Handball-Bundesliga

Titel-Showdown: Sorgt der BVB für die Vorentscheidung zur deutschen Meisterschaft?

Das nationale Spitzenspiel im Kampf um die deutsche Meisterschaft steht an. Borussia Dortmund möchte die Vorentscheidung, die Gäste aus Bietigheim versuchen das Unmögliche möglich zu machen.
Tabellenführer Borussia Dortmund, um Laura van der Heijden (l.v.) und Inger Smits (l.h.) empfängt die SG BBM Bietigheim, mit Xenia Smits (r.v.) und Luisa Schulze (h.r.). © Grafik Klose

Dominanz prägt das Spiel von Borussia Dortmunds Handballerinnen in dieser Saison in allen Facetten. Kein Team tritt so dominant auf, kein Team marschiert mit dieser Konstanz durch die Spielzeit wie der BVB. 23 Spiele, 23 Siege, eine Tordifferenz von +280.

Und jetzt kommt am Mittwoch der Verein nach Dortmund, welcher dem BVB am ehesten noch den Titel Deutscher Meister gefährlich machen kann: Die SG BBM Bietigheim. Tabellenzweiter im Bundesliga-Tableau. Doch so nah sich beide Teams im Rangfeld sind, so entfernt wirkt es trotzdem: Fünf Punkte steht Bietigheim hinter dem BVB, hat zwei Spiele verloren, eines Unentschieden gespielt.

Fünf Spielerinnen fehlen bei Bietigheim

Und reist ohne eine Vielzahl von Spielerinnen an: Emily Sando, Karolina Kudlacz-Gloc, Stine Jorgensen, Julia Maidhof und Kim Braun werden fehlen. Dennoch: Der Kader des Teams aus Baden-Württemberg ist trotz der zahlreichen Ausfälle gespickt mit Nationalspielerinnen. Amelie Berger, Luisa Schulze, Antje Lauenroth, Nele Reimer und Xenia Smits laufen für die deutsche Nationalmannschaft auf, Danick Snelder für die niederländische Auswahl. Auch Kim Naidzinavicius war bis vor anderthalb Monaten Teil der Nationalmannschaft, ehe die Kapitänin zurücktrat.

„Leider musste ich in den letzten Jahren erkennen, dass ich mich mit der eingeschlagenen Philosophie und Strategie nicht zu 100 Prozent identifizieren kann und die angestrebten Ziele und Wege nicht mit meinen übereinstimmen“, erklärte Naidzinavicius Mitte Februar via Instagram. Ein Nebenschauplatz, der für das Spiel am Mittwoch keinerlei Rolle spielt.

„Wir sind personell sehr dezimiert, freuen uns jedoch auf dieses Spiel“, erklärte Bietigheim-Coach Markus Gaugitsch auf der vereinseigenen Homepage. „Nur wenn jeder über sich hinauswächst, können wir in Dortmund bestehen. Ein tolles Match, in dem wir nur gewinnen können, steht vor der Tür.“

Sein Gegenüber, BVB-Cheftrainer André Fuhr, ist da schon deutlich optimistischer und selbstbewusster: „Es wäre eine Vorentscheidung, wenn wir gewinnen. Wir wollen die beiden Punkte, um die Weichen frühzeitig auf deutsche Meisterschaft zu stellen.“ Und diese Fokussierung auf das ausgewiesene Ziel merkt man Borussia Dortmund seit Wochen an. Selbst nach der Länderspielpause kamen die Schwarzgelben nicht aus dem Rhythmus, zeigten beim deutlichen 46:16 am vergangenen Samstag in Mainz, dass die Automatismen wieder da sind, wobei die stark abstiegsgefährdeten 05er nicht mehr als ein Sparringspartner für den BVB waren.

Jetzt kommt ein anderes Kaliber. „Es wird ein sehr schweres Spiel. Ich erwarte, das Bietigheim und wir absolut auf Augenhöhe sind“, sagt Borussia Dortmunds Kapitänin Alina Grijseels. „Die werden alles in die Waagschale werfen, um uns zu schlagen.“ Denn die Gäste aus Bietigheim haben einen Titel zu verteidigen: Sie sind amtierender Meister der Handball-Bundesliga, gewannen den Titel 2019, während es im vergangenen Jahr den Saisonabbruch wegen der Coronavirus-Pandemie gab, bei dem Borussia Dortmund an der Tabellenspitze des nationalen Tableaus stand. Die nicht gewertete Meisterschaft aus dem vergangenen Jahr ist dabei eine Motivation für den BVB, so sickert es durch bei den Spielerinnen sowie den Verantwortlichen.

Alina Grijseels ist Kapitänin der Handballerinnen von Borussia Dortmund.

„Das haben wir auch ein Stück von letzter Saison mitgenommen“, erklärt Grijseels und fügt weitere Gründe an für den schwarzgelben Ligalauf an: „Wir haben einen ausgeglichenen Kader, können viel wechseln, können die Kräfte gut verteilen und haben auch einfach unfassbare Qualität im Kader.“

Einen Punkt, den Coach Fuhr so auch am Mittwoch wieder umsetzen wird. Der Borussen-Coach hat alle Möglichkeiten. Bis auf die Langzeitverletzte Delaila Amega (Kreuzbandriss) sind alle Spielerinnen am Mittwoch dabei und bieten dem Borussen-Trainerteam sämtliche Möglichkeiten. Doch auch Fuhr hat die Stärken des Gegner aus Bietigheim im Blick: „Ich habe großen Respekt vor diesem Gegner. Gute Torwärtin, gute Abwehr, immer in der Lage taktisch zu reagieren. Eine Top-Mannschaft, das zeigen die Leistungen in dieser Saison.“

Bleibt die Dominanz?

Im Blickfeld aller Interessierten dürften dabei auch Borussia Dortmunds Rückraum-Asse Kelly Dulfer und Inger Smits stehen. Dulfer und Smits wechseln im Sommer nach Bietigheim, können mit ihrem aktuellen Klub die entscheidenden Schritte in Richtung deutscher Meisterschaft machen, ehe es in zwei Monaten nach Bietigheim geht. Die Blicke aus Dortmund wird sich auch Amelie Berger sicher sein können. Auf Rechtsaußen in Bietigheim beheimatet, wird die deutsche Nationalspielerin im Sommer zum BVB dazustoßen. Zwar verletzte sich die flinke Außenspielerin beim 30:23-Erfolg Bietigheims am vergangenen Sonntag gegen die HSG Blomberg-Lippe, in Dortmund sollte die 21-Jährige aber wieder auflaufen können.

Amelie Berger (M.) wird den BVB im Sommer verstärken. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Das Hinspiel gewann Borussia Dortmund im Oktober mit sechs Toren Unterschied in Bietigheim (28:22). Wird es erneut so kommen und der BVB seine Dominanz zum 24. Mal in dieser Saison auf das Parkett bringen?

„Wir werden alles versuchen, um mit Null Verlustpunkten oben zu stehen“, stellt Grijseels klar.

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