Marvin Raab verlässt Westfalia Wickede. © Nils Foltynowicz
Amateurfußball

Weil Westergerling kommt, geht Raab bei Wickede und erwägt nun, mit Fußball aufzuhören

Wickede hat in Frederic Westergerling einen neuen Keeper geholt. Vier Torhüter sind dem Westfalenligisten zu viel. Marvin Raab muss gehen. Der Torwart überlegt nun, die Handschuhe nie wieder anzuziehen.

Zufrieden sei er mit der Leistung der Torhüter bisher nicht gewesen, gab Daniel Dukic, Sportlicher Leiter von Westfalia Wickede, unverhohlen zu. Deshalb legt der Westfalenligist jetzt nach. Frederic Westergerling kommt vom TuS Bövinghausen. Marvin Raab muss ihm Platz machen, dabei war der erst im Sommer gekommen.

Verärgert zeigt sich Raab darüber nicht, als wir in nach der Entscheidung des Vereins fragen. „Ich bin nicht sauer und mache niemandem einen Vorwurf. So ist das nun mal manchmal im Fußball“, sagt der 23-Jährige und bestätigt damit den Eindruck von Wickedes Sportlichem Leiter, Dukic.

Der betonte am Freitag, dass Raab die Entscheidung, „rein sportliche Gründe“ habe, gut aufgenommen habe. Marvin Raab sei dankbar für die Offenheit gewesen. „Ich werde mich in den kommenden Tagen abmelden, gehe aber nicht mit Groll aus Wickede weg“, sagt Raab.

„Selbst unter den Leistungen geblieben“

Sein Ziel sei gewesen, erster Torwart zu werden. „Ich bin aber selbst unter den Leistungen geblieben, die ich abrufen kann“, zeigt Raab Verständnis. Der 1,94-Meter-Mann war für Wickede in zwei Ligaspielen zum Einsatz gekommen. Und die waren für den Torhüter besonders bitter. Jeweils sechsmal schlug der Ball in den Partien gegen Concordia Wiemelhausen (4:6) und SV Sodingen (0:6) hinter ihm im Tor ein.

„Wenn du zweimal sechs Tore bekommst, spricht das natürlich nicht für dich“, sagt Raab. Die Leistungen habe in diesen beiden Spielen aber bei der ganzen Mannschaft nicht gestimmt. Dabei stecke in der Mannschaft Qualität. „Bei Wickede stehen ja gestandene Westfalenliga-Spieler auf dem Platz“, sagt Raab.

„Ich wollte mich dann in den nächsten Spielen beweisen. Dazu kam es nicht mehr.“ In der kommenden Woche werde er Gespräche mit anderen Vereinen führen. „Ich habe ja sowieso immer recht verstreut gespielt“, sagt Raab, der schon für Hassel, Herne, Kirchhörde, Lünen und Iserlohn gespielt hat.

Gespräche stehen an

Unter den Vereinen, mit denen er sprechen wolle, seien Landesliga- und Westfalenliga-Klubs aus Dortmund, aber auch aus Gelsenkirchen. Raab selbst, wohnt in Castrop-Rauxel. „Die Angebote müssen mich aber zu hundert Prozent überzeugen. Ich kann mir sonst auch vorstellen, mit dem Fußball aufzuhören“, sagt der 23-Jährige.

„Mir macht es zwar noch Spaß, zu spielen, aber ich bin jetzt auch in meinem Masterstudium.“ Der Fußball fresse mit Training und Spiel schon viel Zeit, sagt der Torhüter. „Ein bisschen mehr Zeit für Familie, Freunde und meine Freundin, mit der ich bald zusammenziehe, wären schön.“ Außerdem wisse man ohnehin nicht, wie es mit der Saison und Corona weitergehe. „Vielleicht pausiere ich jetzt auch und steige dann im Sommer wieder ein“, sagt Raab.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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