Said Dahoud (M.) kehrt aus Syrien zurück zum ASC 09 Dortmund. © Privat
Fußball

Warum kehren Sie aus Syrien zum ASC 09 zurück, Said Dahoud?

Said Dahoud, der jüngere Bruder des BVB-Profis Mahmoud Dahoud, wechselte im Sommer 2020 zum Oberligisten ASC 09, ehe er sich nur ein paar Wochen später einem syrischen Erstligisten anschloss. Nun ist er zurück.

Eine „überragende Vorbereitung“ habe er gespielt, lobte Samir Habibovic, Sportlicher Leiter des Fußball-Oberligisten ASC 09 Dortmund, seinen Neuzugang. Said Dahoud war damals Wunschspieler von Trainer Antonios Kotziampassis. Nach nur ein paar Wochen im ASC-Trikot entschied sich der Bruder von Mahmoud Dahoud dann aber für einen Wechsel auf einen anderen Kontinent.

In Syrien schloss sich der 22-Jährige dem Klub Al-Harjalah an. Als Deutsch-Syrer wollte er damals den Schritt in die alte Heimat wagen. In der Premier League, wie die syrische 1. Liga heißt, sei er 12, 13 Mal zum Einsatz gekommen, erzählt er. Zwei Tore seien ihm dabei gelungen. Das Team beendete in einer 14er-Liga die Saison auf Platz zwölf und hielt die Klasse. Nach nicht einmal einem Jahr folgt nun aber die Rückkehr Dahouds.

Den Weg nach Syrien hätte auch Jan Ramadan, Trainer des Bezirksligisten FC Roj, wagen können. Er entschied sich am Ende gegen einen Wechsel in die Premier League, weil er Bedenken um seine Sicherheit hatte. Waren solche Bedenken ein Grund für Said Dahoud, nach Deutschland zurückzukehren?

„Nein“, sagt er. „Ich habe mich in Syrien sehr sicher gefühlt.“ Er habe in der Hauptstadt Damaskus gelebt, dort habe man nur sehr selten etwas vom Bürgerkrieg, der seit über zehn Jahren tobt, miterlebt. Die Kämpfe fänden zum Großteil um die nördliche Stadt Aleppo herum statt, wo auch Jan Ramadans Angebot herkam.

Der Grund zurückzukehren sei vor allem die Familie gewesen. „Es war für mich schwer, mich alleine da einzuleben. Ich habe mich nicht wohl gefühlt“, sagt Said Dahoud. „Deswegen wollte ich wieder zurück.“

Dass sein erster Ansprechpartner bei einer Rückkehr dann wieder der ASC 09 Dortmund sein würde, sei ihm klar gewesen. „Beim ASC habe ich mich sehr wohl gefühlt und deswegen einfach nachgefragt, ob sich auch der Verein eine Rückkehr vorstellen kann.“ Das konnte er.

„Er gibt uns eine Extra-Option mehr, ein ganz spezieller Spielertyp“, sagte ASC-Teammanager Emre Konya. „Er geht gerne in die 1-gege-1-Situationen und bringt uns noch mehr Flexibilität.“

Sich freuen dürfte auch ASC-Coach Kotziampassis, der Dahoud bereits als Jugendtrainer bei RW Essen und später beim TuS Sinsen trainierte. „Er hat sehr viel Vertrauen in mich“, sagt Dahoud. „Ich bin sehr dankbar, zurück zu sein.“

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