Wie geht es im Amateurfußball weiter? © Jens Lukas
Fußball

Westfalenpokal oder Liga? Wenn wir aufsteigen, scheide ich gerne in der ersten Runde aus

Wie geht es mit dem Westfalenpokal weiter? Welchen Einfluss hat er auf den Ligenbetrieb? Der FLVW möchte ihn priorisieren und Ligaspiele unter der Woche spielen lassen. Was sagen die Vereine dazu?

Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball beim Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW), hatte sich zuletzt deutlich geäußert. Sofern die Amateurfußball-Spielzeit fortgesetzt werde, habe der Westfalenpokal zunächst Priorität. Die ersten Runden sollen demnach sonntags nachgeholt werden, normale Ligaspiele dann teilweise unter der Woche. Das hänge damit zusammen, dass bereits am 29. Mai, am Finaltag der Amateure, das Westfalenpokal-Endspiel stattfinden soll. Der Sieger zieht in den DFB-Pokal ein. Doch was sagen die Dortmunder Klubs zu dieser Planung?

Westfalenpokal am Sonntag, Meisterschaft teilweise unter der Woche: Im groben Kern lauten so die Planungen des FLVW, sobald es zum Re-Start des Amateurfußballs kommt. „Der Wettbewerb (Westfalenpokal, Anm. d. Red.) bringt den Vereinen ja auch Geld“, sagte Manfred Schnieders erst kürzlich im Gespräch mit dieser Redaktion.

Neben den Westfalenpokal-Partien könnten am Sonntag dann noch Nachholspiele aus der Meisterschaft gespielt werden. Aber passt dies jedem Dortmunder Klub, wenn er teilweise unter der Woche dann seine Ligaspiele austragen muss, wenn Spieler aufgrund ihrer Arbeitszeiten möglicherweise fehlen? Wir haben nachgefragt.

Ajan Dzaferoski hofft auf eine spezielle Regelung und verteilt auch eine Spitze an Brackels Vorsitzenden. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Ajan Dzaferoski (Präsident, TuS Bövinghausen): „Wenn es schon keine Möglichkeit gibt, die Saison zu Ende zu spielen, dann sollten wir wenigstens den Westfalenpokal zu Ende spielen. Ich glaube aber, dass wir sehr weit weg von einem Re-Start sind. Bis zum 15. März sollten wir die Füße still halten. Wenn aber beide Wettbewerbe noch gespielt werden können, dann sehe ich das entspannt. Die Leute sind hungrig auf Fußball, haben so lange Pause gehabt. Da könnten wir wohl auch jeden Tag spielen.“ Der TuS Bövinghausen tritt in der ersten Westfalenpokal-Runde beim Landesligisten FC Arpe Wormbach an und kämpft um den Oberliga-Aufstieg.

Dimitrios Kalpakidis ärgert sich über die aktuellen Corona-Maßnahmen. © Foltynowicz © Foltynowicz

Dimitrios Kalpakidis (Sportlicher Leiter und Interimstrainer, Türkspor Dortmund): Die Entscheidung macht schon Sinn. Wenn man beispielsweise unter der Woche nach Olpe fährt und Leute hat, die noch arbeiten dürfen, dann ist das gar nicht so einfach. Allerdings ist der Pokal auch nur ein schöner Zusatz, den der Verband nun clever und realistisch einbinden muss. In der Liga haben wir nun elf Endspiele. Wir müssen gucken, dass wir die elf Spiele in Bestbesetzung antreten. Für die Mannschaft geht es ja noch um richtig etwas.

Die Ziel bleibt weiterhin der Aufstieg in die Westfalenliga. Wir wollen aber natürlich auch in beiden Wettbewerben solange wie möglich mitspielen. Wenn wir am Ende aber Meister werden und aufsteigen, dann verliere ich auch gerne die erste Runde in Olpe.“ Türkspor Dortmund bestreitet die erste Runde des Westfalenpokal beim Landesligisten Spielvereinigung Olpe. Im Landesliga-Meisterschaftsbetrieb möchte Türkspor noch auf den ersten Platz klettern.

Thomas Gerner gibt bei Mengede 08/20 weiter die Richtung vor. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Thomas Gerner (Trainer Mengede 08/20): Grundsätzlich ist es für uns erst einmal ein Highlight, dass wir den Westfalenpokal erreicht haben. Die Jungs freuen sich darauf, sich mit überkreislichen Teams zu messen. Dass der Pokal aber einen höheren Stellenwert hat als die Meisterschaft, wage ich zu bezweifeln. Mir selbst fehlt momentan das Gefühl, mich in den Fußball reinzufinden. Ich befürchte, dass in dieser Saison überhaupt nicht mehr gespielt wird und dass die Saison dann annulliert wird. Ich bin der Meinung, dass der Lockdown noch mindestens bis Ende Februar gehen wird. Daher fehlt mir der Glaube, dass wir vor April tatsächlich wieder auf den Platz dürfen.

Zur Verletzungsprophylaxe bräuchten wir dann vier Wochen Vorbereitungszeit. Wenn der Pokal dann sonntags gespielt würde, könnte ich damit leben. Wir sind überhaupt erstmal wieder froh, wenn wir Fußball spielen dürfen. Für mögliche Zuschauer wäre es dann auch lukrativer, solche Spiele am Sonntag zu sehen. Man würde sich auch die weiten Fahrten unter der Woche sparen.“ Thomas Gerner und Mengede 08/20 stecken in der Bezirksliga mitten im Aufstiegskampf. Im Westfalenpokal steht ein Heimspiel gegen SW Wattenscheid 08 an.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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