Die Weichen sind gestellt. © picture alliance/dpa
Fußball

Weichen auf eine positive Zukunft gestellt: Trainer, Co-Trainer und elf Spieler bleiben

Ob und wann es mit dem Amateurfußball weitergeht, ist komplett ungewiss. Ein Dortmunder Traditionsklub setzt in der spielfreien Zeit jetzt ein Zeichen für eine positive Zukunft.

Immer mehr Stimmen aus der Politik werden lauter, dass der aktuelle Lockdown sich sogar bis in den April hineinzieht. Damit wäre es fast ausgeschlossen, bis zum 30. Juni zumindest die Hinrunde noch hinzubekommen. Das ist nötig, um die Spielzeit werten zu können.

SV Brackels Landesliga-Trainer Giovanni Schiattarella versteht ja den Verband, dass er aus rechtlichen Gründen die Saison jetzt nicht annullieren darf. Er hat aber eine andere Idee. „Warum unterbrechen wir nicht einfach die Spielzeit und spielen sie dann im August, September oder Oktober weiter?“ Für ihn ist es erstmal wichtig, dass die Wirtschaft, die Schulen, der Einzelhandel und die Gastronomie auf die Beine kommen.

Seniorenfußball an letzter Stelle

„Wichtig wäre auch, dass die Jugend irgendwann wieder mal in Kleingruppen zusammen trainieren darf, um soziale Kontakte zu haben. Uns Seniorensportler sehen ich an letzter Stelle, wenn es darum geht, den Lockdown zu lockern“, so Schiattarella.

Trotz seiner Prognose sieht er es als seine Pflicht an, die Planungen für die kommende Spielzeit voranzutreiben. Er selbst hat schon um eine Saison verlängert. Jetzt folgen ihm seine Co-Trainer Dennis Wegener und Andreas Toetz, zudem elf Spieler. So haben Niklas Rybarczyk, Max Müller, Patrick Sacher, Tobias Hartmann, Justin Lange, Daniel Jänicke, Luis Asante, Mehmet Erdogan, Soufiane Halim, Philip Stojanoski und Jonah Ernst ihre Zusage für die Spielzeit 2021/22 gegeben.

Niklas Rybarczyk vom SV Brackel 06 war bei
Niklas Rybarczyk vom SV Brackel 06 war bei “Nur einer darf mit” zu Gast. © Screenshot: Kisker © Screenshot: Kisker

„Damit haben wir schon einmal einen starken Block zusammen“, erklärt Schiattarella. Die Gespräche mit dem restlichen Kader laufen aktuell, auch die mit möglichen Zugängen. „Wir wollen uns treu bleiben und junge, talentierte Spieler verpflichten, die wir weiterentwickeln“, sagt Schiattarella.

Der Vorsitzende Olaf Schäfer ist extrem zufrieden mit dem Ist-Zustand. „Das sieht wirklich gut aus für die nächste Saison. Giovanni macht hier einen fantastischen Job“, sagt Schäfer. Der Vorsitzende sieht auch zu, dass es in der Jugend weitergeht. „Wir wollen hier wieder überkreislich spielen“, sagt er. Der kommissarische Jugendleiter Christian Schaake sei dabei, die richtigen Strukturen dafür aufzubauen. Es wurden für die Ziele auch erfahrene Trainer wie Volker Bolte und Mounir Bazzani geholt.

Neue Toiletten

Aber auch neben dem Sport möchte der Klub sich weiterentwickeln. „Wir planen hier behindertengerechte Toiletten, einen neuen Besprechungsraum für die Mannschaften und einen Wintergarten“, sagt Schäfer. Er möchte neue Spieler nicht mit hohen Geldsummen locken, sondern mit einer familiären Atmosphäre.

Ein möglicher Aufstieg in die Westfalenliga ist für ihn ganz weit weg. „Denn dafür musst du einfach Geld in die Hand nehmen. Und das ist nicht unsere Philosophie“, so Schäfer. Er möchte, dass die talentierte Mannschaft sich organisch entwickelt. „Und wenn die Mannschaft sich so positiv entwickelt, dass wir plötzlich oben dabei sind, dann sagen wir bestimmt nicht nein zu einem Aufstieg. Aber aktuell sind wir von der Westfalenliga noch weit entfernt.“

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Lokalsport ist mehr als ein reines Ergebnis. Es ist ein Erlebnis.
Zur Autorenseite
Thomas Schulzke

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.