Hier lacht Söldes Trainer Marco Nagel. In ihm brodelt es aber. © Stephan Schuetze
Fußball-Bezirksliga

VfR Söldes Neuzugang aus der B-Liga trifft zum ersten Mal – und dann gleich dreifach

Bis zum dritten Spieltag hat es gedauert, bis der Torschützenkönig aus der Kreisliga B auch in der Bezirksliga getroffen hat. Dann knallte es aber richtig.

Der Mann für die torreichen Momente waltet auch in Sölde seines Amtes. Mit der der Empfehlung von geschätzten 80, 90 Toren in zwei Jahren ist er vom B-Ligisten TuS Kruckel zum Bezirksligisten VfR Sölde gewechselt.

Gegen den BV Brambauer benötigte Ertugrul Aksoy (28) fünf Minuten, um aus einem 2:2 ein plötzlich sehr deutliches 5:2 zu machen. Wir haben den Neuen, der aus der Tiefe (der B-Liga) kam, angerufen, um mit ihm über diesen Senkrechtstart, der in seiner Karriere eigentlich gar keiner ist, zu sprechen.

Ertugrul – oder wie im von Ihrem Trainer geschickten Kontakt – Egosch, was hören Sie lieber?

Ja, Egosch ist schon okay. Seit ein Juniorentrainer in Hombruch mich so nannte, ist das im Fußball mein Name. Ertugurul, wie es bei fussball.de steht, ist aber falsch. Ertugrul heiße ich richtig.

„Egosch trifft wieder“, wäre also für Sölde eine passende Headline. Sie kommen gegen Brambauer in der 62. Minute, laufen heiß und treffen von der 87. Minute an dreimal. Als Außenstehende fragen wir uns: Warum brachte Trainer Marco Nagel Sie so spät?

Ganz einfach: Ich habe seit unserem ersten Spiel in Holzwickede, als ich früh runter musste, Oberschenkelprobleme. Nichts Schlimmes, aber ich musste auch vergangene Woche noch passen. Einen Kurzeinsatz aber habe ich mir jetzt zugetraut.

Und was für einen! Sie kamen und trafen, ein später Hattrick! Ist es wirklich so einfach, wie es manchmal klingt?

Ich glaube, schon eiskalt vor dem gegnerischen Tor zu sein. Ich mache sie einfach, ohne groß zu überlegen. Ich zappel nicht. Meinen Hattrick verdanke ich aber auch einer Mannschaft, die 90 Minuten lang gewinnen wollte und besonders dem nach mir eingewechselten Rithuschan Ketheeswaran, der mir hervorragend aufgelegt hat. Seine Vorlagen waren Gold wert.

Und jetzt stehen Sie mit neun Punkten alleine oben und fahren zum vermeintlichen Mitfavoriten Königsborner SV, der gerade mal vier Zähler hat. Zehn Punkte aus vier Spielen hatte Ihr Teamkollege Marvin Koschinski vor einer Woche als Wunsch ausgegeben. Das ist nun mehr als drin…

Wir wollen jedes Spiel gewinnen, aber klar, sollte es jetzt ein Remis werden, ist keiner enttäuscht. Königsborn aber bleibt für mich eins der Topteams der Liga.

Und Ihr VfR?

Ich bin keiner für die Goldene Ananas. Entweder soll es um den Titel oder gegen den Abstieg gehen. Diese Spannung gehört dazu. In unserem Fall wäre es also gut, oben mitzuspielen.

Ein Aufstieg im Jubiläumsjahr, das wäre doch was für die Vereinschronik. Oder?

Ja, schon ein Träumchen, aber wirklich nur ein Träumchen. Dann muss aber schon wirklich alles für uns laufen. Bitte nicht falsch verstehen, das ist nicht unser erklärtes Ziel. Aber wir haben jetzt alle drei Spiele gewonnen, da oben fühlen wir uns wohl. Nur werden die kommenden Aufgaben schwierig genug.

Wie geht es Ihrem Oberschenkel? Denn Ihre Tore dürften wichtig werden…

Besser, ich steigere jetzt das Training. Ich hoffe, in Königsborn bin ich länger auf dem Feld.

Gehen wir noch einmal etwas zurück. Natürlich fielen Ihre vielen Tore in Kruckel auf. Warum aber versuchen Sie es erst jetzt im überkreislichen Bereich? Und warum klappt es dann auch gleich so gut?

Ich war immer der Typ, der nah an seinem Wohnort mit Freuden kicken wollte. Ich wohnte lange in Hombruch. Bevor ich mit meinem Cousin Mehmet Aksoy in Kruckel war, hatten wir versucht, mit der 2. Mannschaft von RW Barop etwas aufzubauen. Das klappte nicht so richtig. Also hatten wir dann in Kruckel unseren Spaß. Mehmet aber ging, ich bekam Angebote. Und da passte für mich Sölde am besten.

Was gab den Ausschlag?

Ich wohne mittlerweile in Brackel. Da haben wir die Nähe. Und ich kannte schon zwei, drei Leute aus der Jugend, die jetzt beim VfR gelandet sind. Dazu kommt, wir haben eine starke Mannschaft.

Und der Einstieg scheint Sie in Ihrer Erwartung zu bestätigen?

Ja, der Verein ist super, die Leute sind super, die Mannschaft ist es auch. Ich bin wirklich gerne hier.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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