Thomas Gerner gibt bei Mengede 08/20 weiter die Richtung vor. © Stephan Schuetze

Thomas Gerner, Ihr Sohn verlässt die Oberliga. Warum kommt er nicht zu Mengede 08/20?

Thomas Gerner ist Trainer des Bezirksligisten Mengede 08/20. Sein Sohn kickte zuletzt in der Oberliga, wechselt den Verein. Gerner hat seinen Sohn beraten. Der kommt aber nicht nach Mengede.

Thomas Gerner hat lange für den SV Schermbeck gespielt. Der Klub ist sein Herzensverein. Es ist ein Traum von ihm, irgendwann mal den Klub zu coachen und seinen Sohn Mel ihm Team zu haben. „Das wäre überragend, ist aber aktuell gar kein Thema“, sagt Gerner. Er fühle sich bei Mengede 08/20 pudelwohl und sieht keinen Grund, den Verein in der nächsten Zeit zu verlassen.

Er möchte den ehemaligen Westfalenligisten erstmal wieder zurück in die Landesliga führen. „Es wird aber eine extrem schwere Saison auf uns zukommen“, sagt er. Er ist zwar zu 100 Prozent von seinem gut besetzten Team überzeugt, „es wartet aber eine unglaubliche starke Konkurrenz auf uns.“ Da wären der FC Nordkirchen, der VfL Kemminghausen, RW Germania oder der FC Roj.

Mel Gerner verlässt den SV Schermbeck

Gerners 20-jähriger Sohn Mel kickte zuletzt in der Oberliga für den SV Schermbeck. Der gelernte Stürmer hat dort umgeschult und als Außenverteidiger gespielt. Das klingt nach dem Weg des BVB-Profis Lukasz Piszczek. „Das hört mein Sohn aber nicht gerne. Der ist Schalker“, sagt Thomas Gerner und lacht.

Mel Gerner verlässt jetzt den SV Schermbeck. Da böte sich doch an, dass sein Vater ihn zu Mengede 08/20 lotst. „Nein, nein. Mel ist noch viel zu gut. Er soll so hoch wie möglich spielen und nicht den gleichen Fehler machen, den ich damals gemacht habe“, sagt Thomas Gerner.

Er beschreibt seine Zeit als Spieler-Trainer. Er sei damals immer 60 Kilometer zum Training gefahren. Hin und zurück. Das habe sich dann negativ auf sein Privatleben ausgestrahlt. „Da hattest du mal nicht mehr eben Zeit, dich noch abends mit deinen Freunden zu treffen“, sagt Thomas Gerner.

Sein Sohn wohnt in Schermbeck. Das ist rund 60 Kilometer vom Mengeder Volksgarten entfernt. Hier, wo die Mengeder ihre Heimspiele austragen. „Deshalb hat er seinen Sohn erst gar nicht gefragt, ob er sich vorstellen könne, zu ihm zu wechseln. Letztlich hat er ihm empfohlen, zum Westfalenligisten RW Deuten zu gehen. Und dem Klub schließt sich Mel Gerner jetzt an.

Ein echter Pitbull

Mel ist ein eher ungewöhnlicher Name. „Wir haben ihn damals ausgewählt, weil wir ihn einfach schön fanden. Und weil wir auch den Schauspieler Mel Gibson gut fanden“, erklärt Gerner. Und dann verrät er auch den zweiten Vornamen seines Sohnes: Louis. „Den haben wir wegen Luis Figo genommen.“

Thomas Gerner beschreibt seinen Sohn als Fußballer, der physisch sehr stark sei, ein richtiger Pitbull und sehr schnell. „Ein ähnlicher Typ wie ich damals. Wir können uns gut durchsetzen. Er ist aber ein bisschen filigraner als ich. Aber so richtig filigrane Techniker sind wir nicht.“ Trotzdem haben es sowohl Thomas als auch Mel Gerner in die Oberliga geschafft. Das steht für Qualität.

Aber aktuell gehen beide getrennte Weg. Thomas Gerner als Trainer von Mengede 08/20 und Mel Gerner als Spieler von RW Deuten. Aber vielleicht erfüllt sich irgendwann der Traum, dass sie beim SV Schermbeck mal zusammenarbeiten. Ausgeschlossen ist das nicht.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Lokalsport ist mehr als ein reines Ergebnis. Es ist ein Erlebnis.
Zur Autorenseite
Thomas Schulzke