Alexander Schlüter (r.), hier bei einem Benefizturnier 2018 gegen Borussia Dortmunds Alex Isak, spielt künftig für den BSV Schüren - allerdings vorerst nur für ein halbes Jahr. © imago/Team 2
Fußball-Westfalenliga

Warum haben Sie in Schüren nur für ein halbes Jahr zugesagt, Alexander Schlüter?

Alexander Schlüter ist neu beim BSV Schüren. Der Innenverteidiger wechselt vom Ligakonkurrenten DSC Wanne-Eickel zum Dortmunder Klub - bleibt aber erst einmal nur ein halbes Jahr. Warum?

Der BSV Schüren hat sich in dieser Woche noch einmal mit einem Qualitätstransfer verstärkt. Alexander Schlüter wechselt vom DSC Wanne-Eickel zum BSV. Die Schürener sind Schlüters erster Dortmunder Klub. Vorerst bleibt der 30-Jährige aber erst einmal nur bis zum Sommer in Dortmund. Wir haben ihn im großen Interview gefragt, was die Gründe dafür sind.

Herr Schlüter, Sie wechseln mit sofortiger Wirkung zum BSV Schüren. Warum haben Sie sich für genau diesen Klub entschieden?

Als es in Wanne-Eickel zum Ende kam, hat Kamil Bednarski (Stürmer und Co-Trainer BSV Schüren, Anm. d. Red.) davon Wind bekommen. Wir haben damals zusammen beim VfB Hüls gespielt und sind auch danach in Kontakt geblieben. Wir haben dann über die aktuellen Umstände und die Situation gesprochen und er hat mich gefragt, ob ich nicht direkt nach Schüren kommen soll. Eigentlich bin ich nicht der Typ, der im Winter wechselt, nach den Gesprächen mit Peter Seifert (Vorsitzender BSV, Anm. d. Red.) und Mehmet Aslan (Sportlicher Leiter BSV, Anm. d. Red) konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden. Ich war schnell angefixt und hatte Bock auf Schüren. Deswegen haben ich auch schnell zugesagt.

Man hat gelesen, dass Wanne-Eickel nicht mehr mit Ihnen geplant haben soll. Gehen Sie im Bösen auseinander?

Das stimmt. Wanne-Eickel hat über den Sommer hinaus nicht mehr mit mir geplant. Die Umstände waren aber nicht optimal, da ich von dieser Info aus externen Kreisen gehört habe und nicht von den Verantwortlichen selbst. Das fand ich sehr enttäuschend, vor allem von einer Person. Da hatte ich es für selbstverständlich gehalten, dass man offen und ehrlich darüber spricht. Für mich ist das Thema aber jetzt durch. Ich gehe nicht im Bösen auseinander. Ich muss Torsten Biermann (Vorsitzender DSC, Anm. d. Red.) auch meinen Dank aussprechen, dass er mir den Wechsel ermöglicht hat und mich einfach im Winter zu einem direkten Konkurrenten ziehen lässt.

Tut Ihnen der Abschied weh?

Aufgrund der Umstände ist all das natürlich ein bisschen schade – vor allem auch, dass der Wechsel so zustande gekommen ist. Ich hätte mir schon vorstellen können, länger in Wanne-Eickel zu bleiben. Ich hatte dort eine schöne Zeit, war dreieinhalb Jahre dabei und habe sehr viele Freunde dazubekommen. Die Umstände tun schon weh, aber ich hinterlasse die Erinnerung Wanne-Eickel als eine positive.

Sie haben beim BSV zunächst einen Vertrag bis zum Sommer unterschrieben. Warum nur so kurz?

Ich bin aktuell in den letzten Zügen meines Maschinenbaustudiums in Bochum. Außerdem arbeite ich als Lehrer in einer Berufsschule in Recklinghausen. Danach ist es dann so, dass ich mich im Sommer in der Industrie umgucken muss, wo ich einen Job bekomme. Daher hängt mein Schüren-Verbleib auch vom Job ab. Das ist vor allem ein Zeitfaktor.

Also gibt es für Sie die Option, auch länger zu bleiben?

Das hängt wie gesagt stark davon ab, wohin es mich beruflich zieht. Wenn es zeitlich möglich ist und es eine vernünftige Entfernung ist, dann kann ich mir schon vorstellen, länger in Schüren zu bleiben. Die Verantwortlichen aus Schüren haben sich sehr um mich bemüht. Auch Kamil hat mir gesagt, dass er sich hier sehr wohlfühlt.

Wo kommen Sie denn her?

Ich wohne in Gelsenkirchen.

Hui.

Ja, das ist vielleicht nicht die beste Antwort im Dortmunder Raum (lacht).

Zurück zu Schüren: Hängt Ihr Verbleib auch von einem Klassenerhalt ab?

Darüber habe ich mir noch gar nicht so viele Gedanken bisher gemacht. Weil die Qualität im Kader so hoch ist, gehe ich davon aus, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden. Mit Jonas, Massimo und Kamil (Acquistapace, Ornatelli und Bednarski, Anm. d. Red.) hat man ordentlich Qualität. Dazu gibt es noch andere Eckpfeiler und viele junge Spieler, um eine gute Rolle in der Liga zu spielen. Ich gehe auch stark davon aus, dass ich dem Team noch helfen kann. Wenn es trotzdem schlecht aussehen sollte, dann kann man sich im Sommer immer noch Gedanken darüber machen.

Sie kennen sich im Dortmunder Raum noch nicht so gut aus, haben selbst noch nicht dort gespielt. Wie ist dennoch Ihr bisher Eindruck von Dortmund? Sie hatten ja schon mehrfach Spiele gegen Dortmunder Klubs…

Das stimmt. Tatsächlich habe ich als Heimvertreter noch nie in Dortmund gespielt. Das eine oder andere Auswärtsspiel hatte ich hier aber schon. Gefühlt spielt in der Westfalenliga 2 nahezu jede Mannschaft im Dortmunder Bereich. Alleine diese Tatsache, dass die Klubs so hoch spielen, spricht für die Qualität in Dortmund. Dortmund ist ein Aushängeschild. Auch die Infrastruktur ist bei vielen Vereinen richtig gut. Zu den Plätzen haben die meisten zusätzlich auch eine Form von Stadion. Hier in Dortmund ist also vieles möglich.

Abschließend eine Frage zu einem Ihrer Mitspieler: Sie sind ein erfahrener Spieler, werden an der Seite von Jonas Acquistapace spielen, der ebenfalls große Erfahrungen aufweist. Freuen Sie sich darauf und was können Sie von ihm noch lernen?

Ich bin ein Mensch, der generell jeden Tag dazu lernt und dazu lernen möchte – egal wie alt und erfahren ich bin. Ich kann immer dazu lernen, sowohl im Spiel als auch im Training. Deswegen würde es mich sehr freuen, wenn ich von meinen Mitspielern oder meinem Trainer noch etwas lernen kann. Gerade bei Jonas bin ich aber davon überzeugt, das eine oder andere mitnehmen zu können. Ich freue mich tierisch darauf, neben ihm auf dem Platz zu stehen.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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