Der VfL Kemminghausen hat sich neu aufgestellt. © Nils Foltynowicz
Fußball-Bezirksliga

Tuna Kayabasi küsst Kemminghausen wach: „Der Verein war klinisch tot“

Der ersten Mannschaft des VfL Kemminghausen ging es vor einem Jahr gar nicht gut. Nur zwei Spieler zählten zum Kader. Tuna Kayabasi stand vor einer Mammutaufgabe. Jetzt sieht die Lage ganz anders aus.

Der VfL Kemminghausen ist momentan in aller Munde: Spektakuläre Spielertransfers, eine Kooperation mit dem Unternehmen 4BRO und zuletzt die Verpflichtung von B-Lizenz-Trainer Bülent Kara, der von der SG Gahmen kommt. Der Fußball-Bezirksligist ist wieder jemand im Dortmunder Amateurfußball – auch dank der Arbeit des Sportlichen Leiters Tuna Kayabasi. Dabei sah das vor rund einem Jahr noch ganz anders aus.

Als Tuna Kaybasi in Kemminghausen anheuerte, ging es dem VfL gar nicht gut. Der Kader der ersten Mannschaft – eigentlich hatte Kayabasi mit acht bis neun Spielern gerechnet – war auf zwei Kicker geschrumpft. Zwei. Kayabasi musste improvisieren. Er benötigte Spielermaterial, um zumindest eine Mannschaft stellen zu können und ließ seine Kontakte spielen. Er hörte sich in Hagen um, in Gelsenkirchen ebenso. „Ich wusste durch meine Kontakte, wo ich Spieler herbekommen kann“, sagt Kayabasi. Zusätzlich installierte er Trainer Mirsad Gutic als Chefcoach, doch der blieb nicht lange, gab schon früh in der Saison seinen Posten wieder auf.

So stand Kayabasi wieder alleine da, übernahm interimsmäßig nun auch noch das Traineramt. Die Corona-Pause rettete ihn. All das war im Oktober 2020. Seitdem ist viel passiert. Die Spielzeit 2020/21 ist annulliert worden, Kemminghausen geht in der neuen Saison also wieder in der Bezirksliga auf Punktejagd. Kayabasi hat die Zeit genutzt, um dem Verein seinen Stempel aufzudrücken.

„Ich habe mit vielen Spielern gesprochen, mit unserem Vorstand Gespräche geführt. Kemminghausen ist immer ein Verein gewesen, der von einem großen Fan-Kreis profitiert hat“, so Kayabasi, der offen zugibt, dass dem Verein an sich Corona zugutekam.

Mittlerweile sieht der Kader deutlich besser aus. Kayabasi hat eine Menge Akteure verpflichtet, die auch schon mal höherklassig gespielt haben – wie beispielsweise Tolga Buyruk, Semih Esen, Mert Ahmet Akbulut oder Fabian Kolodzick. Daneben ist nun Bülent Kara an Bord, ein Trainer, der sich mit Aufstiegen auskennt – und bald auch mit dem VfL in die Landesliga aufsteigen soll? „Langfristig muss der Aufstieg her. Dann wollen wir in der Landesliga erstmal spielen. Ich gebe uns aber generell Zeit. Der Verein war klinisch tot“, sagt Kayabasi.

Demnächst sollen noch weitere Spieler zum VfL stoßen. Spieler mit Erfahrung und Qualität. Aber wie macht Kayabasi das? Mit finanziellen Reizen? „Nein. Bei uns geht es nicht ums Geld. Wir zahlen nur einheitlich eine Siegprämie. Wir wollen viel mehr eine große Familie werden, bieten den Spielern Trainingsklamotten und ein gutes Konzept“, sagt Kaybasi, der noch fünf, sechs Topspieler holen möchte.

Es bleibt abzuwarten, in welche Richtung sich der VfL entwickelt. Das Fundament ist jetzt wieder vorhanden – und das sieht vielversprechend aus. Nun wird es Zeit, dass die VfL-Jungs demnächst auch wieder kicken können.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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