Bei der Hallenfußball Stadtmeisterschaft feierten die Fans des SV Westrich noch ausgiebig. Sebastian Ramdorf (rechts) vermisst die Gemeinschaft des Amateurfußballs. © Stephan Schuetze
Fußball-Kreisliga

SV Westrich legt Spitzenstart hin: „Haben den qualitativ besten Kader und wollen aufsteigen“

Der SV Westrich ist in der Kreisliga B1 derzeit das Team der Stunde und führt die Tabelle an. Zuletzt gewann der SVW sogar zweistellig. Marschiert der Klub jetzt durch die Liga? Das sagt „Möhre“ dazu.

Wer heutzutage eine Mobilnummer wissen möchte, erhält den Kontakt zumeist per WhatsApp. Und durch die beim Absender abgespeicherten Namen ergeben sich gerade bei Fußballern Elfmeter für einen Gesprächseinstieg. Keine Sorge, hier soll es nicht um Gemüse gehen, sondern den Spielertrainer eines souveränen Tabellenführers, der am Sonntag 10:0 gewann und es nach vier Spieltagen auf zwölf Punkte und 20:1 Tore bringt. Aber diesen Elfmeter möchten wir zuerst gerne verwandeln.

Über einen ungewöhnlichen Spitznamen, versprochen nur kurz, und über den beachtlichen Start und die Gründe dafür reden wir mit Marvin Middeldorf (29), den Spielertrainer des Kreisliga-B-Ersten SV Westrich.

Marvin Middeldorf, ich hoffe, diese Frage ist okay: Warum „Möhre“?

Das ist völlig okay. Den Namen hatte mir mein damaliger Trainer Robert Podeschwa bei Westfalia Huckarde verpasst. Der geht weniger auf die Nähe zu meinem Vornamen zurück, sondern darauf, dass meine Haare zu bestimmten Zeiten einen leichten Rotstich bekamen. Ich habe den Namen akzeptiert.

Ihr Trainer Tobias Ahland übergab am Sonntag Ihnen die Verantwortung. Er erklärte, er sei auf Mallorca. Jetzt dürfen Sie…

Mal wieder ist er auf Mallorca! Im Ernst: Ich gönne ihm den Spaß. Ich darf natürlich schon erwähnen, dass ich in diesem Jahr nicht auf der Insel war. Das liegt aber daran, dass ich zwei kleine Kinder habe. Da geht das nicht mehr so einfach.

Ganz einfach scheint es zu gehen, die Konkurrenz in der Liga zu besiegen. Wie ordnen Sie den Start und jetzt das furiose 10:0 gegen den Dorstfelder SC 2 ein?

Ergebnisse und Stimmung sind super. Es zeigt sich schon jetzt, dass wir einen qualitativ guten Kader haben.

Und wenn Sie einmal loslegen, beginnt der Lauf?

Momentan haben wir den. Das liegt ganz einfach daran, dass die Jungs Bock haben.

Stimmung, Qualität und Bock haben Sie bislang genannt. Sind das Bausteine für ein mögliches ganz großes Ziel?

Das klare Ziel ist der Aufstieg.

Die B-Liga ist seit Jahren die sportliche Heimat Ihres Klubs. Warum soll es diesmal klappen?

Ich denke, wir haben den qualitativ besten Kader der Liga. Dazu kommt das, was ich ja bereits erwähnt habe.

Dann sehen wir uns doch einfach mal den Kader an, der auch ohne Tobias Ahland auftrumpfte. Sie machten das erste Tor, dann gelang Christian Fuchsmann ein lupenreiner Hattrick. Und weil es so schön war, setzte er noch einen vierten Treffer drauf. Dann fällt auf, dass der eingewechselte Ethan Webster noch zweimal traf. Zufall?

Christian und Ethan sind völlig unterschiedliche Stürmertypen. Der eine ist der richtig fitte Stoßtürmer, ich rede von Christian. Der andere ist der bullige Angreifer, das ist dann Ethan. Die beiden sind, da wir mit einer Spitze spielen, nicht immer zusammen auf dem Feld, aber jeder macht seine Tore.

Haben auch Mittelfeld, Abwehr und Torwart die Qualität für den Aufstieg?

Ja, da sind viele gute Spieler wie unserer Kapitän Pascal Wieczorek oder der routinierte Dario Philipp. Ich könnte jetzt eigentlich alle nennen.

Viel spricht also dafür, dass wer aufsteigen möchte, schon Sie besiegen muss. Wer käme dafür infrage?

Ich befürchte, dass die Sportfreunde Nette uns das Leben sehr schwer machen. Dann sehe ich auch BSV Fortuna und Urania Lütgendortmund dauerhaft in der Spitzengruppe.

Gegen Nette spielen Sie am Sonntag. Was könnte da passieren?

Natürlich entscheidet dieses Topspiel nicht die Meisterschaft. Es zu gewinnen, wäre aber ein sehr wichtiges Zeichen.

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Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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