Ein Dortmunder Verein hat in der Vorweihnachtszeit einen riesigen Grund zur Freude. © Bandermann
Sport in Dortmund

Trotz Corona: Dortmunder Verein hat plötzlich 1 Million Euro mehr auf dem Konto

Trotz Corona kann sich ein Dortmunder Verein gerade so richtig freuen – über 1 Million Euro. Wir haben mit dem Klub darüber gesprochen, wie man an so viel Geld kommt und was der Verein damit vorhat.

Es ist eine Summe, von der andere Vereine nur träumen können – gerade in Corona-Zeiten. 1 Million Euro hat ein Dortmunder Klub jetzt erhalten und das Geld auch schon fleißig verplant. Die Summe hat im Verein natürlich für richtig gute Laune gesorgt.

„So viel Geld hatte ich noch nie auf einen Schlag in der Hand“, sagt Dr. Alexander Kiel und lacht. „Das war ein ganz toller Moment“, erinnert sich der Vorstandsvorsitzende des TSC Eintracht Dortmund an den denkwürdigen Dienstag (15. Dezember) in Düsseldorf. Kiel war gemeinsam mit Jörg Rüppel, dem Vorsitzenden des StadtSportBundes Dortmund, in die Landeshauptstadt gereist, um das Geld von NRW-Staatssekretärin Andrea Milz entgegenzunehmen.

Jörg Rüppel, Vorsitzender des StadtSportBundes Dortmund, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt und Dr. Alexander Kiel, Vorstandsvorsitzender des TSC Eintracht Dortmund, (v.l.) bei der Übergabe der Fördersumme. © LSB NRW | Andrea Bowinkelmann © LSB NRW | Andrea Bowinkelmann

Aber warum kann der TSC plötzlich mit 1 Million Euro mehr planen? Möglich gemacht hat es das Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ des Landes NRW. „Zur Behebung des massiven Modernisierungs- und Sanierungsstaus bei Sportstätten stehen mit dem Sportstättenförderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ bis zum Jahr 2022 insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung, von denen Sportvereine und -verbände in noch nie da gewesenem Ausmaß profitieren können“, heißt es auf der Homepage des Landes.

TSC Eintracht hätte seine Pläne radikal streichen müssen

Bisher hat im Rahmen des Programmes kein Verein eine so hohe Summe zugesprochen bekommen wie der TSC Eintracht Dortmund. „Das ist eine große Anerkennung der Arbeit hier in Dortmund – und das freut uns natürlich doppelt“, erklärt Kiel, dessen Verein vom SSB in einer Vorauswahl für eine Förderung vorgeschlagen wurde. Neben dem TSC wurden übrigens auch dem BSV Schüren (89.959 Euro) und dem Bürger-Schützen-Verein Aplerbeck (81.729 Euro) Fördergelder zugesprochen.

Aber warum ist die Summe für die Eintracht so hoch ausgefallen? Dr. Alexander Kiel, der schon den Donnerstag vor der Übergabe von dem Betrag erfahren hatte, weiß, weshalb der Scheck so üppig ist. „Wir nehmen ja selbst auch viel Geld in die Hand, von daher wurde das auch sicherlich so anerkannt.“

Schon seit einem Jahr stehe der Modernisierungsplan der Eintracht, dessen Kosten sich laut Kiel auf 2,6 Millionen Euro belaufen. Der hauptamtliche Vorstandsvorsitzende des TSC, mit über 7000 aktiven Mitgliedern übrigens der größte Verein der Stadt, hat mit seinen Kollegen auch deshalb auf eine hohe Summe aus dem NRW-Programm gehofft.

„Wir haben diesen Plan damals in der Hoffnung fertiggestellt, dass eben diese Fördersumme dabei rumkommt“, so Kiel. Hätte es diesen Zuschuss aus Düsseldorf nicht gegeben, hätte der Verein radikal Posten von seinem Plan streichen müssen. „Es fällt natürlich leichter, zum Beispiel in energetische Maßnahmen zu investieren, wenn man 50 Prozent Förderung dafür bekommt, ansonsten kann man sich das eventuell gar nicht leisten.“

Die angesprochenen energetischen Sanierungsmaßnahmen, an denen der Verein schon seit 2009 arbeitet und zu denen Kiel auch den Austausch der Flutlichtanlage für die Fußballer und eine Photovoltaik-Anlage zählt, belaufen sich allein schon auf insgesamt 980.000 Euro. Dazu wollen die Dortmunder Dusch- und Umkleideräume sanieren – und vieles mehr.

TSC Eintracht hat die ersten Projekte schon angeschoben

Die 1 Million Euro sind also schon verplant, oder? „Ja“, bestätigt Kiel, „wir haben tatsächlich schon die ersten Dinge in Auftrag gegeben.“ Ganz vorne auf der Liste steht – aktuell passen – die Gestaltung eines Fitnessareales im Außenbereich des TSC-Geländes an der Victor-Toyka-Straße.

Corona sei allerdings nicht der Grund für die Idee gewesen, so Kiel: „Den Trend, Sport an der frischen Luft zu treiben, gab es schon vorher, das hatten wir vor der Pandemie geplant. Das hat sich jetzt aber natürlich noch mal verstärkt.“ Die Eintracht hofft, mit dem neuen Außenbereich schon im Frühsommer 2021 startklar zu sein.

Ein guter Plan, erste Umsetzungen, eine hohe Förderung – aber woher kommen eigentlich die fehlenden 1,6 Millionen Euro? Auch das hat die Eintracht bereits geplant. Zum einen nutzt der TSC finanzielle Mittel von Bund und Kommune, nimmt aber auch Darlehen auf, nutzt Geld von Sponsoren und finanziert einen Teil aus selbst Erspartem. „Wobei das Corona-Jahr da natürlich nicht gerade zuträglich war“, gibt Kiel zu, trotzdem seien Mittel vorhanden.

Die 7.000 Mitglieder dürfen sich also auf eine topmoderne Anlage beim TSC Eintracht, bei dem von Rehasport über Fußball, Fechten, Tauchen bis hin zu Karate verschiedene Sportarten in 35 Abteilungen vertreten sind, freuen. Im neuen Außen-Fitnessbereich werden die TSCler zwischendurch auch auf Dr. Alexander Kiel treffen, der früher begeisterter Judoka und Basketballer war, heute aber lieber auf die Fitnessangebote zurückgreift.

„Ich lasse mich schon blicken“, sagt der Vorstandvorsitzende und lacht. „Als Sportler durch und durch ist das beim TSC ein Traumjob für mich, es macht einen Riesenspaß.“ Und geschäftlich läuft es für Kiel gerade auch optimal.

Über die Autorin
Redakteurin
Jahrgang 1993, geboren und aufgewachsen in Dortmund. Liebt den Sport und die Emotionen dabei privat und beruflich, vor allem den Handball. Seit 2014 bei Lensingmedia - nach Praktikum, freier Mitarbeit und Volontariat jetzt Sportredakteurin.
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Nina Bargel

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