboren und hat in seinem Lebenslauf gleich mehrere Zusammenbrüche der Welt erlebt“, sagt Geschäftsführer Dr. Thomas Eicher. „Da gibt es wirklich viele Parallelen, auch in politischer Hinsicht“, so Eicher.

Lesung dauert bis in den April

Beginnend mit dem dem 3. Februar lädt der Verein jeden Tag um 11 Uhr einzelne Folgen der Lesung hoch. Diese sind circa 10 bis 15 Minuten lang. Der Abschluss der Lesung fällt auf den 23. April (Freitag), den Welttag des Buches. Vielleicht werden dann, so hofft der Literaturverein, wieder Präsenzveranstaltungen möglich sein.

„Ich bin sehr gespannt, wie das Projekt ankommt und ob alle bis zum Ende durchhalten“, so Thomas Eicher. Einen Trailer gibt es bereits auf Youtube.

Bei „80 Tage voraus – 80 Jahre zurück. Stefan Zweig, Die Welt von Gestern“ lesen: Achim Brock, Martin Bross, Michael Dreesen, Thomas Eicher, Matthias Fuhrmeister, Klaus Grabenhorst, Dietmar Grieser, Tirzah Haase, Stefan Keim, Caroline Keufen, Kriszti Kiss, Susanne Köhnen, Ralph Köhnen, Sabine Paas, Heide Reinhold, Simone Röbern, Christoph Rösner, Peter Schütze, Claudia Steinbach, Leslie Sternenfeld, Helmut Thiele, Dieter Treeck und Markus Veith.

Das Projekt wird durch die Corona-Dezemberhilfe des Bundes und Fördermittel des Kulturbüros der Stadt Dortmund ermöglicht. Weitere Informationen über aktuelle Projekte des Vereins gibt es im Internet.

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