21 Teams spielen derzeit in der Oberliga Westfalen. Vertreter der Vereine haben sich nun in einer Videokonferenz zusammengesetzt. © Nils Foltynowicz (Archiv)
Fußball: Oberliga

Wie geht es im Fußball weiter? Die Oberliga-Vereine ergreifen die Initiative

Seit fast drei Monaten ruht der Amateurfußball. Wie es weitergeht, bleibt ungewiss. Die Oberliga-Vereine hatten nun genug davon, auf den FLVW zu warten, und haben die Initiative ergriffen.

Wir wollten uns einfach mal austauschen“, sagt Mutlu Demir, Trainer des Oberligisten RSV Meinerzhagen, über ein kürzlich stattgefundenes Treffen mehrerer Oberliga-Vertreter. Die Mannschaften aus der fünfthöchsten Spielklasse sind jetzt vorgeprescht, nun ist der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) gefordert.

Generell stehe man im engen Austausch innerhalb der Oberliga, verrät Demir. Um sich noch besser über derzeitige Themen, Probleme und Sorgen austauschen zu können, sei die Idee einer eigenen Konferenz entstanden. Dabei ging es dann vor allem darum, wie es den Vereinen in der aktuell schwierigen Situation geht.

„Es wird schwierig, eine faire Bewertung der Saison zu machen“

„Das war eine buntgemischte Truppe“, sagt der Meinerzhagener. Nicht nur Trainer, sondern auch andere Vereinsvertreter waren dabei. Die Erkenntnisse dieser Konferenz sind nicht wirklich neu, zeigen aber noch mal, dass die Teams alle von den gleichen Sorgen geplagt werden.

„Es wird schwierig, eine faire Bewertung der Saison zu machen“, erklärt Demir einen der Bedenken der Oberligisten. Einen Vorwurf will er deshalb aber niemandem machen, diese Problematik sei schlichtweg der außergewöhnlichen Situation geschuldet.

Dass die Saison aber nicht komplett zu Ende gespielt werden kann, wie auch FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders zuletzt sagte, sei allen bewusst. „Das ist natürlich gerade brutal für die Teams, die gegen den Abstieg spielen“, sagt Demir.

Auch der Trainingsbetrieb vor dem Re-Start wurde diskutiert, zuletzt hatte Schnieders erklärt, dass der FLVW sich für zwei Wochen Training ausgesprochen hat, was zu viel Kritik führte. Demir ist sich sicher, dass die Kritik gehört wurde und der Verband den Spielern am Ende genug Zeit geben wird, um sich einigermaßen vernünftig auf eine Rückkehr in den Spielbetrieb vorzubereiten.

Etwa 15 Videokonferenzen erwarten Manfred Schnieders wöchentlich

„Nur zwei Wochen geht ja überhaupt nicht“, sagt Samir Habibovic, Sportlicher Leiter des ASC 09 Dortmund, über das Training vor dem Re-Start. Dass die Oberligisten nun selbst eine Konferenz einberufen haben, liege derweil daran, dass die Vereine bislang vergebens auf den FLVW gewartet hätten.

In den Niederlanden beispielsweise habe es schon derartige Gespräche mit den Vereinen gegeben, „bei uns aber nicht“. Einige Vereine hätten zuletzt gesagt, „dass sie sich nicht ganz mitgenommen fühlen“, erklärt Manfred Schnieders. Doch es gebe eben auch nicht nur die Oberliga Westfalen, sondern eben auch noch viele weitere Staffeln mit zahlreichen Teams.

„Wir können ja nicht jede Woche mit allen Vereinen Videokonferenzen machen“, sagt er. Schon so habe er aufgrund seiner ehrenamtlichen Tätigkeit wöchentlich rund 15 Treffen vor dem Computer. Ziel der Oberliga-Konferenz sei es gewesen, so Samir Habibovic, sich auszutauschen und dann beim FLVW vorstellig zu werden und um eine weitere Konferenz zu bitten.

Die Vereine hoffen, ein bisschen mehr Planungssicherheit zu bekommen

Das hatte Erfolg, bestätigt Manfred Schnieders. Am 11. Februar werden die FLVW-Verantwortlichen und die Oberliga-Vertreter sich virtuell zusammensetzen. „Wir wollen einfach nur reden“, sagt Habibovic.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Mutlu Demir. „Dafür sind solche Gespräche ja da“, sagt der Trainer von Meinerzhagen. Zuletzt sei viel übereinander, aber nicht miteinander gesprochen worden. „Es muss ja nicht immer nur über die Presse gehen“, erklärt er.

Es gehe vor allem darum, ein wenig Planungssicherheit zu haben, so Samir Habibovic über das Ziel der Konferenz. Es wäre hilfreich, zumindest zu wissen, wann der letzte Zeitpunkt wäre, an dem ein Re-Start überhaupt noch funktionieren würde. Der FLVW habe ohnehin eine Videokonferenz mit den Oberligisten geplant gehabt, verrät Manfred Schnieders.

Statt Ende Februar wird es nun eben schon der 11. Februar. Doch nicht nur mit den Oberligisten wird es im kommenden Monat Gespräche geben, auch mit den anderen überkreislich spielenden Teams sollen Treffen folgen. Letztendlich, erklärt Manfred Schnieders, brauche der FLVW aber erst mal konkrete Infos von weiter oben. Es wird weiter auf ein Zeichen der Politik gewartet.

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Pascal Albert

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