Zwei Vereinsverantwortliche können wegen Corona ihren Klub nicht verlassen. © Nico Ebmeier
Amateurfußball

Zwei Vereinsverantwortliche können wegen Corona ihren Klub nicht verlassen

Eigentlich würden zwei Vereinsverantwortliche gerne gehen. Doch wegen der Corona-Pandemie sind sie noch an ihren baldigen Ex-Verein gebunden. In einem Fall geht das auch auf die Kappe der Stadt Dortmund.

Dass die Plätze gesperrt sind, ist wohl das sichtbarste Zeichen, wie das Corona-Pandemie den Fußball beeinflusst. Allerdings gibt es auch andere Besonderheiten, mit denen die Vereine wegen Corona umgehen müssen. Zwei Vereinsverantwortliche hätten ihre Klubs eigentlich schon verlassen, aber nun geht das nicht.

Mike Kollenda von der Dortmunder Löwen hat Anfang November verkündet, dass er bei der Mitgliederversammlung, die am 6. Dezember hätte stattfinden sollen, zurücktreten werde. Der Verein habe schon geplant, wie die Mitgliederversammlung Corona-konform durchgeführt werden könne, erzählt Kollenda.

„Wir haben ein Konzept aufgestellt. Alles hätte draußen auf dem Kunstrasen stattgefunden mit weit auseinanderliegenden Plätzen und einem Mikrofon von der Tribüne aus“, sagt der scheidende Vorsitzende. Etwa drei Wochen zuvor habe der Verein dieses Konzept beim Ordnungsamt eingereicht, aber keine Antwort erhalten. „Daraufhin haben wir die Mitgliederversammlung absagen müssen“, erzählt der 27-Jährige.

Aufgaben abgegeben, aber auf dem Papier noch da

„Laut der Satzung von Brackel muss es immer einen ersten oder zweiten Vorsitzenden geben, damit der Verein geschäftsfähig bleibt“, sagt Kollenda. „Wenn ich jetzt zurücktreten würde, wäre das nicht mehr gegeben.“ Außerdem kommt noch eine formale Sache hinzu. In der Satzung von Brackel steht, dass der Verein seine Mitgliederversammlung mindestens 14 Tage vorher ankündigen muss. Außerdem darf sie nicht in den Schulferien abgehalten werden.

„So verschob sich das immer weiter nach hinten und jetzt werde ich auf dem Papier wohl noch bis zum 8. Januar Vorsitzender sein, bis bei der nächsten Mitgliederversammlung ein neuer gewählt worden ist“, sagt Kollenda. Die Aufgaben habe er aber schon abgegeben und auch schon die Schlüssel und Passwörter übergeben.

Ähnlich ist es bei Klaus-Dieter Friers, der aktuell noch Geschäftsführer Sport beim Fußball-Westfalenligisten FC Brünninghausen ist. Eigentlich hat er diese Position schon ab- und an den Sportlichen Leiter Thomas Behlke übergeben. Dieser kümmert sich jetzt schon um die komplette Sportliche Leitung.

Friers ist auch nicht mehr zu Spielen des FCB gekommen. Offiziell hat er die Position als Geschäftsführer Sport aber noch so lange inne, bis eine Mitgliederversammlung einberufen und der Nachfolger offiziell gewählt wird. Seit seinem angekündigten Rücktritt im Oktober ist das noch nicht geschehen. Friers ist also noch so lange im Amt, bis die Corona-Pandemie etwas anderes zulässt.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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