Rudern

Vom Zehn-Tage-Menüplan bis Modelleisenbahn: Achter tankt Kraft für 2021

Zehn Tage raus aus dem großen, grünen Boot: Die Ruderer des Deutschlandachters genossen die kurze Trainingspause zwischen Weihnachten und Neujahr. Es hieß Kraft tanken für die großen Ziele.
Morgenstimmung im Trainingslager in Portugal © Deutschlandachter.de

Noch einen Tag vor Heiligabend saßen die Riemenrecken im Boot, zogen auf dem Dortmund-Ems-Kanal letzte Bahnen vorm Fest. Dann begann die kurze Zeit des Innehaltens und Durchschnaufens. Gerade nach diesem turbulenten Jahr. Am 2. Januar kommt die Mannschaft am Stützpunkt in Dortmund wieder zusammen, um die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2021 in Tokio fortzusetzen.

Smartphone zur Seite legen

Nach einem intensiven, fast dreiwöchigen Trainingslager im portugiesischen Avis galt es, die Akkus wieder aufgeladen – und zwar auf ganz unterschiedlich Weise. „Ich freue mich am meisten auf die Zeit mit meiner Familie und die Pause vom Alltag. In der ruhigen Zeit bietet es sich an, Ablenkungen wie das Smartphone mal bei Seite zu legen und sich voll auf den jetzigen Moment mit den Liebsten zu fokussieren. Das erdet und hilft beim Reflektieren und Energie tanken fürs neue Jahr“, sagt zum Beispiel Maximilian Planer.

Hobby-Koch Marc Leske hat die kostbare Zeit mit seinen Liebsten minutiös vorausgeplant, wie er berichtet: „Um so intensiver kann ich die Zeit mit meinem Bruder und meinen Eltern genießen. Ich habe mit meiner Mutter schon vor längerer Zeit einen Zehn-Tages-Menüplan aufgestellt. Wir werden zusammen also extrem lecker und vielseitig kochen und essen“.

Ein Wettkampf, ein Sieg: Der Deutschlandachter wurde Europameister. © dpa © dpa

So ganz auf der faulen Haut gelegen haben die Ruderer natürlich nicht, jeder hatte individuelle Trainingspläne im Gepäck. „Ich fahre viel Rad oder gehe auch mal laufen“, so Wolf-Niclas Schröder. Auch Routinier Richard Schmidt bevorzugt die Kombination Sport und Familie: „Miriam und ich werden die Zeit mit unserer Tochter Mathilda zusammen genießen. Neben dem täglichen Sport über die Weihnachtsfeiertage werden wir vor allem entspannen und Kraft für das nächste Jahr tanken.“

Maximilian Korge genießt in Berlin die Ruhe und das Familienleben: „Ich habe dieses Jahr die Möglichkeit, für meine Neffen die Modelleisenbahn aufzubauen und weiter zu verbessern. Ein echtes Generationenprojekt. Bereits mein Großvater wollte damit seinen Kindern eine Freude bereiten. Sicher ist für den ein oder anderen H0, Fleischmann und Faller ein Begriff.“ Daneben nutzt er die Zeit, „sich selbst zu sortieren. Einen kurzen Moment der inneren Ruhe finden und aufgeschobene Aufgaben einfach mal wegarbeiten. Zwischen dem 23.12. und dem 02.01 herrscht eine andere Zeitrechnung, alles läuft etwas langsamer.“

Uwe Bender verspürt schon „Olympia-Feeling“ © Paul Hense © Paul Hense

Das Dezember-Trainingslager in Portugal war anstrengend genug – der Bundestrainer war angetan: „Ich bin sehr zufrieden, wir konnten gut trainieren und unser Programm zu 100 Prozent durchziehen“, sagt Uwe Bender. Das Wetter sei zwar eher durchwachsen gewesen, aber keine der geplanten Einheiten musste ausfallen. „Es hat allen gut getan, dass wir dieses Trainingslager in Portugal absolviert haben. Das war schon zu spüren. Es war schön, nach so langer Zeit mal wieder woanders zu trainieren. Jeder weiß, warum das Training wichtig ist, aber das hat alle nochmal zusätzlich motiviert“, so Bender: „Alle Sportler haben sehr gut mitgezogen, konzentriert und engagiert. Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht.“

Tokio wird greifbarer

Mit dem Jahreswechsel wird nun auch das Ziel Olympia in Tokio immer greifbarer. Bender ist überzeugt: „Die Bestätigung des IOC, dass die Spiele stattfinden, nehme ich als Garantie, dass es auch so kommt. Das Olympia-Feeling ist bei uns schon da. Wir arbeiten ja die ganze Zeit auf Olympia hin. Uns ist klar, was wir dort erreichen wollen. Uns ist aber auch klar, was wir bis dahin noch leisten müssen.“

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.