In mittelalterlichen Gewändern standen zahlreiche Schausteller im stummen Protest am historischen Wasserschloss. © privat
„Stiller Protest“

30 Minuten Schweigen: Schausteller machen auf katastrophale Lage aufmerksam

Am historischen Wasserschloss herrscht einmal im Jahr das mittelalterliche Leben. Das ist wegen Corona vorerst Geschichte – doch die Schausteller machten jetzt auf ihre Situation aufmerksam.

Sie hatten sich in ihre mittelalterlichen Gewänder geworfen. Gewänder, in denen sie normalerweise lebenslustig in Lagern oder auf Festen die Bürger erfreuen. Seit mehr als einem Jahr ist das nicht mehr möglich. Die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Entscheidungen der Politik lassen es nicht zu.

Rund 50 Personen standen jetzt ganz stumm vor dem historischen Wasserschloss Haus Rodenberg. 30 Minuten lang schwiegen sie und bewegten sich nicht – im Rahmen der Aktion „Stiller Protest“, die deutschlandweit Beachtung gefunden hat.

Kaum Hilfe in der Krise

Erstarrt zur Salzsäule – als Zeichen, dass sie in der Krise alleine gelassen werden. Wie im Übrigen die anderen Schausteller auch. Ob Kirmes, Volksfeste oder Jahrmärkte: Nichts geht mehr.

Also gingen die Mitteladerfreunde vom Schloss aus an der Rodenbergstraße hoch und dann in den Park, wo normalerweise die Aplerbecker Schlossfehde stattfindet.

Vergessen werde nämlich, dass auch an den Mittelaltermärkten zahlreiche Arbeitsplätze hängen und nicht alles Hobby sei, was auf diesen Veranstaltungen zu sehen ist, so Jörg Wiedelmann, Mitorganisator der Aplerbecker Schlossfehde. Seit 12 Monaten sind die Schausteller ohne Einkommen, daher braucht man auch hier dringend finanzielle Unterstützung.

Damit, so Corona es zulässt, im Jahr 2022 auch eine Aplerbecker Schlossfehde stattfinden kann.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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